Montag | 28. Mai 2012 | 19:21 Uhr
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  • FILM REVIEW | Amelia
  • Amelia

    Drama, Biografie | USA 2009
  • | INHALTSANGABE

  • Im Jahr 1928 überfliegt zum ersten Mal eine Frau den Atlantik, wenn auch nur als Passagierin: Es ist die 30-jährige Amelia Earhart aus Kansas. Die Pilotin wird vier Jahre später auch als erste Frau allein den Atlantik überfliegen. Ihr Mann, der Verleger George Putnam, spannt sie in zahlreiche Werbekampagnen und PR-Aktionen ein, mit denen ihre Flüge finanziert werden. Die freiheitsliebende Amelia Earhart, die für die Rechte der Frauen eintritt und zu einer amerikanischen Ikone wird, hat auch eine Beziehung mit dem Piloten Gene Vidal, dem Vater des späteren Schriftstellers Gore Vidal.

    Nachdem sie einige weitere Flugrekorde aufgestellt hat, startet Amelia Earhart am 1. Juni 1937 zum Flug rund um die Welt entlang des Äquators, begleitet von dem Navigator Fred Noonan. Am 2. Juli gibt es die letzten Funksprüche aus dem Flugzeug in der Nähe der pazifischen Insel Howland, bevor es spurlos verschwindet.
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      • | FILMKRITIK

      • Regisseurin Mira Nair hat sich an ein Biopic über die amerikanische Ikone Amelia Earhart gewagt. Die Flugpionierin, eine für ihre Zeit ungewöhnlich emanzipierte Frau mit kurzen Haaren und oft in männlich-sportlicher Kleidung, erscheint in diesem Film als originell aufgrund individueller Eigenschaften. Hilary Swank spielt die Frau mit dem liebevollen, strahlenden Lächeln als ätherisches Wesen, das mehr dem Himmel als der Erde gehört. Amelia war nicht nur von der Leidenschaft für Rekorde ergriffen, sondern, wie ihre Off-Kommentare in poetischer Sprache bezeugen, auch für die Natur und vor allem für die grenzenlose Freiheit in der Luft.

        Der Film, dessen Drehbuch auf zwei Biografien über Amelia Earhart basiert, setzt 1928 ein, als die Frau aus Kansas 30 Jahre alt ist und dem Verleger George Putnam die Frage beantwortet, warum Frauen überhaupt fliegen wollen. „Warum reiten Männer auf Pferden?“, lautet ihre Gegenfrage. Dass Putnam, der den Reisebericht von Atlantik-Überflieger Charles Lindbergh veröffentlicht hatte, sie für den geplanten ersten Atlantikflug einer Frau nur als Passagierin mit einem männlichen Piloten in Erwägung zieht, enttäuscht Amelia sichtlich. Dennoch ist sie klug genug, die Gelegenheit beim Schopf zu packen und mit dem geglückten Flug ihre Pilotinnenkarriere kräftig voranzutreiben.

        „Amelia“ ist vor allem ein Abenteuerfilm über das Fliegen. Schon diese erste Atlantiküberquerung zeigt, wie viele Risiken, wie viel Mut für das Unbekannte mit solch einem Unterfangen verbunden waren. Die dreiköpfige Besatzung ist sich mitten in einem Gewitter hoch über dem Ozean nicht sicher, ob der Sprit bis zur irischen Küste reicht – und dann landen sie als Helden in Wales. Mira Nair inszenierte nur einen Teil der Flugszenen am Computer. Weil sie eine Lockheed L-10 Electra auftreiben konnte, also ein Flugzeug des Typs, mit dem Amelia 1937 zur geplanten Weltumrundung aufbrach, wurde auch aus dieser Maschine in der Luft gefilmt.

        Der letzte Flug Amelias, der sie unter anderem über den afrikanischen Kontinent führte, wird in kurzen Abschnitten in die restliche Handlung eingestreut. Wenn Amelia über eine rennende Herde Wild gleitet, erlebt man sinnlich, wie tief diese Flüge damals stattfinden konnten. An anderen Stellen vermittelt sich das überwältigende Gefühl von Freiheit und Erhabenheit, von dem Amelia nach ihrer Rückkehr aus den Wolken erzählte. Gäbe es im Abspann nicht die Originalaufnahmen von Amelia Earhart, die beweisen, wie gut Hilary Swanks Darstellung sie trifft, könnte man ihr liebes Lächeln im Film für unpassend halten. Die deutsche Synchronstimme verstärkt in ihrer Weichheit und Sanftheit noch den Eindruck, dass die Film-Amelia etwas weiblicher ausgefallen sein mag als die wirkliche Person.

        Richard Gere spielt ihren Promoter und Ehemann George Putnam, mit dem Amelia eine ungewöhnliche und nicht konfliktfreie Beziehung führte. Zur leicht nostalgischen Atmosphäre des Films passt nicht so ganz, dass Geres randlose Brille auch in heutiger Zeit als modern gelten könnte. Es verwundert ebenfalls, dass Amelias Emanzipiertheit niemals in Kontext mit anderen Frauen jener Zeit gesetzt wird, dass sie nicht als soziales Wesen verständlich gemacht wird. Vielleicht hat sich Mira Nair nicht so recht getraut, einer nationalen Legende zu nahe zu rücken. Die Liebesbeziehung Amelias mit Gene Vidal, den Ewan McGregor spielt, bleibt im Film äußerst vage und beiläufig. Am besten vermittelt „Amelia“, dass die Titelfigur eine Heldin der Lüfte war.
      • | FAZIT

      • Mira Nair inszeniert die Karriere der amerikanischen Flugpionierin Amelia Earhart als spannendes Abenteuer der Lüfte mit einer charmanten Hilary Swank in der Titelrolle.

      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Bianka Piringer

      • | Userwertung

      Wertung: 0.0/10 (0 votes)

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