Montag | 28. Mai 2012 | 09:52 Uhr
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  • FILM REVIEW | Black Death
  • Black Death

    Horror, Drama, Mystery | Deutschland / Großbritannien 2010
  • | INHALTSANGABE

  • Während im Jahr 1348 die Pest in Europa wütet, bleibt ein abgelegenes Dorf merkwürdigerweise von der Seuche verschont. Ein Söldnertrupp unter der Leitung des Ritters Ulric soll dem vermeintlich diabolischen Treiben dort ein Ende setzen. Um seine heimliche Geliebte wieder zu sehen, die in die Nähe floh, schließt sich Novize Osmund der Gruppe als Führer an. Ihr Marsch durch ein verwüstetet Land entwickelt sich wiederholt zur Bewährungsprobe gegen Räuber und eine fanatische Bevölkerung. Um so merkwürdiger erweist sich das ominöse Dorf als friedliche Idylle, wo auf die ungehobelten Krieger Bewirtung und verführerische Frauen warten, angeführt von der Heilerin Langiva.
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      • | FILMKRITIK

      • Trotz seines eher missglückten Debüts „Creep“ zählt der Brite Christopher Smith inzwischen zu den interessantesten Genreregisseuren, was er mit seinen Folgewerken „Serverance“, „Triangle“ und jetzt „Black Death“ belegte. Allerdings entpuppen sich alle seine Werke als reichlich uneinheitlich, wobei sich das undurchsichtige Geschehen nach viel versprechendem Einstieg bei „Creep“ eher negativ, beim komplexen „Triangle“ eher positiv entwickelt. Der recht unterhaltsame „Serverance“ zerfiel in eine Hälfte mit (schwarzem) britischen Humor und eine Hälfte blutiger Selbstjustiz-Action. „Black Death“ schlägt gleich mehrere Richtungen ein, was grundsätzlich kein Fehler ist. Doch letztlich wirkt es, als könnten sich die Macher für keinen entgültigen Tonfall entscheiden.

        Wie „Creep“ wurde „Black Death“ über die mittelalterlichen Auswirkungen der Pest auf soziales Verhalten und den Zerfall menschlicher Werte wesentlich mit deutscher Beteiligung produziert. Weitgehend entstanden die Dreharbeiten unter der Leitung der Berliner Firma Egoli Tossoll in den Wäldern von Sachsen-Anhalt. Smith wollte einen dreckigen, düsteren Film über das unwirtliche Klima des Mittelalter vorlegen, was ihm dank überzeugenden Locations und Ausstattung durchaus glückte. Angesicht der drastischen Pestepidemie flüchtete sich die Bevölkerung in Aberglauben und grassierenden Hexenwahn. Ein simpler Verdachtsmoment genügt schon, um das Leben einer unschuldigen Frau in grausamer Weise zu beenden. Anhand des Protagonisten Osmund (Eddie Redmayne) demonstriert Smith die Auswüchse religiösem Fanatismus. Wo der friedliebende Novize anfangs allein von seiner heimlichen Liebe für das Mädchen Averill (Kimberly Nixon) angetrieben wird, verliert der naive junge Mann im Angesicht erlebter Schrecken alsbald seinen Optimismus und wird zum christlich verbrämten Eiferer.

        Auch der zweite Protagonist, Ritter Ulric (Sean Bean), entpuppt sich als ambivalenter Charakter. Zwar reist der gläubige Krieger zur Verbreitung von Gottes Wort umher, doch im Notfall setzt er lieber das Schwert ein und lässt keine Gnade walten. Tim McInnery („Notting Hill“) als Bürgermeister der isolierten Ortschaft und Andy Nyman als Söldner, vertraute Gesichter des britischen Kinos, ergänzten schon in „Severance“ das überzeugende Team. Nach dem realistischen Einstieg und einem Abstecher in Richtung düsteres Abenteuerkino nimmt die atmosphärisch dichte Story bei der Ankunft in das angeblich satanische Dorf eine Wendung ins Übernatürliche. Dort, wo Heilerin Langiva (Carice van Houten) und ihre Entourage die Oberhand gewinnen, herrscht zunächst eine fast schon zu friedfertige Stimmung, so dass an dieser Oase inmitten von Hass und Tod etwas nicht stimmen kann.

        Mit Anklängen an den Klassiker „The Wicker Man“ und verbotenen heidnischen Bräuchen wechselt Christopher Smith in Richtung Mystery-Thriller, bevor der düstere Prolog wieder einen Bogen zum Aberglaubenwahn des Begins schlägt. Letztlich schwankt „Black Death“ zwischen historischer Sozialtragödie, gotischem Horror und der Anklage religiösem Fanatismus. Dank der überzeugenden Besetzung und der düster-bedrohlichen Atmosphäre vermag die streckenweise harte Saga trotz uneinheitlicher Ausrichtung durchaus Spannung aufzubauen und den Zuschauer in den Bann zu schlagen.
      • | FAZIT

      • Etwas unentschiedenes, aber fesselnd aufgebautes Mittelalter-Horrordrama mit sozialkritischen Elementen.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Gregor Ries

      • | Userwertung

      Wertung: 7.8/10 (9 votes)

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