Montag | 28. Mai 2012 | 09:24 Uhr
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  • FILM REVIEW | Duell der Magier
  • Duell der Magier

    Abenteuer, Familie, Fantasy | USA 2010
  • | INHALTSANGABE

  • Balthazar Blake ist ein über 1000 Jahre alter Zauberer, der den Nachfahren Merlins sucht. Nur dieser nämlich wird die böse Magierin Morgana, die mit ihren Anhängern die Weltherrschaft erlangen will, besiegen können. Morgana ist im Inneren eines Seelengrals, einer Art russischen Holzpuppe, gefangen, und wartet darauf, dass ihr treuer Diener, der Magier Maxim Horvath, sie daraus befreit.

    Eine vom Wind fortgetragene Freundschaftserklärung, die der zehnjährige Dave seiner Mitschülerin Becky zum Ankreuzen gab, führt den Jungen in Balthazars Kuriositätenladen im New York des Jahres 2000. Dort merkt Balthazar, dass Merlins Drachenring sich wie angegossen an Daves Finger schmiegt, also ist Dave der gesuchte Nachfahre.

    Im Laden kommt es zum Kampf zwischen Balthazar und Horvath, die beide in einer antiken Urne landen, wo sie die nächsten zehn Jahre verbringen werden. Dave wirft in Panik den hölzernen Seelengral auf die Straße. Zehn Jahre später ist er Physikstudent und hat gerade seinen Schwarm Becky wiedergetroffen. Dann treten Horvath und Balthazar erneut in sein Leben, damit er sie zu dem Seelengral führt. Dave akzeptiert nach anfänglichem Widerstand seine magische Berufung und lässt sich von Balthazar für seine große Aufgabe ausbilden.
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      • | FILMKRITIK

      • Ein uralter Kampf der guten gegen die bösen Zauberer, nämlich der Merlin-Jünger gegen die Morgana-Gruppe, findet auf den Straßen des heutigen New Yorks statt. Nicolas Cage trägt als guter Zauberer Balthazar einen langen Ledermantel und Ringe an allen Fingern. Seine Mähne ist zerzaust und wie schon in den beiden Abenteuerfilmen „Das Vermächtnis der Tempelritter“ und „Das Vermächtnis des geheimen Buches“ lässt ihn Regisseur Jon Turteltaub durch reichlich Action hasten. Nur dass dieser mit urbanen Verfolgungsszenen angereicherte Film im Schlepptau von „Harry Potter“ seine Effekte enttäuschend lieblos abspult, als wären Sinn und Atmosphäre sowieso nur Firlefanz.

        Disney hatte sich einen Realfilm vorgenommen, der mit CGI-Effekten angereichert, die Geschichte vom Zauberlehrling aus Goethes gleichnamiger Ballade aufgreift. Disneys „Fantasia“ aus dem Jahr 1940 hatte die Handlung unvergesslich mit Mickey Mouse als dem Lehrling animiert, der die Besen, die er kommandiert, nicht mehr stoppen kann. In „Duell der Magier“ kommt diese Szene nun erneut vor, indem der von Jay Baruchel gespielte Dave als Zauberlehrling Balthazars sein unterirdisches Physiklabor saubermachen will, bevor Becky kommt. Die von Dave aus der Kammer dirigierten Schrubber und Wischmopps aber setzen alles unter Wasser. Damit das respektvolle Zitieren des Originals deutlicher wird, erklingt dazu die gleiche Musik aus „L’apprenti sorcier“ von Paul Dukas.

        Die Handlung aber poltert ohne viel Aufhebens um ihre Logik – warum sind die Zauberer mal in Gefäßen gefangen, warum mal höchst aktiv? – ins New Yorker Straßengetümmel. Dort erprobt der durchgehend als schmächtiger Antiheld in Kapuzenshirt und Jeans auftretende Dave seine magische Kraft im Kampf gegen einen Drachen. Aus dem flatternden Stoffungetüm, das die Chinesen zu ihrem Neujahrsfest durch Chinatown trugen, wurde ein echter Lindwurm, der Dave bedroht. Ein andermal wird eine bronzene Stierstatue aus dem Park Bowling Green lebendig, und Balthazar verwandelt gerne einen Chromadler vom Chrysler Building in ein echtes Tier.

        Es gibt auch eine Autoverfolgungsjagd, die Action durchaus inspiriert mit Magie verbindet. Ansonsten setzen die Zauberkräfte in diesem Film auf die Nähe zur Physik. Dave, Balthazar und Horvath schleudern gerne Plasmakugeln, Blitze und Feuerstrahlen. Der von Alfred Molina gespielte Horvath ist stets in elegante Mäntel gekleidet, die vor 100 Jahren modern waren und benutzt einen Gehstock zum Zaubern. Auch er hat einen Lehrling, aber er ist mit ihm gar nicht zufrieden: Der junge Illusionist Drake Stone, gespielt von Toby Kebell, sieht aus wie ein gestylter Rockstar und begreift den Unterschied zwischen Illusion und Magie einfach nicht.

        Auch wenn die Actionszenen mit ihren Effekten beeindrucken und eine Menge verwunschen aussehender Plätze in New York gefunden werden: Der gesamte Film wirkt gehetzt, man könnte auch sagen, gelangweilt von seiner Mission. Das Abenteuer- und Entdeckerflair der „Vermächtnis der Tempelritter“-Filme wird so gar nicht erreicht und die Magie bleibt ebenfalls ohne emotionale Einbettung.
      • | FAZIT

      • Lieblose, gehetzte Actiontour zweier verfeindeter Magier und ihrer Lehrlinge durch das moderne New York.

      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Bianka Piringer

      • | Userwertung

      Wertung: 7.8/10 (6 votes)

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