Sonntag | 27. Mai 2012 | 23:59 Uhr
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  • FILM REVIEW | Der Sturm
  • Der Sturm

    Action, Drama | USA 2000
  • | INHALTSANGABE

  • Die raue Seeluft hat es ihm angetan, er liebt es die Felsen seiner Heimat zu umschiffen und wenn die Möwen sein Boot umkreisen. Für Billy Tyne (George Clooney) ist das Meer längst ein zweites zu Hause geworden. An Land gibt es nicht viel was ihn hält. Als Kapitän eines kleinen Fischerkutters gehört er wohl zu den erfahrensten Seeleuten Kaliforniens, ohne Frage ist der geschiedene Seemann ein großartiger Fischer.

    Es ist Oktober 1991 und Billys letzter Fang war miserabel. Von seinem Boss, dem arroganten Bootsbesitzer Brown (Michael Ironside) gescholten und in seiner Ehre gekränkt, da seine Beinah-Freundin Linda Greenlaw (Mary Elizabeth Mastrantonio) einen wesentlich besseren Fang herein gebracht hat, trommelt Billy seine Crew zusammen und fährt erneut hinaus.

    Sein Ziel sind dieses Mal aber nicht die Great Banks, denn die hat er beim letzten Mal schon abgegrast. Nein, er will ins Flamish Cap, auch wenn es dort die reinsten Orkane gibt, besonders zu dieser Jahreszeit. Dass der Wetterbericht eine harte Schlechtwetterfront meldet interessiert ihn nicht, als Versager darf er nicht dastehen. Seinen Leuten verrät er nichts von seinen Plänen, er befürchtet, dass sie vielleicht nicht mitspielen, obwohl jeder von ihnen dringend Geld braucht.

    Seine Mannschaft besteht fast nur aus gebrochenen Existenzen. Den gutmütigen Dale Murphy (John C. Reilly) hat die Fischerei die Ehe gekostet, David Sullivan (William Fichtner) schlägt sich eigentlich nur mit Gelegenheitsjobs durch, das Meer war ihm zu gefährlich geworden, doch die von Tyne versprochene große Beute lockt.

    Mike Moran (John Hawkes) hat seit einer Ewigkeit keine Zeit mehr für eine Beziehung gehabt, das Meer ist, ob er es will oder nicht, zu seiner Geliebten geworden, der Franzose Alfred Pierre (Allen Payne) ist der Außenseiter der Gruppe, denn sein Leben scheint besser als das der anderen, besonders Mike neidet ihm, dass er nicht alleine ist. Und dann ist da noch Bobby Shatford (Mark Wahlberg), der erst seit diesem Sommer mit Tyne auf Fischfang geht, zuvor verdingte er sich beim Fischausnehmen und Netzeflicken. Doch dann hat er Christina (Diane Lane) kennen und lieben gelernt und will sich nun ein neues Leben mit ihr aufbauen.

    Obwohl seine Freundin ihn bittet den lebensgefährlichen Job nicht anzunehmen, fährt Bobby erneut mit hinaus, sie brauchen das Geld. Als Tynes Kutter, die "Andrea Gail" den Hafen von Gloucester, Massachusetts verlässt hat Christina bereits ein unwohles Gefühl im Bauch. Während Tyne das Flaming Cap erreicht und einen unglaublichen Fischfang erzieht baut sich hinter ihm ein Sturm auf wie die Welt ihn noch nicht gesehen hat.

    Als die Eismaschine an Bord verreckt steht die Mannschaft vor einer schwierigen Entscheidung. Wenn sie das Ende des Sturms abwarten wird ihre Ladung nicht mehr zu verkaufen sein, wollen sie ihren Fang retten so müssen sie mitten in das Unwetter hinein. Tyne entscheidet sich dafür den Fang nach Hause zu bringen, nicht ahnend, dass auf ihn etwas Grauenhaftes wartet...
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      • | FILMKRITIK

      • 1991 schoss über den Nord Atlantik der Orkan "Grace", der sich durch eine Laune der Natur mit weiteren Stürmen vereinen sollte. Aus dem Orkan wurde ein Monster wie es in der bekannten Geschichte nie vorgekommen war. Viele Menschen wurden das Opfer des Jahrtausend-Sturms.

        Der deutsche Regisseur Wolfgang Petersen griff die wahren Ereignisse auf um die Geschichte des Fischkutters "Andrea Gail" zu zeigen, der zum Opfer dieses Sturms wurde. Der Kinotrailer machte im Voraus aus Petersens "Perfect Storm" einen Actionhit mit grandiosen Effekten. Kein Wunder, Action lockt das Publikum immer wieder.

        Verschwiegen wurde dabei natürlich, dass die Action sich erst in der letzten Dreiviertelstunde entwickelt, ansonsten lässt der Film nämlich erstmal seinen Charakteren viel Zeit, stellt seine Figuren als harte Männer dar, die jedoch nur auf dem Meer beweisen können was in ihnen steckt. Man sieht sie reden, lieben, trinken und fischen bis der Sturm ausbricht und Computereffekte vom Feinsten erzeugt werden. Leider umschifft der Film in seinen Charakterisierungen kein Klischee, man hat hier keine wirklichen Menschen vor sich, sondern eher Hollywoodcharaktere wie sie in die Geschichte passen.

        Der liebenswerte und harte Kapitän, der sein Versagen aber nicht eingestehen kann. Der naive und gutherzige Fischer Bobby, der dem Zuschauer als Identifikationsfigur dient, der jedoch nur so weit heraus gestellt wird, damit der Zuschauer überhaupt etwas zum identifizieren hat, denn Clooneys Charakter ist dafür nicht zu benutzen, steuert er seine Mannschaft doch direkt ins Verderben.

        Doch wenn man sich ansieht mit welchen Pathos die Figur Bobbys gezeichnet ist, was schon bei seiner unglaublich starken Beziehung und seinen kurz vor der Verwirklichung stehenden Träumen anfängt, muss man sich fragen, ob der Zuschauer bei einem solchen Film, der eigentlich eher dokumentarische als epische Züge haben sollte, wirklich etwas zum identifizieren braucht. Bobbys Liebe zu Christina wird mit Hollywoodkitsch gezeichnet, was dem Film einen Hauch der Übertreibung verpasst, ihn unglaubwürdig erscheinen lässt, wozu auch die Darstellung der übrigen Crew, die sich fast komplett am Scheideweg befindet, beiträgt.

        Der Film ist beste Hollywoodunterhaltung, in der ersten Hälfte als Drama, in der zweiten als Katastrophenfilm. Drehbuchautor Wittliff wusste, dass er mit seiner Seestory keinen kompletten Film drehen konnte, so ließ er sich am Anfang viel Zeit, mit dem eingefügten Handlungsstrang um die Rettung der Crew eines kleinen Segelbootes jedoch übertreibt er es doch. Zu sehr wirkt diese kleine Nebenstory dann doch als wäre sie nur da um den Film zu strecken.
      • | FAZIT

      • Petersen inszenierte solide Hollywood-Unterhaltung, aus der aber deutlich mehr raus zuholen gewesen wäre, denn als Metapher auf den nicht zu gewinnenden Kampf des Menschen gegen die Natur funktioniert der Film kaum.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Sebastian Schmidt

      • | Userwertung

      Wertung: 5.5/10 (11 votes)

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