Montag | 28. Mai 2012 | 15:22 Uhr
Sie befinden sich hier: KINO | Startseite > Reviewübersicht > Reviewdetails
  • FILM REVIEW | Schock Labyrinth
  • Schock Labyrinth

    Thriller, Horror | Japan 2009
  • | INHALTSANGABE

  • Vor langer Zeit verschwand das Mädchen Yuki während der heimlichen Tour durch ein Schreckenskabinetts, in das sie sich mit Freunden eingeschlichen hatte. Zehn Jahre später steht sie urplötzlich wieder vor der Wohnungstür einer Bekannten. Nachdem die Verschollene unvermittelt zusammen bricht, fahren sie ihre Freunde Ken, Motoki und Rin sofort ins Krankenhaus. Doch in dem völlig verlassenen Gebäude vermischen sich allmählich die Dimensionen, und die Gruppe irrt plötzlich wieder durch das unangenehm vertraute Geisterlabyrinth. Aus ihrer Ohnmacht erwacht, zieht Yuki ihre Freunde zurück in die Kindheitszeit, wo scheinbar verdrängte Ängste und Schuld zutage tritt.
    WERBUNG
      • | FILMKRITIK

      • Selbst die japanische Geisterfilmwelle versucht nun, vom 3D-Boom zu profitieren, doch da inzwischen fast jeder Blockbuster und bald jede Teeniekomödie mit digitalen Einlagen vollgepumpt wird, kann dieser Umstand nicht weiter verwundern. Wenn es allerdings noch eines Beweises bedurfte, dass sich die fernöstliche Spukserie längst totgelaufen hat, dann braucht man sich nur „Schock Labyrinth 3D“ anzusehen. Das Ende des 3D-Hypes dürfte das Werk sicher nicht bewirken, doch es bleibt offensichtlich, dass die dünne Story um die mysteriöse Rückkehr eines im Schreckenskabinett verschwunden Mädchens keine Spielfilmlänge tragen kann. Ohnehin handelt es sich bei Gruselexperte Takashi Shimizu mehr um einen Mann für das kurze Format. Seine sechs „Ju-On“-Teile (zwei japanische Kurz-, zwei Langfilme und zwei sehr freie US-Remakes) etwa verknüpfen mehrere miteinander verwobenen Handlungsstränge, und für das japanische Fernsehen drehte er einige Episoden für Gruselserien.

        Ausgangspunkt der surrealen Odyssee stellt das real existierende Geisterhaus „Senritsu Meikyû“ in einem Vergnügungspark am Fuße des Fuji-Berges dar, um das ganz im Stil der gescheiterten Disneyland-Attraktions-Reihe („Die Geistervilla“) eine Story über Schatten und Sünden der Vergangenheit gesponnen wurde. Erneut darf ein langhaariger, rächender Geist nicht fehlen, der im Konflikt um Verfehlung und Rache die Schuldigen einer verdrängten Tat durch die Gänge hetzt. Als wichtigster Schauplatz entpuppt sich dabei die Wendeltreppe des Labyrinths, auf der sich vor einem Jahrzehnt ein persönliches Drama mit letalem Ausgang abspielte. In bewährter Verschmelzung von Vergangenheit und Gegenwart, Realität und Traum besitzt Shimizus jüngster Streich nebst spärlicher Anflüge schwarzen Humors zwar durchaus seinen Reiz, doch in der Wiederholung vertrauter Stilmittel erschöpft sich dieser schneller, als man seine Popcorntüte leeren kann.

        Was die 3D-Einlagen betrifft, so gibt es in dem auf Digital-Video gedrehten Werk sicherlich einige nette Effekte zu bestaunen, wenn etwa Gegenstände (ein weißer Stoffhase) oder Körper dem Zuschauer entgegen ragen. Das kann auf Dauer aber nicht über die maue Story hinweg täuschen, die vielleicht Stoff liefern könnte für eine Folge von Shimizus TV-Geisterserien, doch auf Spielfilmlänge plattgetreten mehr Leerlauf denn Spannung erzeugt. Treppe rauf, Treppe runter, Stoffhase hin, Stoffhase her, Klappe zu, Affe tot.
      • | FAZIT

      • „Schlaflabyrinth in 3D“ wäre der passendere Titel für diesen angebrannten Gruseleintopf.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Gregor Ries

      • | Userwertung

      Wertung: 4.3/10 (3 votes)

      • | Cinefacts bei Facebook
      Facebook Logo
        • | WEITERE INFOS
            •   AKTIONEN