Mary Horowitz lebt vorübergehend wieder bei den Eltern und entwirft mit Hingabe das wöchentliche Kreuzworträtsel der Lokalzeitung, obwohl sie davon nicht leben kann. Die Frau mit den roten Lackstiefeln und der riesigen Bildung in bezug auf unwichtige Dinge gilt bei ihren Mitmenschen als schrullig. Ihre Eltern arrangieren für Mary ein Blind Date mit Steve, der als Kameramann beim Fernsehen arbeitet. Doch noch bevor das Date zum Höhepunkt kommt, greift Steve zu einer Notlüge, um Mary loszuwerden.
Die Frau aber glaubt seinen Worten, dass er die plötzliche Trennung bedauert, und reist ihm, nach ihrem missglückten Kreuzworträtsel „Alles über Steve“ und dem anschließenden Jobverlust, kurzerhand nach. Steve ist mit dem TV-Journalisten Hartman und einem weiteren Kollegen nach Tucson gefahren, um von einer Schießerei in einer Wildwestshow zu berichten. Als Mary hinkommt, ist das Reporterteam schon nach Oklahoma weitergezogen. Dort fällt Mary dem schockierten Steve um den Hals. Hartman will Steve einen Streich spielen und erzählt Mary, dass der Mann ihrer Träume sie heimlich liebt, aber sich aus Schüchternheit abweisend gibt. Sie solle sich nicht abwimmeln lassen.
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| FILMKRITIK
Schräg ist das richtige Wort für diese Komödie, in der es öfters Gelegenheit gibt, laut aufzulachen, in der es von Slapstick nur so wimmelt und in der vor allem die Hauptfigur dermaßen schräg ist, dass einen schon ihr Anblick irgendwie unangenehm berührt. Sandra Bullock trägt zu ihrem unbeirrbaren Dauerlächeln eine blonde Ponyfrisur und rosa Lippenstift und wirkt damit wie schlecht verkleidet. Doch Mary Horowitz sorgt auch für Kopfzerbrechen, weil sie ständig redet und meistens nicht ganz begreift, wovon gerade die Rede ist. Diese Person verfolgt nun aus Liebe ein Team wirklich abgebrühter TV-Reporter auf einem Roadtrip der unwahrscheinlichsten, peinlichsten Ereignisse.
Sandra Bullock gilt ja als aufgeschlossen für leichten Slapstick, doch was sie hier stemmt, übertrifft ihre bisherigen Rollen. Eine so unattraktive und linkische Figur wie Mary Horowitz würden wohl nicht viele Darstellerinnen spielen wollen, aber Sandra Bullock lässt die wandelnde Karikatur völlig ungehemmt ihren Charme entfalten, so dass man für das Entsetzen in Steves Gesicht stets Verständnis hat. Aus der Loserin Mary aber wird unterwegs keine von Rache getriebene Stalkerin, sondern auf erstaunliche Weise der rettende Engel für andere Loser. Sandra Bullock bekam für diese Rolle die Goldene Himbeere, doch dieser Schmähpreis ist ja manchmal geradezu eine Empfehlung für ein besonders auffälliges Werk.
Thomas Haden Church ist als Reporter Hartman mit der blonden Löwenmähne und dem braungebrannten Gesicht der perfekte Frauenschwarm, ein Cowboy und Kapitän. Doch seine Vor-Ort-Berichte über ungewöhnliche Ereignisse gehen oft daneben und sein Chef sucht bereits einen Ersatz für ihn. Bradley Cooper als Kameramann Steve wirkt wie einer, der in Sachen Spaß nichts anbrennen lässt. Doch bei Mary versagt seine Lockerheit und er glaubt sogar, dass sie die Kartoffelchips vergiftet hat. Dieses Trio liefert zuverlässig komische Spannung, doch Regisseur Phil Traill hat noch mehr auf Lager.
Hartman, Steve und ihr Kollege Angus fahren quer durch Amerika, vom Schauplatz eines Gerichtsprozesses um ein Kind mit drei Beinen zu einem Tornado samt Heuschreckeninvasion bis hin zu einem Unglück, bei dem taubstumme Schüler in ein altes Bergwerk fallen. Hier überbieten sich die konkurrierenden Reporterteams mit emotionalen Berichten und makabren Computersimulationen. Unter protestierenden Amputationsgegnern im Fall des Kindes mit drei Beinen findet Mary zwei Bewunderer. Die Frau mag ihre Lackstiefel und der Mann, ein Physiker, der menschliche Gesichter in Äpfel schnitzt, schätzt ihre Weltgewandtheit.
Mary und ihre neuen Freunde sitzen nun während des Tornados in einem Kanalrohr und haben die Regenhauben auf, die Mary praktischerweise mit sich führt. Als auf ihrer Backe eine Zikade landet, preist Mary, die das Tier und seine Seltenheit kennt, das Glück des Augenblicks, und die anderen beiden freuen sich mit. Der überdrehte Charme dieser kleinen Komödie erweist sich als wendig, als intelligent in nebensächlichen Dingen, pfeift auf Sympathien und hat keine tiefere Bedeutung.
| FAZIT
Sandra Bullock als tollpatschige, verliebte Stalkerin in einem skurrilen Roadmovie mit einigen gelungenen Slapstickeinlagen.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung