Hier versucht sich Woody Allen an einem Krimi, obwohl er in diesem Genre eigentlich nicht zu Hause ist. Aber er löst seine Aufgabe mit Bravour. Er nimmt den entscheidenden Aspekt vom Tennis: der Ball springt an der Netzkante hoch und…Um diese Idee rankt er einen genialen Krimi. Anfänglich führt er uns in die Welt der Reichen. Nur die gute Ensembleleistung (besonders die von Jonathan Rhys-Meyers und Scarlett Johannson) und die pompöse Ausstattung wecken unser Interesse und halten uns am Bildschirm. Doch dann verdichtet er die Handlung zu einem Spitzenkrimi um den perfekten Mord. Der Täter entkommt, weil ein weggeworfener Ring wie zuvor der Tennisball am Ufergeländer emporspringt und in die falschen/richtigen Hände gerät. Der Zufall spielt hier eine entscheidende Rolle, ohne den der perfekte Mord nicht möglich wäre. Die Spannung bleibt bis zum Schluss hoch, immer wieder verzögert sich die Aufklärung des Falles. Vielleicht Allens genialster und auch spannendster Film, gewürzt mit einer guten Priese Sex.
Der neue Streifen von Woody Allen ist überraschend anders als seine bisherigen Werke. In "Match Point" gibt es keine Plänkeleien über monströs aufgebauschte Nichtigkeiten, keine ins Absurde gedrechselte Intellektualität. Und auch keinen verhuschten kleinen Mann, der mit schwerer Nickelbrille und hängenden Schultern den tagtäglichen Zumutungen eines mittelständischen Lebens ausgesetzt ist. Vielmehr ist „Matchpoint“ ein vielschichtiges Drama, welches böse, grausam, kaltblütig und virtuos zugleich ist. Überraschende Storywendungen und interessante Philosophien runden eine spannende und nie langweilige Handlung ab.
Wer gekonnt inszenierte, hervorragend geschauspielerte und abwechslungsreiche Dramen mag, die auch noch mit dem entsprechenden Sex & Crime als Zutat gewürzt sind, ist bei „Matchpoint“ genau richtig. Für mich einer der, vielleicht sogar der beste Film den Woody Allen bisher gemacht hat.
Der Film war leider eher mittelmäßig. Eine Geschichte, die schon alt ist, Schuld und Sühne ist irgendwie schon sehr oft durch den Wolf gedreht wurden. Selten so. Lest mal Dostojewski. Stellenweise war er ganz gut, allerdings um im nächsten Moment wieder abzuflachen. Allein die Netz_Ball- Metapher war nett.