Montag | 28. Mai 2012 | 17:59 Uhr
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  • FILM REVIEW | Eclipse - Biss zum Abendrot
  • Eclipse - Biss zum Abendrot

    Fantasy, Romanze, Jugendfilm | USA 2010
  • | INHALTSANGABE

  • Bella (Kristen Stewart) und Edward (Robert Pattinson) sind wieder miteinander vereint nachdem die Cullens zurück nach Forks gezogen sind. Doch eine Enscheidung naht - Bella musste den Volturi versprechen ihrem sterblichen Leben abzuschwören und ein Teil der Vampirgemeinde zu werden. Edward wehrt sich noch immer mit Händen und Füßen gegen diesen Deal und will Bella stattdessen ehelichen, aber Bellas Entscheidung scheint festzustehen. Ja zum Vampirsein, Nein zur Ehe.

    Der High School Abschluss naht und sie will mit Edward auf die Universität nach Alaska gehen, damit ihre Verwandlung fernab von Freunden und Familien vollzogen werden kann. Während Bellas Gedanken vor allem darum kreisen, wie sie den Abschiedschmerz verkraften soll, droht die Situation in Seattle zu eskalieren. Schon seit einiger Zeit verschwinden Menschen auf mysteriöse Weise, nun werden auch immer wieder grausam entstellte Leichen gefunden. Die Cullens vermuten, dass jemand eine Vampirarmee züchtet. Allerdings wissen sie nicht wer dahinter steckt.

    Ausgerechnet in dieser brenzligen Situation droht das Liebesdreieck zwischen Bella, Edward und Jacob (Taylor Lautner) auf dem Siedepunkt angekommen zu sein. Jacob gesteht Bella seine Liebe. Mehr noch, er fordert sie dazu auf Edward für ihn zu verlassen.

    Das steht für Bella eigentlich nicht zur Diskussion, aber irgendwie kann sie dennoch nicht von ihrem besten Freund lassen. Und auch an Edward geht ihre eigentümliche Indefferenz nicht spurlos vorbei. Er drängt weiterhin auf eine Heirat, schließlich hat man das zu seinen Teenagerzeiten Anfang des letzten Jahrhunderts so gemacht. Und auf einmal landet auch noch das Thema Sex auf dem Tisch, etwas was für Edward solange Bella ein zerbrechlicher Mensch ist, gar nicht in Frage kommt. Die Gefahr sie zu verletzen wäre viel zu groß.

    Als dann auch noch Victoria (Bryce Dallas Howard) nach Forks zurückkehrt und die Cullens mit den Werwölfen an der Grenze ihrer Territorien zusammenstoßen, ist das Drama perfekt. Wie soll Bella zwischen zwei so unterschiedlichen Leben, die scheinbar das Gegenteil bedeuten und unvereinbar sind, entscheiden?
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      • | FILMKRITIK

      • Eine bittere Erkenntnis gleich vorweg: Noch nicht einmal David Slade kann aus Robert Pattinson einen Schauspieler machen.

        Dabei waren unsere Hoffnungen so hoch. David Slade, ein neuer Stern am Regiehimmel, schien wie die Topbesetzung des vakanten Regieposten beim dritten Teil der Twilight Saga. Nachdem Catherine Hardwicke uns mit ihrer eher eigenwilligen Interpretation des ersten Bandes überraschte, die oft auf dem Niveau eines Studentenfilmes verharrte, konnte Chris Weitz zumindest einen, aus filmischer Sicht, soliden Nachfolger anbieten. Doch nun - David Slade, mit einem sensiblen Gespür für intime und beklemmende Kammerspiele (Hard Candy) und in der Lage einen der erschreckensten, qualitativ anspruchvollsten und stylistisch überragenden Vampirhorrorfilme der letzten Jahre (30 Days of Night) zu kreieren. Das versprach ein großer Spaß zu werden, und selbst bekennende Twilight-Verächter waren nach dem Trailer einigermaßen baff.

        Doch alle Hoffnung umsonst. Was will man auch machen, wenn man drei überkandidelte Jungdarsteller zu versorgen hat, deren schauspielerische Qualität gerade mal von Monotonie zu Selbstverliebtheit reicht. Es ist erstaunlich, dass wieder einmal nur der Jüngste der drei, nämlich Taylor Lautner einigermaßen zu überzeugen weiß. Da man Kristen Stewart zuletzt in einigen Independent Movies betrachten durfte, weiß man nun zumindest, dass sie in jedem dieser Filme solide die exakt gleiche Rolle gespielt hat. Und das ohne ein einziges Mal ihre Zähne auseinander zu bekommen oder von ihrer monotonen Tonlage abzuweichen. Dazu darf man schon fast gratulieren, das hat vor ihr zuletzt nur Moritz Bleibtreu geschafft. Und dann der unsägliche, wenn auch zumindest unsäglich attraktive, Robert Pattinson. Müßig zu fragen, wer diesen jungen Mann eigentlich zum Schauspieler berufen hat. Fakt ist - er schafft es spielend die Qualität des Filmes um ein beträchtliches zu verringern. Bleibt nur die Frage, wer ihn eigentlich vor jeder Szene dazu zwingt in eine Zitrone zu beißen. Anders kann man sich den gequälten Gesichtausdruck nicht erklären. Es sei denn jemand hat ihm zuvor sein Oeuvre an diletantischen, ausdruckslosen Takes gezeigt. (Das riecht schon fast nach Sabotage am Twilight-Set.)

        Genug davon. Was den Film sehenswert macht, sind die genial inszenierten Verfolgungs- und Kampfszenen. Hier bietet David Slade sein ganzes Können auf, und reißt den Zuschauer schon mit den ersten stimmungsvollen Bildern in den Film hinein. Die Effekte sind noch besser als im zweiten Teil und die Wölfe sehen mittlerweile echt zum Knutschen kuschelig aus. Auch die Fans von Jasper und Rosalie kommen voll auf ihre Kosten in den beiden intensiv erzählen Rückblenden, die ein Spotlight auf das bisherige Leben der Vampire werfen. Besonders Jackson Rathbone, der demnächst in M. Night Shyamalans neuem Film The Last Airbender zu sehen wird, bekommt endlich ein wenig mehr Screentime.

        Womit wir beim zweifelsohne fragwürdigen Inhalt des Filmes angekommen sind. Edward möchte Bella also unbedingt heiraten, da er das so gewohnt ist, aus seinem früheren Leben. Sex vor der Ehe ist konsequenterweise auszuschließen und die ganze Verwandlung in einen Vampir, da dies zum mutmaßlichen Seelenverlust der Geliebten führt, ist ein ebenso kniffliges Thema. Bella lässt sich davon natürlich nicht beeindrucken, ist aber den Offerten eines heißblütigen Gestaltenwandlers in Form von Jacob, auch nicht abgeneigt.

        Hier wird das ganze Dilemma des Buches klar. Nachdem Edward als die einzig wahre Liebe von Bella eingeführt wurde, wirkt die ganze Unentschlossenheit zwischen Edward und Jacob reichlich aufgesetzt. Weder im Buch noch im Film kann man Bellas Wankelmütigkeit komplett begreifen, obwohl der Film zumindest die Interpretation anbietet, dass es sich hierbei gar nicht um die Wahl zwischen zwei Männern handelt, sondern die Wahl einer Lebensart.

        Nichtsdestotrotz sind die Szenen zwischen den verschiedenen Liebenden platt, übermäßig kitschig und kaum glaubwürdig. Ob dies nach dem literarischen Fehlpass von Stephenie Meyer überhaupt aufzufangen gewesen wäre bleibt offen. Es sind die Szenen, die schon im Buch zu überzeugen wussten, die nun auf der Leinwand etwas hermachen. Sei es der peinlich berührte Aufklärungsversuch von Charlie an seiner Tochter, oder der überraschend aufrichtige Austausch von Jacob und Edward im Zelt kurz vor der Schlacht. In letzterer Szene schläft Bella bezeichnenderweise, meist ist ihr Charakter hauptverantwortlich für den dramaturgischen Tsunami, der sich quer durch die Geschichte zieht.

        Legt man die krampfig rückständige Moral der Geschichte und die verkorksten schauspielerischen Leistungen unter „ferner liefen“ ab, kann man von einem einigermaßen unterhaltsamen Film sprechen, der zumindest die Fans der Serie mehr als zufrieden stellen wird. Und David Slade? Der sollte sich wieder auf seine eigentlichen Stärken besinnen und einen großen Bogen um Hollywoods Sternchen machen. Hier hat er sein Talent zweifelsohne verschwendet.
      • | FAZIT

      • Spannende und stimmungsvolle Kampfszenen, kitschige Romantik und ein schwer durchschaubares Liebesdreieck - der dritte Teil der Twilight Saga hebt sich nur unmittelbar von seinen Vorgängern ab.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Laura Samide

      • | Userwertung

      Wertung: 3.0/10 (6 votes)

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