Aaron Green erhält als Angestellter einer Plattenfirma einen großen Auftrag: Er soll den drogenabhängigen Rockstar Aldous Snow in London abholen und ins Greek Theatre nach Los Angeles bringen, wo ein Comeback-Konzert geplant ist. Aaron ist ein begeisterter Fan von Aldous Snow, aber das Idol entpuppt sich als äußerst schwierig. Der Rockstar feiert lieber die Nächte durch, als in das gebuchte Flugzeug zu steigen, greift kurz vor dem Fernsehinterview zur Flasche und macht sogar einen Abstecher nach Las Vegas. Für Aaron wird der Roadtrip zur Höllentour.
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| FILMKRITIK
Ein braver Angestellter soll einen ausgeflippten Rockstar beaufsichtigen, damit er auf dem Weg zum Konzert nicht verloren geht. Die Männerfreundschaft, zu der es im Verlauf des Roadmovies unweigerlich kommt, ist in dieser deftigen Komödie gespickt mit Witzen, die mit Geschmacklosigkeit schockieren wollen. Die Partyhölle eines selbstzerstörerischen Rockstar-Daseins hat allerdings auch für Außenstehende den einen oder anderen Aha-Effekt, mit satirischen Einblicken hinter den schönen Schein des Showbusiness. Dafür sorgen die schamlos-offenen Sprüche und Geistesblitze in diesem Werk von Produzent Judd Apatow und Regisseur Nicholas Stoller.
Die Figur des Rockstars Aldous Snow stammt aus dem Debütfilm von Stoller, „Nie wieder Sex mit der Ex“. Dort spielte der britische Comedian Russell Brand 2008 den Charakter so, dass er versprach, auch als tragende Rolle eines Films attraktiv zu sein. Seinen androgynen Hüftschwung und das selbstverliebte Tänzeln hat Aldous Snow in der neuen Geschichte behalten, aber nun ist er nach dem Flop seines Albums „African Child“ dem Alkohol und den Drogen verfallen. Natürlich ist er interessiert an dem Comeback-Konzertangebot aus Amerika, liegt sein letzter öffentlicher Auftritt doch schon einige Jahre zurück. Russell Brand liegt die Rolle des verwöhnten großen Kindes mit der coolen Aura und dem weichen Herzen.
Jonah Hill, der in „Nie wieder Sex mit der Ex“ einen Hotelkellner und Fan von Aldous Snow spielte, ist diesmal ein anderer Charakter. Als Angestellter der Plattenfirma trägt der dicke Aaron Green meistens Sakko und Krawatte, aber er ist unrasiert, vermutlich auch weil im Laufe seines Roadtrips wenig Zeit für die Körperpflege bleibt. Aaron soll dafür sorgen, dass der Rockstar für sein Fernsehinterview in New York 30 Minuten lang nüchtern bleibt. Das geht nur, indem er sich sämtliche Stoffe, die Aldous im Taxi aus der Tasche zieht, selbst einverleibt. Bezeichnend für den Stil des Films wird das Erbrochene, das Aaron eine lange Zeit auf seinem Jackett trägt.
Solche Hämmer nimmt man vielleicht eher hin, weil die Komödie auch satirisch ein paar gute Sprüche bietet, wie den schwarzen Musiker, der sagt, er mache für die Kamera „das afrikanische Gesicht“: strahlendes Strandparty-Grinsen. Im Schlepptau des Rockstars befürchtet der schwer benebelte Aaron einmal, einen Infarkt zu bekommen. Aldous kümmert sich rührend um ihn, indem er ihm den lebensrettenden Halt für seine Hände bietet – ein Fell an der Wand. Solche Szenen haben etwas Urkomisches. Es gibt Gastauftritte von Musikgrößen wie dem Metallica-Drummer Lars Ulrich. Eine gelungene Rolle spielt Sean Combs als abgebrühter Vorgesetzter von Aaron Green.
| FAZIT
Der britische Comedian Russell Brand spielt einen ausgeflippten Rockstar in diesem amerikanischen Roadmovie der deftigen Späße.
| BEWERTUNG
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