FILM REVIEW | Eine zauberhafte Nanny: Knall auf Fall in ein neues Abenteuer
Eine zauberhafte Nanny: Knall auf Fall in ein neues Abenteuer
Familie,
Komödie,
Fantasy
| Großbritannien 2010
| INHALTSANGABE
Nanny McPhee kommt diesmal auf eine englische Farm. Dort bricht Mrs. Green gerade unter der Last ihrer Aufgaben zusammen: Der Mann ist im Krieg, die drei Kinder zanken sich, aus der Stadt sind zwei unausstehliche kleine Verwandte gekommen, der Schwager drängt sie zum Verkauf der Farm. Das Kindermädchen klopft mit dem magischen Stock auf den Boden, und die unartigen Kleinen stoßen sich wie von Geisterhand gelenkt die Köpfe, bis sie bereit sind, sich für ihre Rauferei zu entschuldigen.
Die hässliche Frau mit den Warzen und dem hervorstehenden Zahn verkündet, dass sie den Kindern fünf Lektionen erteilen werde. Erneut verbessert sich das Aussehen Nanny McPhees mit jedem pädagogischen Erfolg. Doch im Mittelpunkt stehen die Abenteuer, die die fünf Kinder bestehen, um die Farm zu retten. Dabei werden aus den anfangs verfeindeten Verwandten langsam Freunde.
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| FILMKRITIK
Emma Thompson hat an der seltsamen Nanny McPhee einen Narren gefressen. Ein zweites Mal spielt sie im Kino das Kindermädchen, das auf der Figur der Nanny Matilda aus den Büchern von Christianna Brand basiert. Thompson schrieb auch erneut das Drehbuch, das die Nanny hier zu einer anderen Familie auf eine Farm in den vierziger Jahren schickt. Der ferne Krieg bildet den Hintergrund für eine Familienidylle, die aus den Fugen geraten ist, für Handlungsbedarf, Einfallsreichtum in der Not und Aufbruchstimmung. Regisseurin Susanna White vereint gegensätzliche Kindercharaktere, britischen Humor, derben Slapstick und computeranimierte Tanzferkel zu einem kurzweiligen Landabenteuer.
Die fröhlich-chaotische Mutter Mrs. Green will die Farm unbedingt erhalten, die ihrem im Krieg vermissten Mann und seinem Bruder gehört. Doch dieser Bruder, Phil, hat Spielschulden und wird von zwei unerbittlichen Geldeintreiberinnen verfolgt. Deshalb lässt er die Ferkel frei, die die Greens verkaufen wollen, um den Traktor zu bezahlen. Ohne Traktor keine Ernte und dann würde Mrs. Green Phil ihre Unterschrift zum Verkauf der Farm geben müssen.
Auf der urigen Farm aber herrscht gerade Krieg, denn mitten im Dreck hinter dem Hühnerstall hat der Chauffeur einer Luxuslimousine zwei kleine Städter abgesetzt: Cousin Cyril und seine Schwester Celia sollen fortan bei den Greens wohnen, obwohl sie unpassend gekleidet sind und für die drei Landeier Norman, Megsie und Vincent nur Verachtung übrig haben. Nanny McPhees Aufgabe besteht darin, den Prozess des Zusammenraufens ein bisschen zu fördern. So kommt es, dass die fünf Kinder die Ferkel mit vereinten Kräften und dem Brautschleier von Mrs. Green einfangen. Vorher aber gönnt ihnen die Zaubernanny ein wenig CGI-Spaß und lässt die Schweinchen in blauen Fluten synchron schwimmen.
Die Farm mit den gemütlichen Wohnräumen, die sommerlichen Felder, auf denen die Greens ein Picknick machen, sind eine fantasieanregende Kulisse. Die Nanny selbst ist nicht das einzige markante Individuum in dieser ländlichen Freiheit, und so wirkt es natürlich, dass sie im Lauf der Geschichte das Ruder mehr und mehr der Familie und ihrem Umfeld überlässt. Was nicht heißt, dass sie auf magische Einsätze verzichtet, nur stellt sie sich dabei ganz in den Dienst der kindlichen Akteure. Wie einst Mary Poppins hat die altmodische, manchmal etwas langweilige Benimmtante einen Drang, gen Himmel abzuheben, was sie hier auf dem Sitz eines Motorrads auf einem Trip nach London tut.
Maggie Gyllenhaal ist als liebevoll-chaotische Mrs. Green das Herz der Geschichte. Von den Kindern ist der Stadt-Cousin Cyril der markanteste. Eigentlich ist er mit seiner Welle im Haar, seinem vornehmen Getue und seinen sarkastischen Sprüchen gar kein Kind, sondern die reine Provokation. Es macht Spaß, dem jungen Darsteller Eros Vlahos dabei zuzusehen, wie er diesem uncoolen Charakter eine sympathische Energie und Wandlungsfähigkeit einhaucht. Maggie Smith spielt die alte Ladenbesitzerin Mrs. Dougherty, bei der Mrs. Green arbeitet, als eine nette Frau, die mit ihrem Alzheimer für weitere Zwischenfälle sorgt. Und schließlich gibt es noch Mr. Edelweiß, den schwarzen Vogel, der trotz Nanny McPhees Beschimpfungen gerne zur Stelle ist, um zu helfen.
| FAZIT
Nanny McPhee, der Schrecken ungezogener Kinder, erlebt diesmal auf einer englischen Farm lustige Abenteuer mit Ferkeln und Motorrad.
| BEWERTUNG
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