Luc Besson (Léon - Der Profi) lieferte das Skript, inszeniert hat Chris Nahon (Das Imperium der Wölfe). Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Kiss Of The Dragon ist ein beinharter Actioner mit schier atemberaubender Kampfchoreografie.
16.11.2009
Bewertung:
Fox Mulder| Ein überzeugender Film mit ganz eigener Atmosphäre
Die WM hat mir auch mal eine Verschnaufpause gegönnt. Diese hab ich gleich dazu genutzt, mir wieder einmal einen Film anzuschauen. Kiss of the Dragon ist wieder eine typische Luc Besson Produktion. Seinen Filmen merkt man den etwas eigenen Style immer an. Toll gefilmte Actionszenen, von denen es hier zu genüge gibt und die mit passender Musik untermalt wurden. Irgendwie scheint er auch immer eine grosse Nebendarstellerin zu brauchen in seinen Filmen. In The Fifth Element war es Milla Jovovich, dann Kate Nauta in Transporter – The Mission, in seinem neuesten Streifen Angel-A, um nicht zu vergessen Nikita und viele mehr. In Kiss of the Dragon darf Bridget Fonda diese Rolle übernehmen und überzeugt! Jet Li dagegen bleibt wortkarg wie so oft und beeindruckt dafür bei den Stunts, die aber teilweise doch etwas übertrieben geraten sind. Ein zwei Szenen fand ich auch zu aufgesetzt. Beispielsweise als er im Polizeirevier in den Trainingsraum gelangt und alle Kampfschüler scheinen zu wissen dass er ein Fiesling ist, obwohl das gar nicht möglich ist. So als hätten sie ihn erwartet. Aber eben, kämpfen kann der kleine Chinese grandios und dafür sind ja solche Szenen da. Ich staune aber immer wieder, was die Leute beim Casting doch immer wieder für Fieslinge finden. Tchéky Karyo ist der eine, aber bei seinen Bodyguards ist einer hässlicher als der andere. Hab nichts gegen diese übertriebenen Gestalten in solchen Filmen, macht ja schliesslich Spass denen zuzuschauen und bringt mich teilweise doch auch arg zum Schmunzeln. Richard, vom eben genannten Tchéky Karyo gespielt, topt vom Charakter her gesehen aber alle anderen zusammen. Ein echter Kotzbrocken; der Teufel in Person, toll gespielt von ihm! Ausserdem kriegt man doch den ein oder anderen Blutspritzer zu sehen.
Kiss of the Dragon ist ganz einfach gute Actionkost, die kein Denkvermögen voraussetzt. Dieser Film lebt von seinen harten Charakteren, vor allem bei den Bösen, von Jet Li’s Kopfnüssen und ganz einfach von der Aufmachung, die einfach 1A ist. Die Kämpfe sind einfach eine Wucht und am Ende sogar mit einem tollen Kampffinale gegen die Zwillinge. Den Film als Ganzes betrachtet bietet einem eine ganz spezielle Atmosphäre, finde ich zumindest immer bei Produktionen von Luc Besson, und hätte vielleicht auch gut daran getan, sich noch ein wenig mehr auf die Story zu konzentrieren. Aber Jet Li spielt mit, also will man Action sehen. Ist ja auch gut so!
KISS OF THE DRAGON ist einer dieser Filme, denen ich etwas zwiespältig gegenüber stehe. Das macht die Bewertung schwierig. Auf der einen Seite ist da die temporeiche und spannende Action, die einfach nur Spaß macht. Es gibt tolle Kampfszenen zu sehen und streckenweise scheint gar der legendäre Bruce Lee wiederauferstanden zu sein, so etwa bei dem Kampf in der Wäscherei.
Aber es ist nicht nur Action und Martial Arts, der Film hat auch seine stillen Momente, mit denen er punkten kann. Jet Li als geradliniger chinesischer Polizist allein in einem fremden Land kann durchaus überzeugen. Seine Verlorenheit in dieser Lage nach der Flucht aus dem Hotel wird einfühlsam dargestellt.
Überhaupt machen Jet Li und auch Bridget Fonda ihre Sache gut. Die Geschichte hat das Potenzial für einen Spitzenfilm. Wenn die Macher nur nicht an einzelnen Stellen den Bogen so sehr überspannt hätten! Und damit sind wir bei der anderen Seite der Medaille: Sowohl die Action als auch die Logik der ganzen Geschichte leiden unter gelegentlicher Übertreibung. Action um der Action willen wird man in einem solchen Film zwar grundsätzlich akzeptieren können. Es darf aber nicht völlig unglaubhaft werden. Wenn da, wo eigentlich Schluss sein sollte, nochmal die MP auf Dauerfeuer geschaltet wird oder mit dem Granatwerfer alles in Schutt und Asche gelegt wird, dann ist diese Grenze überschritten.
Offenbar ist man hier in dem Bestreben, den Helden allein in einer Welt von Feinden zu zeigen, über das Ziel hinaus geschossen. Insbesondere ist keinerlei Trennung zwischen der Polizei - sei sie auch selber in kriminelle Geschäfte verwickelt - und der organisierten Kriminalität erkennbar. So oder so sind die Gegner einfach nur maßlos bösartig. Schade, nachdem man sich bei den Guten soviel Mühe gegeben hat, werden die Bösen einfach alle über einen Kamm geschoren.
Insgesamt aufgrund der positiven Aspekte sicher überdurchschnittlich zu bewerten, wegen der erheblichen Mängel aber maximal noch 7/10 Punkten.