Hicks ist der schmächtige Sohn des Wikingerhäuptlings Haudrauf. Der Teenager taugt nicht zur Drachenjagd, der Lieblingsbeschäftigung im Dorf. Die gefräßigen, geflügelten und Feuer speienden Echsen schnappen sich regelmäßig Schafe und auch den einen oder anderen Wikinger, der seine in der Drachenschule trainierten Kampfkünste nicht gut anwendet. Hicks träumt davon, einmal einen so genannten Nachtschatten, den gefährlichsten, noch nie gefangenen Drachen, zu erlegen und die Gunst der hübschen Astrid zu gewinnen.
Doch als er im Wald entdeckt, dass er tatsächlich einen Nachtschatten zu Boden gebracht hat, kann er ihn nicht töten. Im Gegenteil, er durchschneidet das Seil, das ihn fesselt, und der schwarze Drache macht sich davon. Hicks findet ihn in einer Senke zwischen hohen Felsen wieder. Das Tier kann nicht richtig fliegen, weil eine Hälfte seines Schwanzflügels fehlt. Ohnezahn, wie Hicks seinen neuen Freund nennt, bekommt eine Prothese, die der Junge heimlich anfertigt und im Flug auf dem Rücken des Drachens ausprobiert. Seine neuen Kenntnisse der Vorlieben und Eigenheiten dieser von den Wikingern völlig verkannten Wesen nützen Hicks auch in der Drachenschule, aber wird ihm sein Vater glauben, dass man Drachen nicht bekämpfen muss?
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| FILMKRITIK
Mit den Büchern von Cressida Cowell als Vorlage hat Dreamworks ein lustiges Animationsabenteuer für die ganze Familie geschaffen, in dem Flüge auf dem Rücken von Drachen in 3-D erlebt werden können. Auf der Insel Berk, wo Hicks’ Heimatdorf steht, haben die starken Wikinger nur einen Gegner: die geflügelten Drachenwesen, die regelmäßig über die Siedlung herfallen. Der Nachwuchs des Stammes muss deshalb in die Drachenschule, um gegen gefangene Exemplare kämpfen zu üben. Der Ich-Erzähler der Geschichte aber, ein schmächtiger Teenie und die Schande seines Vaters, des Stammeshäuptlings, geht heimlich eine Freundschaft mit dem berüchtigsten aller Drachen ein.
Die Regisseure Chris Sanders und Dean DeBlois haben den zeitlosen Vater-Sohn-Konflikt über einen Spross, der sich den vorgezeichneten Weg nicht zu eigen macht, nur optisch in eine archaische Vergangenheit platziert. Der Ich-Erzähler Hicks, ein schlaksiger Bursche mit dem Hang zu akademischer Sprache, und die anderen Jugendlichen des Wikingerstammes drücken sich modern und manchmal respektlos aus.
Hicks kann sich durch diese Sprache, auch in den Off-Erzählungen, als kluger und unabhängiger Kopf präsentieren, den seine auf das Kämpfen fixierten Zeitgenossen zu Unrecht verachten. Ohnezahn aber, der salamanderartige schwarze Drache mit Flügeln und einem langen Schwanz, muss sich über die Mimik ausdrücken. Wenn er Hicks mit den Augen bedeutet, er solle sich den ausgespuckten halben Fisch schmecken lassen, ist das herrlich komisch. Ohnezahn, der durchaus über Beißerchen verfügt, ist eine interessante Persönlichkeit, zu der auch die Unschuld eines Hündchens gehören kann.
Im Gegensatz zu den Wikingern, auf deren nackten Oberarmen die blonden Härchen schimmern, ist der schwarze Drache aber nicht besonders detailliert gezeichnet. Sein Kopf hat Ähnlichkeit mit Stitch aus „Lilo & Stitch“, dem vorigen Film von Sanders und DeBlois. Auch die 3-D-Technik überzeugt nicht in allen Szenen, wenn es unscharfe Ebenen im Bild gibt und diese mit den Schnitten wechseln. Zwar bieten die vielen rasanten Flüge auf dem Drachen über die felsige Küste, die Sturzflüge in die Tiefe schöne Motive für 3-D. Auch die skurrilen anderen Drachen, vom plumpen Brummer bis zum doppelköpfigen Langhalsmonster, machen sich gut als schwerelose Erscheinungen im Raum. Doch haftet den Bildfolgen oft etwas Künstliches an, das sie nicht glaubwürdig, sondern beliebig wirken lässt.
Die dicken Wikinger der Vätergeneration sprechen in der synchronisierten Fassung mit norddeutscher Färbung, und Hicks sagt Sachen wie „Ich finde, unsere Unterhaltung verläuft ziemlich einseitig“. Er bleibt konsequent körperlich schwach und durchlebt die komische Schmach eines Jungen, dem die kämpferischen Mädchen des Stammes überlegen sind. Als er seinen Drachengegner im Ring ohne Waffen beruhigt, bringt ihn der eigene Vater in Lebensgefahr, weil er nicht bereit ist für das Neue. In dieser Szene erhält die Geschichte ein fast philosophische Tiefe.
| FAZIT
Der Wikingerjunge Hicks taugt nicht zum Kampf gegen Drachen, aber er ist der erste seines Stammes, der sich mit ihnen anfreundet: Witziges Animationsabenteuer für das junge Publikum.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung