Montag | 28. Mai 2012 | 09:03 Uhr
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    • | KURZINHALT

    • Gemeinsam gehen Alexander und Aleksandra auf den Friedhof. Er erzählt von seiner Kindheit in Danzig. Auch die Polin wurde vertrieben. Sie stammt ursprünglich aus dem litauischen Wilna und musste vor den Russen fliehen. Bei dem gemeinsamen Abendessen ist die Sympathie der beiden Verwitweten füreinander unübersichtlich. Zusammen entwickeln sie eine Idee: Was wäre, wenn sie eine Stiftung gründen würden, die Vertriebenen eine Bestattung in ihrer Heimat ermöglicht? Ein Versöhnungsfriedhof für Deutsche in Danzig und Polen in Wilna. Am nächsten Tag machen sie sich auf die Suche nach einem geeigneten Gelände für ihren Versöhnungsfriedhof.

      Wenige Monate später ist aus der Idee Wirklichkeit und aus Alexander und Aleksandra ein Paar geworden. Beide waren nicht untätig. Alexander hat von den deutschen Vertriebenen eine Finanzierung erhalten, gemeinsam haben sie eine Stiftung mit polnischen und deutschen Gesellschaftern gegründet. Auch die Marktfrau Erna sitzt im Vorstand. Als der Versöhnungsfriedhof in Danzig mit der ersten Beisetzung eröffnet wird, haben Aleksandra und Alexander Tränen der Rührung in den Augen. Einen Wermutstropfen gibt es trotzdem: Bei den Russen in Wilna fand die Idee noch keinen Anklang.
      Es dauert jedoch nicht lange, da gibt es den ersten Streit unter den Stiftungsmitgliedern.

      Alte Gräben brechen wieder auf, der Versöhnungsfriedhof wird mehr und mehr kommerziell vermarktet, während Aleksandras und Alexanders Herzensanliegen der Völkerversöhnung in der Hintergrund gedrängt wird. Aus der gemeinnützigen Stiftung ist ein florierendes Unternehmen geworden ist: Immer mehr Leichen kommen aus Deutschland in Danzig an, Umbettungen längst Verstorbener finden statt. Der Kapitalismus siegt über die ideellen Absichten. Erna Brakup gibt enttäuscht den Vorsitz ab. Und auch Alexander und Aleksandra erklären wenig später ihren Rückzug aus dem Projekt, denn von ihrem Grundgedanken der Versöhnung ist nicht mehr viel übrig geblieben.

      Wenigstens haben sie dadurch ihre persönliche Freiheit wieder gewonnen. Sie heiraten. Die Hochzeitsreise führt das glückliche Paar nach Italien. Schöner kann es gar nicht werden. Bei einem Unfall kommen beide ums Leben und werden fernab ihrer Heimat auf einem idyllischen kleinen Friedhof begraben.
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    • Wertung: stern stern stern stern stern

      | FILMKRITIK

    • Vom Regisseur selbst als „unkende Liebestragikomödie“ bezeichnet, hat sich „Unkenrufe“ eines aktuellen und brisanten Themas angenommen. Deutsch-polnische und polnisch-deutsche Aussöhnung nach Krieg und Vertreibungen. Ein Heilungsprozess, der noch lange nicht abgeschlossen ist. So ernst das klingt, verhindert der sanfte und ironische, zuweilen schwarze Humor des Films, dass es wirklich wehtut, wenn der Finger in der alten Wunde liegt.
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    • | SZENENBILDER

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    • | CAST & CREW

    Regie:   Robert Glinski
    Buch:   Pawel Huelle  
      Klaus Richter  
      Cezary Harasimowicz  
    Musik:   Richard G. Mitchell
    Kamera:   Jacek Petrycki
    Produzent:   Regina Ziegler als Producer  
      Hartmut Köhler als Executive Producer  
      Elke Ried als Producer  
    Darsteller:   Krzysztof Globisz  
      Marek Kondrat  
      Katrin Saß  
      Grzegorz Wolf als Adolph Hitler  
      Dorothea Walda als Erna Brakup  
      Joachim Krol als Karau  
      Krystyna Janda als Aleksandra  
      Udo Samel als Vielbrand  
      Matthias Habich  
      Mareike Carriere als Johanna Dettlaff  
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