Flapman| Eine nicht sehr weit entfernte Zukunftsvision
Das Jahr 2027 - genau so, wie es in diesem filmischen Meisterwerk dargestellt wird, dürfte es, realistisch betrachtet, wohl leider aussehen.
Die positiven utopischen Vorstellungen, welche man noch im ausgehenden 20. Jahrhundert vom Anfang des dritten Jahrtausends hatte, können wir uns inzwischen wohl leider abschminken. Es gibt keine wunderschönen und sauberen Städte voller futuristischer Gebäude, stattdessen sieht man in fast jeder Großstadt dieser Erde überwiegend alte und verfallende Bausubstanz, umgeben von kaputten Straßen und maroden Versorgungsnetzen. Und die Menschen darin sind auch nicht etwa intelligenter, weiser, toleranter oder gar friedlicher und aus den vielen dummen und grausamen Fehlern des letzten Jahrhunderts schlauer geworden - das genaue Gegenteil ist der Fall: anstelle von Vernunft, allgemeinem Wohlstand und Weltfrieden beherrschen Gewalt, Hass, Chaos und Dummheit das alltägliche Leben. Massen an Menschen irren ziel- und hoffnungslos dicht an dicht durch die Metropolen, während ein kleiner Haufen an Reichen und Mächtigen sich räumlich abschottet und in goldenen Käfigen voller Luxus und Ignoranz lebt. Moral und Menschlichkeit verschwinden weitgehend aus den Köpfen der Massen und werden durch Egoismus und Gier ersetzt - das ist der Zustand, auf den wir jetzt schon mit schnellen Schritten zusteuern. Wenn man sich nun noch vorstellt, daß weltweit plötzlich keine Kinder mehr geboren werden und die Menschheit damit jede Hoffnung auf eine (bessere) Zukunft verliert, kann man sich eine recht nahe Zukunft kaum noch anders vorstellen als in diesem Film dargestellt: Weltweites Chaos, Bombenanschläge und Selbstjustiz durch politisch extreme Gruppierungen, in Käfige gesteckte Einwanderer und Unerwünschte, die von in die Uniformen von "Sicherheitskräften" gesteckten Schlächtern wie Tiere behandelt werden... und jeder ist sich nur noch selbst der nächste, da Gesetze und gesellschaftliche Regeln, die ein friedliches Miteinander garantieren sollen, angesichts des drohend nahen Endes der gesamten menschlichen Rasse nicht mehr befolgt werden.
Neben dem hervorragenden Production Design sorgt vor allem die unglaublich realistisch wirkende Kameraführung im Reportage-Stil für eine extrem intensive und mitreißende Atmosphäre. Unglaublich lange und absolut hochwertige Steadycam-Gänge führen den Betrachter durch komplexe und sehr aufwändige Choreografien an Handlungsabläufen wie man es zuvor nur äußerst selten gesehen hat. Die durchweg hervorragenden Schauspieler agieren in diesen spannungsgeladenen Szenerien absolut authentisch und erleben dabei so einige Überraschungen, welche dem Zuschauer schlichtweg die Kinnlade herunterklappen und den Mund offen stehen lassen. Dieser Film ist voll von beeindruckenden Bildern, die man auch nach dem Ansehen nicht mehr so schnell los wird.
"Children Of Men" ist eine äußerst realistisch wirkende Endzeitvision voll von packender Intensität, welche leider völlig zu Unrecht viel zu wenig Beachtung fand. Ich bin mir ziemlich sicher, daß dies ein Film ist, der im Laufe der nächsten Jahre noch an Bedeutung gewinnen wird, vielleicht sogar in einer ähnlichen Weise wie einst "Blade Runner", für den sich im Kino damals auch kaum jemand so richtig begeistern konnte.
wer depressionen hat,der sollte sich diesen scheiss nicht antun,denn ausser schlechter stimmung hat dieser an depressionen verursachende film nichts zu bieten.
Die Story und das Setting klingen nach einem spannenden Science Fiction-Film. Der Film selbst enttäuscht dann jedoch mit altbekannten Klisches, flachen Charakteren und der Frage, was das eigentlich alles soll.
So spielt der Film zwar in der Zukunft, es erinnert aber alles arg an Ereignisse aus der Vergangenheit. Viele Szenen könnten praktisch genauso auch in einem Drama des 2. Weltkriegs enthalten sein, auch die Rebellen wirken altbekannt. Die Charaktere wirken flach und leblos und man kann nie wirklich eine Beziehung zu Ihnen aufbauen. Und warum es in dem Film einen Hippie gibt, bleibt mir auch ein Rätsel.
Bleibt noch die Frage nach dem Sinn oder einer Moral. Wovor will der Film eigentlich warnen? Er zeigt zwar in durchaus beeindruckenden Bildern, dass die Menschen in dieser Zukunfstvision tief gesunken und scheinbar ohne Moral sind, aber Grund dafür ist die Unfruchtbarkeit der gesamten Menschheit. Da diese Situation in der Realität vermutlich nicht eintreten wird, bleibt ein tieferer Sinn aus. Auch das Ende ist genauso nichtssagend wie der ganze Film.
Was bleibt sind einige beeindrucke Actionszenen und halbwegs gute Unterhaltung. Aber das hat man auch schon alles besser gesehen ...