In Nordafrika der Siebziger verliert der kleine Bazil seinen Vater durch eine Landmine, was seine Mutter ebenfalls nicht verwindet und daraufhin stirbt. Zwanzig Jahre später wird das einstige Heimkind weiterhin nicht vom Glück verfolgt. Als Bazil nachts in einer Videothek jobbt, erwischt ihn eine verirrte Pistolenkugel, welche die Ärzte nicht mehr aus seinem Kopf entfernen können. Aus dem Koma erwacht landet der obdachlose Unglücksrabe auf der Straße, wo ihn Müllsammler Canaille aufließt und zu seinem verborgenen Domizil auf einem Schrottplatz mit weiteren schrägen Gestalten führt. Per Zufall stößt Bazil auf die beiden konkurrierenden Waffenkonzerne, die für des Vaters Tod und die Kugel in seinem Kopf verantwortlich sind. Gemeinsam mit seiner Ersatzfamilie schmiedet er einen Plan, um sich an den rücksichtslosen Kapitalisten zu rächen, die vom Leid anderer profitieren.
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| FILMKRITIK
„Sch’tis“-Star Dany Boon ergänzt dieses Mal das wunderliche Ensemble des cineastischen Tüftlers Jean-Pierre Jeunet, der eine eigenartige Wunderwelt auf einem Schrottplatz abseits der Pariser Metropole ersann, wo gesellschaftliche Außenseiter ihr geordnetes Dasein fristen. Mit dieser unkonventionellen Equipe zieht Protagonist Bazil gegen skrupellose Waffendealer (darunter André Dussollier und Nicolas Marié) in den Krieg, denen er seine Kugel im Kopf verdankt. Jeder der schrulligen Charaktere besitzt eine spezielle Fähigkeit, welche er oder sie im Kampf gegen die Waffenlobby einzubringen vermag.
Da gibt es die akrobatisch versierte Schlangenfrau Mademoiselle Kautschuk, die bald ein Auge auf Bazil wirft, Köchin Cassoulette, die bebrillte Vermessungsexpertin Calculette, das wandelnde Ersatzteillager Bricàbrac, der afrikanische Schreibmaschinenfan Remington oder Erfinder und Skulpturenbastler Petit Pierre, die zusammen eine abgedrehte Mannschaft bilden. Neben Danny Boon, der hier auch ernsthafte Töne anschlagen darf, gibt es ein Wiedersehen mit Jeunets Stammschauspielern wie Yolande Moreau oder Knautschgesicht Dominique Pinon. An ihren Charakteren und deren Macken erkennt man sofort die Handschrift des Experten für ausgefallene Fantasiewelten. Mit dem Handlungselement der Landminen fließt ein für den Filmemacher gleichfalls typischer dunkler Akzent in den heiter-poetischen Tonfall ein.
Allerdings macht es sich Jeunet bei der Figurenzeichnung (fiese Waffenhändler vs. sympathische Loser) etwas einfach. Mochten die Chefzyniker der „Titanic“ oder Autor Max Goldt damals kollektiv auf den Hit „Amélie“ einprügeln, griff bei diesem dialogreichen Paris-Märchen doch ein (Story-)Rädchen präzise ins nächste, weshalb die charmante Liebesgeschichte treffsicher funktionierte. Ebenso wirkt die Rächerstory in Jeunets düsterer Kriegsfabel „Mathilde“, die auf einem Kriminalroman basierte, weitaus stringenter, während der konstruierte „Micmacs“-Plot auf reichlich dünnem Boden steht. Doch die wunderbar poetischen Einfälle und witzigen Slapstickeinalgen, mitunter als überspitzte Kettenreaktion dargeboten, machen die Stereotypen sowie Handlungsschwächen in der Regel wieder wett, so dass man stets magische, mitunter makabere Unterhaltung erhält. Jean-Pierre Jeunets stärkster Film stellt das allerdings nicht dar.
| FAZIT
Virtuose, nicht ganz klischeefreie Gaunerkomödie voller skurriler optischer und inhaltlicher Ideen.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung