John und Aileen Crowley haben drei Kinder, von denen zwei an dem seltenen genetischen Defekt Morbus Pompe leiden. Die Lebenserwartung von Megan und Patrick liegt bei höchstens neun Jahren, und ihren achten Geburtstag muss die aufgeweckte Megan im Rollstuhl feiern. Es gibt keine Medikamente, die den Kindern helfen könnten, aber John Crowley hat im Internet den Aufsatz eines Wissenschaftlers gelesen, der von einer möglichen Therapie handelt. John besucht diesen Dr. Robert Stonehill und gründet eine Stiftung, die Spendengelder für seine Forschung auftreibt.
Doch John geht noch weiter: Er kündigt seinen sicheren Job, um sich ganz der Entwicklung des neuen Medikaments zu widmen. Dafür gründet er mit Stonehill eine eigene Biotechfirma, die bald von einem finanzstarken Pharmaunternehmen gekauft wird. Dort arbeiten die beiden weiter, doch John muss gegen wirtschaftlich orientierte Entscheidungen des Konzerns mühsam ankämpfen. Er setzt alles daran, dass die ersten Klinikversuche mit dem neuen Medikament an seinen beiden Kindern durchgeführt werden.
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| FILMKRITIK
Die Familie Crowley gibt es wirklich. Vater John gründete mit dem Mut der Verzweiflung eine eigene Firma, um das Medikament zu entwickeln, das seinen beiden todkranken Kindern fehlte. Die unglaubliche Geschichte dieser Familie erzählt der Film „Ausnahmesituation“ von Regisseur Tom Vaughan spannend und realitätsnah. Dabei behandelt er drei Themen, die sich gegenseitig dramaturgisch geschickt ergänzen: das Familienleben und die Angst eines Vaters um seine Kinder, seine Zusammenarbeit mit dem kauzigen Wissenschaftler Dr. Robert Stonehill, seine Konflikte mit der Pharmaindustrie.
Brendan Fraser spielt den tüchtigen jungen Familienvater John Crowley als unermüdlichen Charakter mit heldenhaften Zügen, der sich aber dennoch als Identifikationsfigur für jedermann eignet. Seine fröhliche, altkluge Tochter Megan ist sein Augapfel, und so überrascht es kaum, dass er seinem Vorgesetzten am Tag der Kündigung erklärt, er wisse, wie verrückt sein Plan sei, sich nur noch um die Erforschung eines neuen Medikaments zu kümmern, aber er könne seine Tochter doch nicht sterben lassen. Nach anfänglichen Bedenken steht auch Johns Frau Aileen, die von Keri Russell dargestellt wird, hinter dieser Entscheidung. In kürzester Zeit treibt das Ehepaar Sponsoren und Spendengelder auf und John gründet eine Biotechfirma, in der die Forschungen des an der Universität weitgehend mittellosen Stonehill auf Hochtouren laufen können.
Während John Crowley saubere Geschäftspläne ausarbeitet und geschickt mit Geldgebern verhandelt, erweist sich der geniale Wissenschaftler als Stolperstein. Harrison Ford in Jeans und Cowboystiefeln spielt den zerstreuten Einzelgänger, der nur für seine Theorien lebt und dazu laute Countrymusik hört. Mit John Crowley gerät er in Konflikt, denn er vergrault jeden Geldgeber, der seine Unabhängigkeit einschränken könnte. Die Reibereien dieses Duos sorgen für kontinuierliche Spannung, aber die Situation spitzt sich noch weiter zu, als die beiden zum Pharmakonzern Zymagen wechseln.
Stonehill, der wissenschaftliche Purist, verachtet die Betriebswirte des Unternehmens. Und John muss erfahren, dass seine emotionalen Interessen den Konzern nicht kümmern. Die Geschichte arbeitet das Minenfeld, in dem sich John im Wettlauf mit der Zeit bewegt, sehr realistisch heraus, ohne zu übertreiben. John versucht zwar das Unmögliche, aber mit diplomatischem Geschick und enormer Selbstbeherrschung, doch auch dieser Stehaufmann bricht eines Tages weinend zusammen.
Das Thema wird informativ aufbereitet, man erfährt einiges über die finanziellen Zwänge und Interessen in der Pharmaforschung. Und dennoch sind es manchmal ganz andere Motivationen, wie Stonehills wissenschaftliche Neugier oder Crowleys Liebe zu seinen Kindern, die den großen Fortschritt bewirken. Solche Geschichten sieht man gerne, vor allem wenn sie so gut gespielt und so unspektakulär inszeniert sind wie in diesem soliden kleinen Film.
| FAZIT
Das Schauspielerduo Brendan Fraser und Harrison Ford glänzt in dieser spannenden Verfilmung einer wahren Familiengeschichte.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung