Der chinesische Geheimagent Bob Ho arbeitet für die CIA. Er jagt russische Verbrecher, die es auf die Ölvorkommen der Welt abgesehen haben. Doch in seiner amerikanischen Nachbarschaft gibt sich Bob Ho als Schreibwarenvertreter aus, und auch seine Freundin Gillian weiß noch nichts von seiner Doppelidentität. Bob möchte endlich ein bürgerliches Leben führen und Gillian heiraten, also zieht er sich aus der Spionage zurück.
Nun muss er nur noch Gillians drei Kinder von sich überzeugen, die ihn als möglichen Daddy strikt ablehnen. Als Gillian zu ihrem erkrankten Vater fahren muss, kommt für Bob die Stunde der Bewährung: Er will sich für ein paar Tage um die widerspenstigen Kleinen kümmern. Doch auch die bösen Russen stehen bald vor der Tür.
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| FILMKRITIK
Jackie Chan kämpft auch hier gegen bullige Gegner, nur dass ihm diesmal ein Kleinkind am Bein hängt und seine Martial-Arts-Darbietung ein wenig behindert. Im Grunde sind es nicht die feindlichen Agenten, die den chinesischen CIA-Spion Bob Ho an seine Grenzen bringen, sondern die drei eigenwilligen Kinder seiner amerikanischen Freundin. Gut, dass der Agent über wichtiges Zubehör wie Armbandmonitor und Minikameras verfügt. Damit behält er die Kontrolle über die Kids, denen allmählich dämmert, dass sie den Mann unterschätzt haben. Und dennoch ist Jackie Chan als Leih-Daddy einfach nicht in seinem Element.
Regisseur Brian Levant verarbeitet einen durchaus reizvollen thematischen Gegensatz in seiner Komödie „Spy Daddy“: den Martial-Arts- und Stuntmeister Jackie Chan, bereits bekannt als Mann für das Aberwitzige, hinter schlitzohrigen kleinen Rackern herlaufen zu lassen. Der stets freundlich lächelnde Bob Ho will den Nachwuchs seiner verreisten Freundin pünktlich ins Bett bringen, mit Frühstück versorgen, zur Schule fahren, und dann eventuell noch einen flüchtigen russischen Spion jagen. Also fragt er, nachdem die vierzehnjährige Farren und der zwölfjährige Ian morgens an der Schule abgeladen sind, hoffnungsvoll den letzten Passagier im Familienwagen: „Und was tust du so den ganzen Tag?“ „Nichts“, sagt Nora, „ich bin vier!“
Dass Bob als Chinese nicht weiß, was Halloween ist und beim Anblick der verkleideten Leute auf den Straßen erschrickt, ist ein gelungener Witz, ebenso wie der Dialog: „Sie kommen!“ „Wer?“ „Die Russen!“ Die kleine Nora und natürlich auch ihr vom Agentenleben begeisterter Bruder Ian entwickeln mit Bobs Superwaffen ungeahnte Fähigkeiten im Kampf. Und Jackie Chan läuft Häuserwände hoch, nicht nur um den Feind zu jagen, sondern auch um die Satellitenschüssel der Familie zu reparieren.
Dass Jackie Chan als singender Gutenacht-Onkel und als Berater einer störrischen Jugendlichen hölzern wirkt, mag daran liegen, dass er in dieser Komödie zu starre Vorgaben erfüllen soll. Den guten amerikanischen Daddy zu geben, der nur das Beste für die Kinder will, vor allem dass sie zu ihm aufschauen, zwingt ihn zu emotionalem Gehabe, für das die Rolle dann wieder zu wenig Zeit hat. Es ist aber auch ärgerlich, dass seine Figur im Schnelldurchlauf die typischen Probleme eines angeberischen Jungen und eines rebellischen Teenie-Mädchens lösen will.
Vor allem wegen seiner vielen auf lustige Wirkung schielenden und trotzdem betulichen Witze ist „Spy Daddy“ nicht die beste Komödie von Jackie Chan. Hier wurden einige Möglichkeiten wohl von Drehbuch und Regie verschenkt, aber vielleicht verträgt sich das Gutmenschenimage des Schauspielers hier auch nicht ganz mit dem hartgesottenen Ernst, den er ebenfalls ausstrahlen soll und der beim Anblick der amerikanischen Kinder zu denken scheint: Ihr seid zu laut und zu frech und ihr haltet mich von wichtigeren Dingen ab. Auch sind nicht alle Slapstickeinlagen lustig, vor allem die russischen Agenten müssen auf Niveau verzichten.
| FAZIT
Jackie Chan tut sich schwer als kinderhütender Spion und die Komödie schöpft ihr Potenzial zwischen Familienfilm und Action nicht optimal aus.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung