Der New Yorker FBI-Agent Jerry Cotton ist ein Genie. Er fürchtet weder Tod noch Teufel, denn selbst die hätten keine reale Chance gegen ihn. Außerdem hat Jerry den Ruf, jeden Fall zu lösen. Nun ja, fast jeden. Fünf Jahre ist es her, als ihm Gangsterboss Sammy Serrano durch die Lappen ging und der Raub von Goldbarren im Wert von 200 Millionen Dollar ungeklärt blieb.
Doch die Vergangenheit holt ihn wieder ein, als ausgerechnet Sammy Serrano ermordet aufgefunden wird. Als kurze Zeit später auch Jerrys Partner Ted Conroy getötet wird, wirft ihm die Leiterin der Dienstaufsichtsbehörde einen Doppelmord vor. Und die am Tatort gefundenen Beweise sprechen tatsächlich eine eindeutige Sprache.
Jerry Cotton bleibt nichts anderes übrig, als zu fliehen und zu versuchen, die Morde im Alleingang aufzuklären. Hilfe bekommt er von seinem neuen Partner Phil Decker, einem ebenso vertrottelten wie unfähigen Neuzugang des FBI. Decker jedoch spielt ein doppeltes Spiel und so hat Jerry Cotton bald nicht nur eine gefährliche Gangsterbande, sondern auch das FBI im Nacken sitzen. Am Ende seiner Weisheit ist er aber noch lange nicht.
WERBUNG
| FILMKRITIK
Seit der New Yorker FBI-Agent Jerry Cotton 1954 für eine deutsche Groschenroman-Reihe erfunden wurde, spukt er durch die hiesige Kulturlandschaft. Und da es mittlerweile schon über vierzig Jahre her ist, dass er seinen letzten Leinwandauftritt hatte, dachte sich das Regisseursduo Cyrill Boss und Philipp Stennert, es sei eine gute Idee, den alten Helden wiederzubeleben. In Christian Tramitz fanden sie dann auch schnell ihre Idealbesetzung, und tatsächlich, Tramitz steht die Rolle ziemlich gut.
Und sie würde ihm vermutlich noch besser stehen, wenn er sich dafür entscheiden könnte, ob er den Kriminalhelden persiflieren will oder nicht. Wie es von den Machern von "Neues vom Wixxer" zu erwarten ist, findet sich in "Jerry Cotton" jede Menge Klamauk. Darunter auch ziemlich Unterhaltsames. Doch so hundertprozentig steht die Komik dann doch nicht im Vordergrund, dafür schwingen zu viele ernstgemeinte Töne mit. Der Film vermittelt dadurch den Eindruck, nichts Halbes und nichts Ganzes zu sein.
Einsamer Glanzpunkt stellt da noch am ehesten Christian Ulmen in der Rolle Phil Deckers dar. Ihm gelingen die wirklich komischen Momente des Films und mit seinen bisweilen schon surrealen Auftritten spielt er Christian Tramitz regelrecht an die Wand. Dessen aufgesetzte Coolness wirkt auch neben Christiane Paul, hier in der Rolle einer eiskalten Powerfrau, reichlich verschüchtert. Ihr Ziel, eine gute Action-Komödie zu drehen haben Cyrill Boss und Philipp Stennert hier nicht erreicht. Als Parodie auf das Gangsterfilm-Genre ist "Jerry Cotton" aber dennoch recht unterhaltsam geworden.
| FAZIT
Eine recht unterhaltsame Parodie auf das Gangsterfilm-Genre mit einem surreal komischen Christian Ulmen als Glanz- und Höhepunkt.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung