FILM REVIEW | Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen
Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen
Komödie,
Animation
| USA 2009
| INHALTSANGABE
Flint Lockwood ist Erfinder aus Leidenschaft. Dumm nur, dass seine zahlreichen Erfindungen die Menschen in seiner Umgebung nicht wirklich glücklicher machen. Denn wer braucht schon Sprühschuhe oder Rattenvögel? Nun aber plant Flint den ganz großen Coup. Aus Wasser will er Essen machen, um auf diese Weise seine kleine Insel Swallow Falls aus der sardinengesättigten Nahrungskrise zu führen und nebenbei endlich die verdiente Anerkennung für seine wissenschaftliche Tätigkeit zu ernten.
Und es passiert das, womit eigentlich niemand gerechnet hätte, am allerwenigsten Flint Lockwood selbst. Seine Erfindung funktioniert. Nachdem seine Maschine durch ein Missgeschick in den bewölkten Himmel geschleudert wurde, beginnt sie mit der massenhaften Umwandlung von Regenwasser in Cheeseburger. Die Bevölkerung von Swallow Falls ist ebenso begeistert wie die hübsche Wetterfee Sam Sparks, die in der Sensationsstory den erhofften Karrieresprung wittert.
Doch weil die Menschen nun mal so sind wie sie sind, kriegen sie den Hals nicht voll. Immer neue Essenswünsche tragen sie an Flint heran, und der ewige Außenseiter, der das erste Mal in seinem Leben im Mittelpunkt steht, kann nicht nein sagen. Auch wenn er längst ahnt, dass eine zu große Beanspruchung seiner Maschine direkt in die Katastrophe führen könnte. Und noch während sich die Inselbewohner über Schokoladeneis-Schlachten und gigantische Steaks freuen, die ihnen direkt in den Rachen fallen, braut sich am Horizont bereits ein Sturm zusammen, wie ihn die Welt noch nicht gesehen hat.
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| FILMKRITIK
Cheeseburger die vom Himmel fallen, riesige Eiskugeln auf denen man Schlitten fahren kann und ein Schloss aus Wackelpudding. Was in "Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen" wie ein Kindertraum beginnt wird schnell zu einer Übelkeit erregenden Völlerei hinter dem sich völlig ungeniert ein gesellschaftskritischer Ansatz verbirgt. So geht es in dem quietschbunten, dreidimensionalen Animationsspaß ganz nebenbei auch um Fast Food-Überfluss, Fresssucht, Genmanipulation und Größenwahn.
Dass der Film trotzdem nicht unappetitlich wird erklärt sich unter anderem aus dem Verzicht an Hyperrealismus was die Animation betrifft. Die schrägen Figuren wirken wie schlichte Karikaturen altbekannter Klischees, überzeugen dabei jedoch durch ihre sympathischen Charakterzeichnungen. Und auch das Essen – sei es nun einfach oder überdimensioniert – verliert niemals seinen Plastik-Charakter, was angesichts gigantischer Berge aus Essensresten wohl auch besser so ist.
Die Handlung der gleichnamigen Kinderbuchvorlage von Judi und Ron Barrett aus dem Jahr 1978 wurde auf Spielfilmlänge aufgeblasen. Dabei standen für das Regieduo Chris Miller und Phil Lord offensichtlich die Effekte eher im Vordergrund als eine tiefgründige Geschichte. Doch angesichts des hohen Erzähltempos, der zahlreichen originellen Einfälle und der großen Portion Situationskomik und Wortwitz, macht der Film trotzdem großen Spaß. Zusätzlich werden die Zuschauer mit etlichen Filmzitaten aus dem Action- und Katastrophenfilmgenre bei Laune gehalten. Und schlussendlich sind es auch die vordergründigen Schauwerte, die aus "Cloudy With a Chance of Meatballs" einen mitreißenden Spaß für die ganze Familie machen.
Mit seinem kulinarischen Filmspaß rund um ein lebendig gewordenes Schlaraffenland muss sich das Sony Animation-Studio jedenfalls nicht länger vor seinen größten Konkurrenten Pixar und DreamWorks verstecken.
| FAZIT
Quietschbunt und komisch. "Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen" ist ein gelungener Filmspaß für die ganze Familie.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung