Montag | 28. Mai 2012 | 00:49 Uhr
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  • FILM REVIEW | Splice - Das Genexperiment
  • Splice - Das Genexperiment

    Thriller, Science Fiction | Frankreich / Kanada / USA 2009
  • | INHALTSANGABE

  • Im Bereich der Biogenetik kann das Chemiker-Ehepaar Elsa und Clive durch die Züchtung von Tier-Hybriden einige Erfolge aufweisen. Um ihre Finanziers zufrieden zu stellen, lassen sich die Wissenschaftler auf ein riskantes Experiment ein, der Kreuzung von Mensch und Tier. Nach der geglückten Schöpfung eines weiblichen Hybriden verstecken beide die Kreatur jedoch sowohl vor ihren Arbeitgebern als auch den weiteren Mitarbeitern, darunter Clives Bruder Gavin. Während Elsa das tierähnliche Wesen zunächst als Babyersatz ansieht, entwickelt die unberechenbare, schnell mutierende „Dren“ allmählich sexuelles Interesse an ihrem Erzieher.
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      • | FILMKRITIK

      • Wie die meisten Werke des Science Fiction-Spezialisten Vicenzo Natali ist auch sein vierter Spielfilm ein futuristisches Kammerspiel mit reduziertem Figurenarsenal in überschaubaren Schauplätzen. Sowohl sein Durchbruch „Cube“ als auch der existenzialistische „Nothing“ sowie passagenweise das wendungsreiche Spionageduell „Cypher“ drehen sich um Menschen in Extremsituationen, die, auf sich gestellt, moralische Entscheidungen auf Leben und Tod treffen müssen. So beschränkt sich „Splice“ im Wesentlichen ebenfalls auf zwei, drei wichtige Räume - das isolierte, karg eingerichtete Forschungslabor, den Gebäudekeller sowie eine abgelegene Scheune, wo die Forscherpaar ihr künstliches Wesen vor den Augen der Öffentlichkeit abzuschirmen versucht.

        Zwar erzählt Natali konventioneller als zuvor, doch seine Mischung aus „Species“ und „Frankenstein“-Motiven erweist sich als ernste Auseinandersetzung mit der Gentechnik-Thematik. Es ist kein Zufall, dass Regisseur/Autor Natali seine von Sarah Polley und Adrien Brody verkörperten Protagonisten Elsa und Clive nennt. Colin Clive trat in den ersten beiden „Frankenstein“-Filmen als Monsterbastler auf, während Elsa Lancaster durch ihren Kurzauftritt als Braut der künstlichen Kreatur Filmgeschichte schuf. Wie diese so kindliche wie gefährliche Gestalt aus Mary W. Shelleys Feder erweist sich der Hybrid mit weiblicher DNA als reichlich faszinierend und zugleich unkontrollierbar.

        Die Spannung entwickelt sich einerseits aus der Frage, ob die Entscheidungen der Gott spielenden Wissenschaftler ethisch vertretbar sind, und andererseits aus der steten Ungewissheit, wie „Dren“, der Name eine Umkehrung von „Nerd“, reagieren wird. In „Splice“ sind es stets die Frauen, welche die Initiative ergreifen. Elsa leidet an einer unglücklichen Beziehung zu ihrer Mutter, weshalb sie keine Kinder haben kann/will. Zunächst sieht sie Dren als Nachwuchsersatz an und wischt Clives Vorbehalte oder Bedenken bestimmend beiseite. Doch das putzige Babykaninchen mit den scharfen Krallen mutiert rasch zu einer exotischen Schönheit mit ungeahnten Fähigkeiten, deren sexueller Anziehungskraft Clive nicht lange widerstehen kann. Dren setzt ihren Willen nach Kräften durch. So läuft ein wissenschaftliches Forschungsprojekt in vertrauter Genremanier bald aus dem Ruder.

        Im Vergleich zum actionlastigen „Species“ interessiert sich Natali mehr für moralische Fragen, der riskanten Beziehung von Menschen zu einem Zwitterwesen sowie der Grandwanderung aus logischen und impulsiven Entschlüsse. So ernsthaft und wissenschaftlich diese Ausgangssituation verhandelt wird, so überzeugend wirkt gleichfalls Natalis Entscheidung gegen rein digitale Effekte. Im Endstadium wird das androgyne Wesen von der Schauspielerin Delphine Chaneac verkörpert, unterstützt durch künstliche Prothesen und Computereffekte. Von daher mag der jüngste, lange vorbereitete Film des Kanadiers weniger originell erscheinen als seine früheren Werke, doch innerhalb des Science Fiction-Kosmos zählt er zu den seriöseren Beispielen.
      • | FAZIT

      • Fesselndes, dicht entwickeltes SiFi-Dreiecksdrama mit wohltuend „handgemachten“ Effekten.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Gregor Ries

      • | Userwertung

      Wertung: 5.0/10 (7 votes)

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              • 1 User hat den Film gesehen
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