Robin Hood wurde schon oft im Kino gesehen, Ridley Scott erzählt in seinem Film den Anfang der Legende.
König Richard Löwenherz (Danny Huston) reist von seinen Kreuzzügen heim nach England, in seinem Gefolge befindet sich der Bogenschütze Robin Longstride (Russell Crowe). Auf dem Weg durch Frankreich kommt der König bei der Plünderung eines Schlosses um. Die Ritter des Königs sollen die Krone des Verstorbenen nach London bringen, doch sie geraten in einen Hinterhalt. Robin und seine Männer werden Zeugen des Geschehens. Im Sterben vertraut der Träger der Krone, Sir Robert Loxley (Douglas Hodge), Robin sein Schwert an. Robin verspricht es zu Loxleys Vater nach Nottingham bringen. Um nicht mit Verrätern verwechselt zu werden, geben sich die einfachen Schützen als Edelmänner aus und Robin bringt, getarnt als Sir Loxley, die Krone an Bord des königlichen Schiffes zurück nach London.
In der Londoner Festung wird Richards Bruder John (Oscar Isaac) zum neuen König ernannt. Zurück in England will Robin seine Aufgabe erfüllen und reist nach Nottingham. Dort angekommen, übergibt Robin das Schwert dem alten Sir Loxley (Max von Sydow), doch ihm bietet sich ein erschreckendes Bild. Die Bürger sind von den hohen Abgaben an die Krone gezeichnet, nicht einmal mehr Saatgut um die Felder zu bestellen ist ihnen geblieben. Indes plant König John neue Steuern. Wie eine Raubritterschar ziehen die königlichen Truppen durch das Land und fordern ihren Tribut.
Um in Nottingham wieder Stabilität einkehren zu lassen, hat der alte Sir Loxley einen Plan. Robin soll sich weiter als sein vor vielen Jahren ausgezogener und nun zurückgekehrter Sohn ausgeben, als der Mann seiner Tochter Marion (Cate Blanchett). Nur langsam arrangiert sich Marion mit dem neuen Gemahl. Robin hilft Nottingham und wendet durch den Diebstahl von Saatgut eine Hungersnot ab, doch die Lage von England verschlechtert sich. Als sich König John von seinem zwielichtigen Berater Godfrey (Mark Strong) in einen Hinterhalt locken lässt, droht eine Invasion aus Frankreich. Der Unterstützung seiner Landsleute im Kampf gegen die Franzosen kann sich der König nach den brutalen Steuereintreibungen nicht mehr sicher sein, doch Robin gelingt es, die Fürsten unter dem König zu vereinen. Seine Bedingung ist die Freiheit des Volkes.
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| FILMKRITIK
Robin Hood ist bei Russel Crowe zunächst kein Gesetzesloser oder Rebell, sondern ein desillusionierter Krieger. Sein Leben besteht nur aus Schlachten, Kämpfen und der Wartezeit dazwischen in den Feldlagern. Nach langwierigen Schlachtszenen scheint es verständlich, wenn er und seine Männer sich auf die Rückkehr nach England freuen. Doch auch hier geht das sinnlose Gemetzel weiter, stets von einem phantasielosen und generischen Soundtrack unterlegt, dessen Anwesenheit auch in den ruhigeren Szenen des Films abzulenken vermag.
In Nottingham nähern sich Robin und Marion mit biederem Charme in ihrer vorerst zwangsweisen Beziehung einander an. Mit einem Schuss Ironie lädt Marion Robin in ihr Schlafgemach – vor die Feuerstelle, zu den Hunden darf er sich legen. Doch so wie Marion seine Stärken sieht und Robin Nottingham hilft, entwickelt sich aus der opportunistischen Zweckverbindung eine Liebesgeschichte, der Film ist da sehr modern. Angesichts des drohenden Krieges bleibt für Robin und Marion aber nicht viel Zeit. Die Machenschaften des Verräters Godfrey und die Gier von König John bestimmen das Geschehen.
Bedauerlicherweise ist das Verhältnis zwischen Gut und Böse genauso differenziert dargestellt wie in einem Disneycartoon, auf eine Figurenentwicklung wird zu Gunsten der Opulenz verzichtet. Godfrey ist gerissen und böse, der König ist dumm und böse, dabei bleibt es. Fraglich ist, ob bei einem derart arroganten König die Engländer mit der französischen Invasion nicht vielleicht sogar besser beraten wären. Für einen kurzen Moment kämpft Robin Hood an der Seite von König John, nur aus dramaturgischen Gründen lässt ein Mann wie Robin sich täuschen. Auch Marion steht an der Seite von Robin ihren Mann und greift munter zu Rüstung und Waffen. Wo sie dieses Talent zum kämpfen herhat ist fraglich, zudem geschieht all dies mit bitterem Ernst und besonders Russell Crowe lässt in seine Rolle keine Selbstironie einfließen. Bei so viel Verbissenheit ist es schwer, im Film noch etwas Leidenschaft zu spüren.
Immerhin die Schlacht gegen die Franzosen hat es in sich. Mit Barken landen die Invasoren an Land und ein erbarmungsloses Gemetzel zu Land, Wasser und Luft beginnt. Aber auch hier verursacht die Filmmusik Kopfschmerzen und degradiert die blutige Schlacht zum filmischen Geplänkel. Selbst wenn die Landung an Englands Südküste wie die Landung der Alliierten in der Normandie inszeniert wird, „Robin Hood“ ist kein „Saving Private Ryan“. Auf der Suche nach Unterhaltungskino im Stile von Ridley Scotts bisherigen Kassenschlagern versucht „Robin Hood“ ein Erfolgsrezept zu kopieren das auch diesmal wieder funktionieren wird, aber Originalität vermissen lässt. Die schönen Kulissen und Landschaften können hierfür zwar entschädigen, machen aber noch keinen guten Film.
| FAZIT
Solide, aber sehr technische Unterhaltung. Crowe und Scott könnten mehr.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung