John ist Soldat der Special Forces in der US-Army. Während eines Heimaturlaubs im Frühjahr 2001 lernt er die Studentin Savannah kennen. Die beiden verlieben sich. Dank Savannah lernt John auch seinen verschlossenen Vater besser verstehen. Der Mann hat autistische Züge und nur eine Leidenschaft: das Sammeln von Münzen. Am Ende des Urlaubs verspricht John Savannah, dass er wiederkommt.
Während John militärische Einsätze in fernen Ländern absolviert, bleibt er mit Savannah brieflich in Kontakt. Kurz vor dem Ende seines Dienstes geschieht das Attentat vom 11. September und viele Soldaten verlängern daraufhin ihren Armeevertrag aus eigenem Antrieb. Auch John fühlt sich dazu verpflichtet, doch er bekommt ein Wochenende Bedenkzeit daheim in Charleston. Savannah ist entsetzt, dass John noch länger beim Militär bleibt, doch sie respektiert seinen Entschluss. Nach dem romantischen Wiedersehen geht der Briefwechsel weiter. Doch dann schreibt Savannah eines Tages, sie habe einen anderen Mann gefunden.
John kommt in den Mittleren Osten, wird schwer verletzt, doch nach seiner Genesung in Deutschland will er nicht nach Hause, sondern weiter an militärischen Missionen teilnehmen. Im Jahr 2007 liegt sein Vater im Sterben und John fliegt heim. Auch mit der verheirateten Savannah gibt es ein Wiedersehen.
WERBUNG
| FILMKRITIK
Gegenüber der Romanvorlage von Nicholas Sparks wirkt der Film „Das Leuchten der Stille“ moderner und frischer. Aber Regisseur Lasse Hallström schafft es trotzdem, eine romantische Liebesgeschichte wie aus vergangenen Zeiten auf die Leinwand zu zaubern. Die beiden Hauptdarsteller Channing Tatum und Amanda Seyfried besitzen nicht nur die Fähigkeit, Emotionen glaubhaft auszudrücken, ihr Zusammenspiel wird im Laufe der Geschichte auch immer besser.
Channing Tatum mit seinem muskulösen Körper und seinem ernsten Gesichtsausdruck passt gut zu dem Soldaten John, wie ihn der Schriftsteller Sparks porträtiert. Der Schauspieler gibt ihm eine coole, lässige Note, ohne die schüchterne Zurückhaltung zu gefährden, die diesen Charakter umgibt. Als Savannah ihm ein erstes winziges Lächeln entlockt, sieht das nicht nur besonders reizend aus, sondern wirkt auch echt. Die Bereitschaft, sich verzaubern zu lassen, steht Tatums John gut. Auch wenn John bei der Armee und im Urlaub beim Wellenreiten ein Mann der Tat ist, wirkt er in seiner stillen Nachdenklichkeit sehr bedächtig und jedes freudige Gefühl, das seine Mundwinkel bewegt, kontrastiert damit umso deutlicher.
Die Savannah, die Amanda Seyfried spielt, wurde gegenüber der Romanfigur erheblich reduziert. Sie hat einen weniger komplexen Charakter, weniger Kontakte mit anderen Personen und auch nicht die Konflikte mit John, die sich im Buch während eines Besuchs in der Heimat ergeben. Seyfried wirkt anfangs vor allem hübsch, zerbrechlich, verspielt. Sie strahlt aber auch einen heimlichen Schalk aus. Die poetische Erzählweise des Films, Gesichter sprechen zu lassen, ohne dass viele Worte gewechselt werden, beschränkt Seyfrieds Schauspiel oft auf die Erschaffung eines Looks. Aber wie durch Magie wächst diese Savannah gegen Ende des Films zu einer Person heran, der die großen Gefühle glaubhaft gelingen.
Hallström und sein Drehbuchautor Jamie Linden haben auf das Religiöse und das allzu Brave des Romans verzichtet und so die Figuren von dem Ballast weltanschaulicher Botschaften befreit. Der wunderbare Richard Jenkins spielt Johns vermutlich autistischen Vater, seine linkische Zuneigung für seinen Sohn und seine stumme Anspannung in aller Unscheinbarkeit beeindruckend. Der mit Savannah befreundete Nachbar Tim, im Buch der Bruder eines autistischen Jungen, ist im Film dessen Vater. Henry Thomas spielt diesen Tim so sympathisch, wie er im Roman erscheint.
Zu einem echten Film von Lasse Hallström gehört wie zuletzt auch in dem Hunde-Drama „Hachiko“ eine Melancholie der Bilder. Von John und Savannahs Tagen am heimatlichen Meeresstrand über die grüne Idylle ihrer Pferderanch und der Stille in Johns Zuhause bei seinem Vater sehen die Aufnahmen wie weichgezeichnet aus. Die Sonne steht draußen so gut wie immer tief, um die Landschaft und die Menschen in warmes Gold zu tauchen. Hallström nutzt sogar die Stimmung, die strömender Regen erzeugen kann, für eine intensive romantische Szene. Die Zeiten des Getrenntseins und des Briefeschreibens illustriert ein von Liedern begleiteter Reigen stummer Aufnahmen. Weil es auch Bilder aus Johns Militäreinsätzen gibt und die Dramatik darin forciert werden soll, trägt er anders als im Buch auch Schussverletzungen davon. Und das Ende ist ebenfalls ein wenig anders.
| FAZIT
Lasse Hallström verfilmt den Liebesroman von Nicholas Sparks mit großer Poesie und einem Darstellerpaar, das gleichzeitig modern wirkt und zärtlich spielt.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung