Bob Hanson und seinem schwarzen Partner Percy Walker betreiben ein einsames Diner in der staubigen Mojave-Wüste. Dort wartet das wohl habende Ehepaar Sandra und Howard Anderson mit ihrer pubertierenden Tochter Audrey ungeduldig auf die Reparatur ihres Wagens durch Bobs Sohn Jeep. Als weiterer unfreiwilliger Gast taucht der bewaffnete Schwarze Kyle auf, da er sich orientierungslos verfuhr. Schon kurze Zeit später ist es niemanden aus der zusammen gewürfelten Gruppe mehr möglich, den Zufluchtsort zu verlassen, da jede Kommunikationsmöglichkeit versagt und ein schwarzer Wirbelsturm aus Insekten über dem Horizont herein bricht. Nach einer unerklärlichen Attacke aus dem Nichts, bei der Mister Anderson schwer verletzt wird, erscheint ein blonder, schwer bewaffneter Fremder, welcher der ungläubigen Truppe enthüllt, übersinnliche Mächte hätten es auf das ungeborene Kind der hochschwangeren Kellnerin Charlie abgesehen.
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| FILMKRITIK
Wenn gewisse Erfolgsprojekte erst einmal lange genug abgehangen sind, greift das Genrekino auf der Suche nach bewähren Stoffen gerne wieder auf sie zurück. 1995 entwickelte sich der Independent-Horrorthriller „Gods Army“ über den Kampf gefallener Engel um einen neuen Himmel nicht nur zum Publikumsfavoriten des Fantasy Filmfestivals, sondern in einer unterschiedlichen Schnittfassung als „The Prophecy“ zum ordentlichen Hit an der US-Kinokasse. Dieser Achtungserfolg zog zwei weitaus schwächere Fortsetzungen nach sich. Besonders die ersten beiden Teile leben von Christopher Walkens sarkastisch-bedrohlicher Verkörperung des gefallenen Engels Gabriel. Angesichts des momentanen Booms an apokalyptischen Themen durfte eine Neuauflage wohl nicht ausbleiben, wobei jetzt Paul Bettany als schützender Erzengel Michael nach Amerika hinab steigt, um die bedrohte Menschheit gegen seinen zerstörungswütigen Gegenspieler Gabriel (dieses Mal verkörpert von Kevin Durand aus „Lost“) und seine untoten Horden zu beschützen. Wieder einmal verlor Gott jeden Glauben an die sündigen Erde und gab sie zur Zerstörung frei, wobei einzig das ungeborene Baby einer schwangeren, nikotinsüchtigen Kellnerin für Rettung sorgen kann.
Bei „Legion“ handelt es sich um das Regiedebüt von Scott Stewart, einem ehemaligen Effektspezialisten aus George Lucas Firma „Industrial Light and Magic“, der mit „The Orphanage“ später ein ähnliches Team aufbaute. Deshalb durfte man davon ausgehen, dass die Spezialeffekte vom Feinsten sind, und natürlich bleibt gegen die technische Seite des Projekts nichts einzuwenden. Dagegen hapert es umso mehr beim Storyaufbau und der Spannungsdramaturgie. Neben „Gods Army“ bediente sich Autor Peter Schink reichlich bei Elementen aus „Assault on Precinct 13“ in Form der übermächtigen, schier unbezwingbaren Attacke auf eine von der Außenwelt abgeschnittenen Station und der Endsequenz von „Terminator“, wo schon einmal ein kommender Erlöser reichlich Stoff für Fortsetzungen bot.
Dass die Figuren mehr den gängigen Genrestereotypen entsprechen, fällt nicht ins Gewicht. Ohnehin erwartet man bei einem Fantasyspektakel kein anspruchsvolles Charakterdrama. Schwerer wiegt aber, dass sich die Geschichte zwischen den einzelnen Angriffen reichlich Zeit für spirituelle Diskussionen um den Glaubensstandpunkt der Eingekesselten nimmt und der dramatische Konflikt zum Erliegen kommt. Erfreulicherweise gönnen sich die Mächte des Bösen immer wieder längere Kaffeepausen, damit im Diner erst einmal nachgeladen und nachgelabert werden kann. Zwar glücken Peter Schink mitunter schräge Sequenzen, wie eine teuflische, an den Wänden krabbelnde Granny, doch leider verrät der Trailer mangels Masse allesamt diese makaberen Gags. Von daher sollte man lieber einen Griff ins Videoregal zum ersten „Gods Army“-Teil wagen. Um unseren Sakralexperten, den Frankfurter (Ex-Filmemacher) Torsten Emrich („Das Mikado Projekt“), zu zitieren: „Engel gehören an den Weihnachtsbaum und nicht ins Kino“. Dem ist nichts hinzuzufügen.
| FAZIT
Schwerfällige Variante des unbarmherzigen Gefechts von Himmelsboten auf Erden mit seltenen originellen inhaltlichen und visuellen Einfällen.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung