Montag | 28. Mai 2012 | 17:56 Uhr
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  • FILM REVIEW | Cyrus - Meine Freundin, ihr Sohn und ich
  • Cyrus - Meine Freundin, ihr Sohn und ich

    Komödie | USA 2010
  • | INHALTSANGABE

  • John ist seit sieben Jahren von Jamie geschieden und lebt völlig zurückgezogen. Jamie sorgt sich um ihn und drängt ihn, sie und ihren Verlobten auf eine Party zu begleiten. Dort lernt John die nette und hübsche Molly kennen. Obwohl die Chemie zwischen den beiden stimmt, lädt Molly John nie zu sich nach Hause ein. John fährt neugierig zu diesem Haus, aus dem ein junger Mann tritt, Cyrus. Der 21-Jährige ist Mollys Sohn, der bei ihr wohnt. Er heißt John als neuen Freund der Mutter willkommen, doch dieser merkt schnell, dass Cyrus ihn nicht mag.
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      • | FILMKRITIK

      • Die Brüder Jay und Mark Duplass haben eine Komödie geschrieben und inszeniert, die mal ernst und leise, mal grell und ungeniert ist. John C. Reilly spielt darin einen alternden Loser, der sich verliebt und wieder zurück ins Leben findet. Molly, dargestellt von Marisa Tomei, ist auch wirklich lieb, allerdings nicht nur John gegenüber. Denn sie beherbergt in ihrem Haus auch noch den korpulenten Cyrus, ihren erwachsenen Sohn, mit dem sie in inniger Verbundenheit viel Zeit verbringt. Jonah Hill stattet diesen Cyrus mit einem misstrauischen zweiten Gesicht aus, so dass man ständig befürchtet, er und John könnten auf peinliche Weise aneinandergeraten.

        John C. Reilly ist seit „Stiefbrüder“ aus dem Jahr 2008 mit dem Thema des ewigen Sohnes vertraut: Dort spielte er einen Mann, der bei seinem Vater wohnte und keine Anstalten machte, die Rolle des Kindes abzulegen. Hier darf er nun von der anderen Seite, als Eindringling und Rivale, staunen, wie schwer es ist, eine verschworene Eltern-Kind-Zweiergemeinschaft zu knacken, in der das Kind eben keines mehr ist. Es liegt an Reillys zerknautschtem Aussehen und seinen gelegentlichen Ausflügen in grobschlächtige Komödien, dass man von ihm auch hier immer die Rutschpartie in den opulenten, aber niederen Witz erwartet. Das trifft aber, trotz einiger Anflüge in die Richtung, nicht ganz zu, denn dieser Film zielt nicht auf den schlechten Geschmack ab.

        Das liegt unter anderem an Molly, einer attraktiven und klugen Frau, die sich John gegenüber völlig unkompliziert gibt. Wenn aber Cyrus in der Nähe ist, wird sie gehemmt, achtet darauf, dass die Tür zum Schlafzimmer nicht geschlossen wird, wiegt den Sprössling gar nachts in ihren Armen, weil er Angstattacken hat und dann schreit. Irgendwie schafft Marisa Tomei den Spagat, Molly dabei nicht der Lächerlichkeit preiszugeben. Im Gegenteil, sie behält auch als Mutter in den unwahrscheinlichsten Situationen etwas Sympathisches, naiv Gutmeinendes. Catherine Keener als Johns Exfrau Jamie gehört auch zur Fraktion der Darsteller, denen billiger Slapstick eher fremd ist.

        Bei Jonah Hill als Cyrus liegt die Sache schon wieder anders. Der Junge redet, als hätte er Mediationsseminare besucht, voller Verständnis und Herzenswärme, er ist ein Ausbund an Toleranz. Doch jeder Blickwechsel mit John wird ein langes, bedrohliches Kräftemessen. So wundert es nicht, dass John mit Cyrus, als seine Mutter schläft, einmal Klartext zu reden versucht und dabei gleich verstanden wird. Witzig sind in dieser Geschichte vor allem die Gespräche, in denen John und Cyrus anfangs in Gegenwart von Molly ihre Positionen ausloten und sich dabei gegenseitig schockieren. Die versöhnlichen und ruhigen Töne, die im Laufe der Handlung angeschlagen werden, lassen die erzählerische Absicht allerdings im Ungefähren hängen.
      • | FAZIT

      • Nette, etwas seltsame Beziehungskomödie über einen Mann, der seine Freundin nicht von ihrem 21-jährigen Sohn loseisen kann.

      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Bianka Piringer

      • | Userwertung

      Wertung: 5.5/10 (6 votes)

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