Montag | 28. Mai 2012 | 17:05 Uhr
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  • FILM REVIEW | 2046
  • 2046

    Science Fiction, Drama, Liebesfilm | China / Deutschland / Frankreich / Hongkong 2004
  • | INHALTSANGABE

  • Hongkong in den 1960er Jahren: Der Schriftsteller Chow schreibt in seinem Hotelzimmer an einem Science-Fiction-Roman. Der Roman entwickelt sich aus seinen Gedanken und Gefühlen, die um die verlorenen Lieben seines Lebens kreisen, und in der Gegenwart seines Hotelzimmers wird er selbst Objekt zweier Liebesgeschichten: Einmal erwidert er die Liebe seiner Zimmernachbarin nicht, einmal wird seine Liebe von der Tochter des Hotelbesitzers nicht erwidert. Und immer verfolgen ihn die Gedanken an die eine große, vergangene Liebe, die sich nie erfüllt hat in seinem Leben. All diese Erinnerungen und Erlebnisse fließen in seinen Roman ein, der in seltsamen, künstlich-futuristischen Bildern eine Welt der Sehnsucht und der Melancholie erschafft.
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      • | FILMKRITIK

      • 2046: Das ist das Jahr, in dem der Science-Fiction-Roman von Chow spielt. 2046: Das ist das Hotelzimmer, in dem Jing Wen wohnt, die von Chow geliebt wird, und auch Bai Ling, von der Chow geliebt wird. 2046: Das ist ein Hotelzimmer in Chows Vergangenheit, in dem er sich mit seiner großen Liebe Su, einer verheirateten Frau, getroffen hat – das aber ist die Geschichte von Wong Kar Wais letztem Film „In the Mood for Love“.
        2046 ist die Sehnsucht, die Chow treibt, es ist die Erinnerung, die ihn verfolgt. Im Jahr 2046 ändert sich nichts, und deshalb will jeder dorthin, wo die Erinnerungen leben. Doch von dort zu entkommen, das ist unmöglich.

        Chow ist ein Lebemann, der sich der Welt verschließt, der sich in sein Hotelzimmer, Nr. 2047, zurückzieht. Und dort entspinnen sich die Liebesgeschichten, mit Bai Ling, die seine emotionale Unverbindlichkeit nicht durchbrechen kann, der er für jede Liebesnacht zehn Dollar zahlt. Und die Liebe Chows zu Jing Wen, der Tochter des Hotelbesitzers, die ihrerseits in eine unglückliche Liebe zu einem Japaner verstrickt ist, die ihr Vater verhindern will. Zu ihr kann Chow nicht durchkommen, sie, das Objekt seines Sehnens, nimmt ihn nicht in ihr Sehnen auf.

        Chow hat geliebt, früher, und dann hat er sich weggeschlossen, und er hat seine Gedanken, Gefühle, Erinnerungen in einen Science-Fiction-Roman gebannt. In dem Roman liebt die Hauptfigur, die aussieht wie Chow, eine Androidin, die nicht auf ihn reagiert; so wie er nicht auf die Liebe Bai Lings anspricht, so, wie Jing Wen ihn nicht wiederliebt. Jing Wen, die inzwischen seine Assistentin ist beim Schreiben von Romanen, Porno und Kung Fu. Jing Wen, mit der und für die er „2046“ geschrieben hat. Jing Wen, die im Zimmer 2046 Japanisch übt und auf Japanisch die Fragen beantwortet, die, später im Film und in der Fiktion des Romans, Chow der geliebten Androidin stellt: Ja, einverstanden, ich komme mit.
        Wong Kar Wai erzählt seine Geschichte um Sehnsucht und Erinnerung langsam, und er packt sie voll mit kleinen Episoden, die die großen Liebesgeschichten des Films umranken. Die Erzählung ist verschachtelt, verwickelt, und die Bilder sind eng umrahmt und lassen dem Blick keine Freiheit: es ist die emotionale Klaustrophobie der Erinnerung, die Chow an der Liebe, am Glück hindert.

        2046, der Ort und die Zeit der quälenden Vergangenheit, ist auch das Jahr, bis zu dem China den freiheitlichen Status Hongkongs garantiert hat.
      • | FAZIT

      • Verschachtelte Liebesgeschichte, die – vielleicht wegen der komplizierten Erzählstruktur – nicht die ganz großen Emotionen zu erzeugen vermag.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Harald Mühlbeyer

      • | Userwertung

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