Montag | 28. Mai 2012 | 15:16 Uhr
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  • FILM REVIEW | Survival of the Dead
  • Survival of the Dead

    Horror | USA 2010
  • | INHALTSANGABE

  • Sechs Tag nach Ausbruch einer tödlichen Seuche, die weltweit um sich griff und zahlreiche Menschen als kannibalistische Untote zurück kehren ließ, gerät eine Gruppe desertierter Soldaten auf einer Insel in den mörderischen Konflikt zweier irischer Clanführer um den Umgang mit Zombies. Mit einem erbeuteten Goldtransport im Schlepptau setzt die allmählich dezidierte Militärtruppe auf Wunsch des verbannten Dickschädels Patrick O’Flynn auf die verseuchte Insel über, da das Familienoberhaupt seinen Terrain zurück erobern will. Während O’Flynn auf die gnadenlose Vernichtung der Kreaturen setzt, versucht sein Gegenspieler Seamus Muldoon sie von ihrer Gier auf Menschenfleisch abzubringen. Zudem lässt er infizierte Familienmitglieder trotz der von ihnen ausgehenden Gefahr weiterhin in Fesseln vegetieren. Im Verlauf des Konflikts wechselt selbst O’Flynns attraktive Tochter Janet auf die Gegenseite.
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      • | FILMKRITIK

      • Inzwischen scheint Horrorpapst George A. Romero alle zwei Jahre einen neuen Zombieschocker vorzulegen, wobei das neuste Werk ähnlich mediokre ausfiel wie der Vorgänger „Diary of the Dead“. Nach Zack Snyders erfolgreichem Remake von „Dawn“ kam die Zombiewelle erneut in Gang, was es Romero ermöglichte, eine Star bestückte Rückkehr mit „Land of the Dead“ für Universal nachzulegen. Weit weniger gelungen sprang der Altmeister mit „Diary“ auf die Welle der Fake-Horrordokus auf, der gegen weitaus klaustrophobischer konzipierte Schocker wie „(Rec)“ nicht bestehen konnte. Der Prolog von „Survival“ baut eine Brücke zum Vorgänger, indem das vertraute Team der Filmstudenten auf die neuen Protagonisten trifft, eine streunende Militäreinheit.

        Erneut entwickeln sich die Konflikte nicht allein aufgrund ständig drohender Angriffe der Untoten, die manchmal eher wie Witzfiguren wirken und dadurch ihre Bedrohlichkeit einbüßen. Vielmehr schadet sich der Mensch in seiner Unfähigkeit selbst, angesichts der ernst zu nehmenden Situation aufeinander zuzugehen und Arrangements zu treffen. So kommt es innerhalb der Soldatengruppe zu steten Spannungen, und die beiden irischen Familien schrecken für die Durchsetzung ihrer Ansichten vor keiner Gewalttat zurück. Sogar in Notlagen bestimmen Egoismus, Hass, Gier und Neid das Denken der Protagonisten, weshalb Zusammenhalt und Solidarität auf der Strecke bleiben.

        Aufgrund der Aufeinandersetzunge feindlicher Clans sind Anleihen bei der Pferdeoper nicht zu übersehen, doch gleich William Wylers Westernklassiker „Weites Land“ als Inspirationsquelle zu bemühen, wie es im Programmheft der diesjährigen „Fantasy Nights“ zu lesen war, geht angesichts der B-Film-Machart zu weit. In seiner Low Budget-Produktionsweise nähert sich Romero trotz Scopeformat wieder seinen ungeschliffenen, rohen Anfängen, was der Perfektion eher abträglich erscheint. Wieder setzt er auf eher unbekannte Gesichter, wobei schon aufgrund der kanadischen Drehort verstärkt einheimische Darsteller zu Einsatz kommen wie etwa Kenneth Welsh aus Atom Egoyans „Simons Geheimnis“ oder Julian Richings, aufgrund seiner hervorstechenden Physiognomie aus unzähligen Nebenrollen in „Cube“ oder „Percy Jackson“ ein Begriff. Ähnlich durchwachsen wie die Darstellerleistungen zeigen sich die Spezialeffekte, wobei Romero erst im finalen Zombieangriff die bewährten Goreeinlagen hervor holt.

        Seinen medien-/sozialkritischen Impetus ließ der Regieveteran dieses Mal weitgehend fallen. Während die erste Hälfte zahlreiche nicht immer geglückte Splattergags bemüht, will sich im dramatischen zweiten Abschnitt der tragische Aspekt des Familienkonflikts nicht ganz einstellen. Man langweit sich dabei sicherlich nicht, doch an moderne Horrorklassiker wie „Dawn“ oder „Land of the Dead“, die sich gleichfalls als Zeitkommentar auf maßloses Konsum- und Machtstreben verstanden, kommt Romeros aktueller Schocker längst nicht heran.
      • | FAZIT

      • Unentschiedene halbgare Mischung aus makaberer Splatterkomödie und drastischer Endzeitparabel.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Gregor Ries

      • | Userwertung

      Wertung: 7.0/10 (1 vote)

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