Der 17-jährige Benjamin lebt bei seiner Mutter, einer Designerin geschmackloser Schlafanzüge in Utah. Als Fan wilder Science Fiction-Geschichten verfasst er selbst reichlich absonderliche Weltraumepen. Bei einem örtlichen Schreibseminar trifft der Jugendliche auf sein Idol, den gefeierten Science Fiction-Autor Dr. Ronald Chevalier. Sofort reicht Benjamin sein neues Skript um die Abenteuer der "Hefe-Lords" ein - in der Hoffnung, den ausgeschriebenen Autorenpreis zu gewinnen. Doch der unter Ideenmangel leidende Starautor sieht in den schrägen Werk eine willkommene Chance, es unter eigenem Namen leicht verändert zu publizieren. Derweil verkauft der naive Junge das Buch an einen dilettantischen Filmemacher, der daraus einen amateurhaften Schinken bastelt. Viel zu spät bemerkt Benjamin, dass der egoistische Dr. Chevalier seine Ideen längst ausgeschlachtet hat.
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| FILMKRITIK
Durch seinen Überraschungshit „Napoleon Dynamite“ sorgte Jared Hess 2004 für Aufsehen, doch er stellt nicht der Einzige aus der Ecke unabhängiger Filmemacher dar, der in Folge Erfolg und Qualität nicht mehr wiederholen konnte. Im Vordergrund seiner Filme stehen stets merkwürdige Familien ebenso wie schräge Außenseiter, verlachte und ausgenutzte Loser, die sich allen Unkenrufen zum Trotz nicht vom eingeschlagenen Weg abbringen lassen. Ihr tragikomisches Schicksal verfolgt Hess in größtenteils statischen Einstellungen, wobei sich der Witz sowohl aus dem (unkonventionellen) Verhalten der „Nerds“ als auch der bewusst reduzierten Regiearbeit entwickelt.
Allerdings fragt man sich bei ihm häufig, ob die Gags wirklich für eine ganze Spielfilmlänge reichen. Schon der vergnügliche „Napoleon Dynamite“ basiert auf einem ausgebauten Kurzfilm, wobei das nachträglich gedrehte Finale mehr kostete als der restliche Film. Immerhin bliebt sich Hess bei den Folgeprojekten treu, doch der Wrestling-Comedy „Nacho Libre“ mit Jack Black gingen trotz vergleichbarer Pointen auf halber Strecke die Einfälle aus, und bei dem etwas geglückteren „Gentlemen Brocos“ verhält es sich ähnlich: Urkomische Sequenzen stehen zahlreiche Längen gegenüber, wobei Hess mitunter nicht auf den bewährten Fäkalhumor á la Farrelly-Brüder oder Zoten verzichten will.
Im Mittelpunkt steht der schüchterne, blauäugige Teenager Benjamin, der merkwürdige Science Fiction-Epen voller phallischer Symbole und derber Elemente verfasst. Dabei läuft Michael Angarano, der mit Sam Rockwell schon im sehenswerten Indie-Drama „Engel im Schnee“ vor der Kamera stand, mit hängenden Mundwinkeln und traurigem Gesichtszügen durch den Film. Rockwell tritt in der Parallelhandlung auf, wo Passagen aus Benjamins Werk „Hefelords: Die Bronco-Jahre“ in billigen Kulissen ganz im Stil der Parodie „Amazonen auf dem Mond“ visualisiert werden. Wenn sich der Romanprotagonist im Verlauf dieser bizarren Einlagen zunehmend in den schwulen Brutus verwandelt, werden die Veränderungen deutlich, welche das verdrehte Amateurbuch in den Händen des rücksichtslosen Starschriftstellers Dr. Ronald Chevalier durchmacht. Kurzerhand gibt dieser das Skript als eigenen Erguss aus und überschwemmt mit seinen Paperbacks die Buchhandlungen.
Neben dem mit einem wie angewachsenen, drahtlosen Telefon am Ohr auftretenden, ausgebrannte Fantasyschreiber existieren natürlich noch zahlreiche andere schräge Typen in der Kleinstadtkomödie. Die auch sonst keinen Nonsens auslassende Jennifer Cooligde verkörpert Mutter Judith, Schöpferin von teuren, unverkaufbaren Nachthemden, oder „School of Rock“-Autor Mike White den Leiter der örtlichen „Schutzengel“-Gruppe mit krassem Kraushaarschnitt und penetrantem Grinsen. Alle agieren sie wie unter Seditativum, und ähnlich gemächlich entwickelt sich die komplette Handlung. Man findet manche skurrile Ideen, mit denen Hess das Science Fiction-Fandom oder den sinnlosen Kult um extrovertierte Gestalten auf den Arm nimmt, darunter der gelungene Vorspann, in dem die Darstellernamen auf diversen Weltraumschmökern verewigt sind. Leider hält die groteske Coming-of-Age-Geschichte ihren Einfallsreichtum nicht durch. Dass die US-Kritik sich allerdings auf Jared Hess drittes Werk weitgehend einschoss, hat die originelle Komödie doch nicht verdient.
| FAZIT
Teilweise recht schräge, teils zerdehnt inszenierte Komödie um einen jungen Nachwuchsautoren und sein arrogantes Vorbild mit durchgedrehten „Film-in-Film“-Einschüben.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung