Unter den griechischen Göttern herrscht Aufregung: Zeus wurde der Herrscherblitz gestohlen. Nun drohen verheerende Naturkatastrophen. Zeus glaubt, dass Perseus, Der Sohn seines Bruders Poseidon, der Dieb ist. Bislang ging Perseus, ein Halbgott mit einer Menschenmutter, als Percy Jackson auf eine New Yorker Schule, ohne von seiner Besonderheit zu wissen. Doch in seiner Umgebung befinden sich etliche getarnte Gestalten aus der griechischen Mythologie, die einen wollen Percy schützen, die anderen wollen den Blitz von ihm, den er gar nicht hat.
Nach der Attacke einer Rachegöttin wird Percy von seinen Beschützern in ein Camp für heranwachsende Halbgötter gebracht und über seine Herkunft aufgeklärt. Im Camp soll er kämpfen lernen und seine wahren Fähigkeiten ausbilden, doch Hades, der Gott der Unterwelt, hat seine Mutter entführt und verlangt von Percy ebenfalls den Blitz. Percy verlässt das Camp auf eigene Faust, um in die Unterwelt zu gelangen und seine Mutter zu befreien. Zwei Jugendliche schließen sich ihm an: sein Kumpel Grover, der sich als Satyr entpuppt hat, und Annabeth, eine Tochter der Göttin Athene. Sie suchen drei in den USA versteckte Perlen, die sie für den Eintritt in die Unterwelt benötigen, und kämpfen dabei gegen die schlangenköpfige Medusa und andere Gegner.
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| FILMKRITIK
Die Götter sind unter uns: Poseidon steigt als antiker Sandalenkrieger aus den Fluten und verwandelt sich im Trubel der Großstadt in einen unauffällig gekleideten Mann. Auf dem Dach eines Hochhauses trifft er Zeus, der ihm ein Ultimatum stellt, bis wann sein Sohn den Herrscherblitz im Olymp abliefern muss. Bevor der Schüler Percy Jackson weiß, wie ihm geschieht, attackiert ihn im Museum eine Furie, sein Freund verwandelt sich in einen Satyr und ein Mann im Rollstuhl mutiert zu Chiron, dem Zentaur, der auch das Camp für jugendliche Halbgötter leitet. Das Jugend-Fantasyabenteuer „Percy Jackson – Diebe im Olymp“ verknüpft Gegenwart und griechische Mythologie auf einem mit animierten Schreckenswesen angereicherten Roadtrip.
Regisseur Chris Columbus findet in der gleichnamigen Romanvorlage von Rick Riordan vertrautes Terrain, weil er schon die beiden ersten Filme der „Harry Potter“-Reihe inszenierte: Auch dort gab es eine Ausbildungsschule für Jugendliche mit magischem Potenzial, auch dort musste ein einzelner Schüler gegen dunkle Mächte antreten, wobei ihm ein Junge und ein Mädchen treu zur Seite standen. Mit der temporeichen Inszenierung und den fantasievollen CG-Gestalten hat Columbus keine Probleme. Bereits im Anfangsteil startet eine albtraumhafte Furie ihren gnadenlosen Angriff auf Percy in einer der stärksten Szenen des Films.
Uma Thurman verleiht einer anderen Angreiferin, der schlangenköpfigen Medusa, eine spannende, verführerische Attraktivität. Wenn Percy und seine Freunde aufpassen müssen, dass sie Blickkontakt mit der Medusa vermeiden, um nicht zu versteinern, wird antike Mythologie auf eine lebendige, der jugendlichen Zielgruppe angepasste Art vermittelt. Doch die sich ausgiebig vor der Kamera räkelnden Reptilien auf dem Haupt der Medusa beherrschen nur wenige Drohgebärden, und der abgeschlagene Kopf muss schließlich als makabrer Running Gag weiterreisen. In Las Vegas reichen Nymphen rauschhafte Substanzen zur Musik von Lady Gagas „Pokerface“.
Ähnlich schnell, wie sich Percy anfangs in dem Trainingscamp im Wald zurechtfindet, dürften sich auch junge Computerspieler mit einem solchen Setting vertraut fühlen: mittelalterliche Schwertkämpfe vor Holzhütten, attraktive Pfeil-und-Bogen-Schützinnen in hautenger Lederkluft, Fabelwesen beim Spaziergang über die Wiesen. Pierce Brosnan macht als Zentaur Chiron mit dem Pferdeunterleib keine schlechte Figur, Brandon T. Jackson aber muss als Grover in den Phasen seiner Satyrgestalt auf zwei behaarten Ziegenbeinen durch die Gegend staksen und das sieht nicht wirklich funktional aus.
Logan Lerman spielt Percy Jackson als netten Jungen, der es sogar mit dem grässlichen Höllenchef Hades aufnimmt, wenn es um die Mutter geht. Seine Wunschfreundin Annabeth wird ähnlich stromlinienförmig von Alexandra Daddario dargestellt. Mit Percy darf man sich auf dem Olymp umschauen, wo die Götter brav wie im Wartezimmer sitzen. Auch die Aussprache zwischen Vater und Sohn ist enttäuschend öde für eine Geschichte, die so viele einfallsreiche Szenarien enthält. Den Ehrgeiz, den der Film in Sachen Mythologie entwickelt, zeigt er in den Gesprächen der Jugendlichen untereinander nicht: Sie sind zu wenig ausgefeilt, um eine glaubwürdige Atmosphäre zu schaffen.
| FAZIT
Drei Jugendliche kämpfen sich auf einem ereignisreichen Abenteuertrip von New York bis Hollywood, von der Hölle bis zum Olymp durch die griechische Mythologie.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung