Die Schriftstellerin Liz Gilbert ist beruflich auf Bali, wo der Medizinmann Ketut in ihrer Hand liest, sie werde wiederkommen, um mehr von ihm zu lernen. Zurück in New York, erkennt sie, dass ihre Ehe mit Stephen am Ende ist. Zwar lernt sie den jungen Schauspieler David kennen, doch auch diese Beziehung ist auf Dauer nicht glücklich. Liz beschließt, ihre Sinnkrise auf einer einjährigen Reise zu bewältigen, die sie nach Rom, Indien und schließlich zurück nach Bali führen soll.
In Rom genießt Liz das gute Essen, findet neue Freunde und nimmt einige Pfunde zu. Gestärkt bricht sie nach Indien auf, um in einem Ashram zu meditieren. Das erweist sich als schwieriger, denn erwartet. Im Ashram lernt Liz den Texaner Richard kennen, der streng über ihre Fortschritte wacht. Auf Bali bei Ketut geht es für Liz darum, das innere Gleichgewicht zwischen Meditieren und Lebenslust zu finden. Und in Gestalt des Brasilianers Felipe begegnet ihr auch die Liebe wieder.
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| FILMKRITIK
Elizabeth Gilberts Reisememoiren „Eat Pray Love“ avancierten schon kurz nach ihrem Erscheinen 2006 zum Bestseller und wurden in 40 Sprachen übersetzt. Nun folgt mit Julia Roberts in der Hauptrolle die auf weitere Superlative abzielende Kinoadaption. An Originalschauplätzen gedreht, führt der Genussfilm auf eine sinnliche Tour für Leib und Seele. Darin bietet sich die Rolle der Liz als Identifikationsfigur für Amerikanerinnen und Europäerinnen an, die in der Ferne nach neuer Inspiration für ihr Leben suchen. Mit seinen 140 Minuten ist der opulente Film aber etwas zu lang geraten und bietet außer schönen Bildern ziemlich wenig Aufregendes und Tiefschürfendes.
Liz’ Privatleben in New York mag zwar durcheinander geraten sein, doch die dortigen Szenen zu Beginn des Films zeigen keine große Not, nichts wirklich Schmerzhaftes, was erklären würde, warum Liz später auf ihrer Reise mühselige Vergangenheitsbewältigung betreibt. Die Scheidung von Stephen, die Trennung von David verlaufen unspektakulär, aber in der Seele von Liz hinterlassen diese Beziehungen dennoch Wunden und Schuldgefühle. Ärgerlich ist im Folgenden, dass Liz kulturelle Reiseziele für ihre banale Selbsterfahrung benutzt, ebenso naiv wie der Film in seinem bunten Soundtrack auch nach Liedern von Neil Young und Eddie Vedder greift, die nicht für eine solche egozentrische und oberflächliche Geschichte geschaffen wurden.
In Rom lernt Liz neue Freunde kennen, darunter den netten Italienischlehrer, der sie beim Abendessen in Restaurants unterrichtet. Ihre größte Krise besteht darin, dass sie sich größere Jeans zulegen muss. In Indien darf Julia Roberts auf einer einheimischen Hochzeit einen Sari tragen, der ihr gut steht. Warum sie jedoch unbedingt in den Ashram wollte, wenn sie eigentlich keinen Gefallen am Meditieren findet, bleibt im Unklaren. Die indische Episode ist jedoch weitgehend für Richard Jenkins reserviert, der einen verkrachten Texaner spielt. Mit ungewohnter Aggressivität rückt Jenkins seiner Filmpartnerin verbal zu Leibe, spottet über Liz’ mangelnde Selbstdisziplin, denn Meditation sei harte Arbeit.
Auf Bali geht Liz im Hause von Ketut, einem indonesischen Medizinmann, ein und aus. Regisseur Ryan Murphy zeigt sein Talent für anekdotische Momente in Gestalt von Ketuts Frau und Haushälterin, die Liz immer wieder im Vorbeigehen mit schnippisch-bissigen Bemerkungen ärgert. Javier Bardem spielt den brasilianischen Unternehmer Felipe, der in Indonesien lebt. Der Mann hat die Scheidung von seiner Frau vor vielen Jahren niemals verkraftet, und selbst der Abschied von seinem erwachsenen Sohn, der auf Besuch kam, bringt ihn zum Weinen. Bardem ist auch in dieser weichen, gefühlsbetonten Rolle ein Original. Die beste Szene mit Julia Roberts hat er in einem Streit, denn hier kommen die verschiedenen Mentalitäten optimal zur Geltung.
| FAZIT
Julia Roberts auf Genussreise in Rom und Asien: Eher langweilige Buchverfilmung mit schönen Bildern.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung