Wenn Elektra kämpft, dann mit Wut. Denn als Kind musste sie mit ansehen, wie die Verkörperung des Bösen ihre Mutter ermordete. Seitdem bestimmen Schmerz und Wut ihre Kampfstil. Das ist der falsche Weg, findet ihr Retter und Mentor Stick, der sie davonschickt, bevor ihre Ausbildung abgeschlossen ist. Seitdem verdingt sich Elektra als Auftragskillerin. Sie zählt zu den besten ihres Fachs und kommt zumindest finanziell sehr gut über die Runden.
Doch sie weiß selbst, dass sie im Begriff ist, einen falschen Weg einzuschlagen und als sie den Auftrag erhält, die 13jährige Abby und ihren Vater Mark zu töten, trifft sie eine Entscheidung, die ihr Leben grundlegend verändern wird. Sie ist nicht in der Lage die beiden zu töten und rettet ihnen sogar das Leben, als zwei Mitglieder des Syndikats „Die Hand“ auf der Bildfläche erscheinen – ebenfalls mit dem Ziel, Vater und Tochter umzubringen.
„Die Hand“ ist sehr mächtig und reicht weit. Ihre Mitglieder verstehen sich auf die dunkle Kampfkunst des „ninjitsu“. Sie waren es, die Elektras Mutter getötet haben und auch mit Abby und ihrem Vater scheinen sie noch eine Rechnung begleichen zu wollen. Dass Elektra sie in ihrem Plan gestört hat, gefällt ihnen ganz und gar nicht, und schon bald muss sich die Einzelkämpferin einem Gegner stellen, dem sie alleine nicht gewachsen ist. Dabei muss sie nicht nur gegen fünf Ninjas mit individuellen und tödlichen Fähigkeiten antreten, sondern sich auch den Geistern ihrer Vergangenheit stellen.
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| FILMKRITIK
Das erste Mal trat Jennifer Garner 2003 in „Daredevil“ als Elektra auf. Nun bekommt die Figur einen eigenen gleichnamigen Film. Elektra ist eine Comic-Heldin, die im Gegensatz zu vielen ihrer Kollegen über keine physischen Superkräfte verfügt. Dennoch zeichnet sie sich durch einige Besonderheiten aus. Sie kann selbstverständlich kämpfen und verfügt über eine geradezu unglaubliche Wendigkeit. Darüber hinaus hat sie von ihrem Mentor das „Kimagure“ gelernt und besitzt nun die Fähigkeit, Dinge vorherzusehen.
Einziger Makel ist ihre Unfähigkeit, beim Kämpfen ihre Wut unter Kontrolle zu behalten. Außerdem wird sie immer wieder von den Bildern ihrer Vergangenheit eingeholt, was sie in die Isolation treibt. Regisseur Rob Bowman versucht in dem Film über das reine Action-Kino hinauszugehen und auch diesen inneren Kampf der Heldin zu zeigen, was ihm allerdings nur ansatzweise gelingt.
Die Rolle einer eiskalten Killerin nimmt man der lieb schauenden Jennifer Garner nicht ab. Darin wird sie von der durchaus bemerkenswerten Kirsten Prout an die Wand gespielt. Dass sie für die Rolle der Elektra hart trainiert hat, kann man sehen, doch gelingt es ihr nicht wirklich, ihren Charakter voll zu entfalten. Unterstützt wird dieser Mangel durch die Kostüme. Was sexy wirken soll hat den schalen Beigeschmack des Billigen.
Bedauerlich ist die Darstellung des blinden Mentors durch Terence Stamp. Der spielt die Rolle ohne jede Glaubwürdigkeit – teilweise mag das allerdings auch an den stilisierten Dialogen liegen.
Ein Manko des Films ist die Tatsache, dass der Tod hier nicht endgültig sein muss. Dadurch dass der Zuschauer weiß, dass es die Möglichkeit gibt, Tote wieder auferstehen zu lassen, entstehen keine dramatischen Momente.
Auch die Geschichte kommt teilweise etwas ins Holpern und weist Lücken auf. Abbys Vater verschwindet plötzlich von der Bildfläche, um dann, wenn alles vorbei ist, aus dem Nichts wieder aufzutauchen. Dazwischen scheint er sich nicht sehr um das Schicksal seiner Tochter zu bekümmern.
Gut gelungen sind die Computeranimationen. Sie schaffen es, einen gewissen Comic-Charakter zu etablieren. Unter Umständen hätte es dem Film gut getan, sich nicht so sehr am zweidimensionalen Vorbild zu orientieren, sondern vermehrt eigene Ideen mit einzubringen. So ist „Elektra“ eher eine durchschnittliche Comic-Verfilmung, die an Konkurrenten wie etwa „Spider-Man“ nicht heranreicht.
| FAZIT
Die mittelmäßige Umsetzung eines Erfolgs-Comics. Für echte Fans aber vielleicht trotzdem sehenswert.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung