1837 steht Thronfolgerin Victoria noch stark unter dem Einfluss ihrer dominanten Mutter, der Herzogin von Kent, und deren Berater Sir John Conroy. Auf Wunsch der Mutter macht ihr der Neffe des belgischen Königs Leopold die Aufwartung, ihr Cousin Prinz Albert von Sachsen-Coburg. Trotz anfänglichem Misstrauen steigt allmählich die gegenseitige Sympathie füreinander. Nach König Williams Tod übernimmt Victoria die Regierungsgeschäfte und nabelt sich zunächst vom Einfluss ihrer Mutter ab. Jedoch werden nicht alle ihre Entscheidungen vom englischen Volke positiv aufgenommen. Ebenso steht die Beziehung der jungen Regentin zu Prinz Albert, die in einer Ehe mündet, anfänglich auf brüchigem Boden.
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| FILMKRITIK
Produziert von Martin Scorsese und Herzogin Sarah ‚Fergie’ Ferguson entpuppen sich die Jugendjahre der Thronfolgerin Alexandrina Victoria von Kent im 19. Jahrhundert als steter Kampf um Emanzipation und Anerkennung. Bei der arrangierten Vermählung mit ihrem Cousin Prinz Albert von Sachsen-Coburg müssen beide Parteien erst einmal die Furcht vor Fremdbestimmung und ihr gegenseitiges Misstrauen überwinden. Die Produzenten intendierten, die britische Regentin, Begründerin des viktorianischen Zeitalters, einmal anders zu präsentieren, eben als lebensfreudige, romantische junge Frau, die ihren eigenen Weg in die Politik und Liebe finden muss, was nicht immer einfach ist. Obwohl sie sich relativ schnell von den Ansprüchen ihrer Mutter frei zu machen versteht, kommt die englische Herrscherin häufiger in Konflikt mit den Vorstellungen ihres Beraters Lord Melbourne, des zeitweiligen Premierministers Sir Peel sowie ihres Mannes Prinz Albert, der bei den Regierungsgeschäften ebenfalls nicht abseits stehen möchte.
Stärker als auf die Hintergrundzeichnung der Machtmechanismen und dem Verlagen nach Autonomie konzentriert sich Regisseur Jean-Marc Vallée auf die zunächst nicht unproblematische Liebesgeschichte zwischen den beiden Würdenträgern, die mit den Erwartungen des Umfeldes an eine arrangierte Heirat zu kämpfen haben. Dank einer Star bestückten Besetzung bis in die Nebenrollen mit britischen Charakterdarstellern wie Jim Broadbent als König Leopold, Paul Bettany als Lord Melbourne oder Miranda Richardson als Herzogin von Kent und stilvoller, Oscar prämierter Kostümausstattung entsteht zwar ein punkvolles, authentisches Kostümstück. Aber dem kanadischen Filmemacher gelingt es kaum, dem Projekt seinen eigenen Stempel aufzudrücken. Dem Vernehmen nach soll Vallée von den Produzenten aufgrund seines vitalen Zeitporträts „C.R.A.Z.Y.“ ausgewählt worden sein, da man sich eine frische Annäherung an den Stoff wünschte, doch gerade dies gelingt dem gefeierten Regisseur nicht. Dem Anspruch nach Prunk, Glanz und Gloria genügt sein dritter Kinofilm, aber darüber hinaus kann er keine Spitzen setzen.
Übrigens wählt das Kostümstück zwar streckenweise Deutschland als Schauplatz, und es wurde mit hiesigen Darstellern besetzt (Jeanette Hain als königliche Beraterin, Thomas Kretschmann als belgischer König), doch im Original wird nicht allzu viel deutsch gesprochen, was Hauptdarsteller Rupert Friend auch gar nicht beherrscht. Bei uns spielt dies jedoch keine Rolle, da „Young Victoria“ ohnehin nur synchronisiert läuft.
| FAZIT
Konventionelles historisches Liebesdrama mit einer überzeugenden Emily Blunt, das aber kaum übers Vertraute hinaus reicht.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung