Ich hatte eigentlich mit einem ernsten Episodendrama der Marke Magnolia, Crash etc. gerechnet, stattdessen ist der Film IMHO eine Art Komödienthriller mit einer hanebüchen zusammenkonstruierter Story, die aber unterhaltsam kurzweilig daher kommt und durchaus Spaß macht. Sicherlich kein Meisterwerk, aber ich habe mich auch schon deutlich schlechter unterhalten.
Eleven fourteen ist schockierend, komisch und intelligent zugleich. Kommt noch dazu, dass er nicht allzu lange dauert und somit das perfekte Filmchen für den kleinen Filmhunger darstellt. Teilweise wirklich schockierende Szenen die man zu Gesicht bekommt, die aber im gleichen Atemzug oftmals amüsant erscheinen. Die Handlung läuft immer im genau gleichen Städchen ab, was dazu führt, dass man die Location mit zunehmender Zeit im Überblick hat und am Ende irgendwie auch ein wenig lieb gewonnen hat. Alles ist so wunderbar abgestimmt und die Schauspieler spielen allesamt wirklich gut. Tolle Situationen, die sich da die Macher ausgedacht haben. Dramaturgisch kann der Film L.A. Crash aber nicht das Wasser reichen. Auch thematisch ist der grosse Bruder eine Nummer ernster. Doch vermutlich war das gar nie die Absicht, einen ähnlich erfolgreichen Film zu drehen. Denn so ist 11:14 einfach ein absolut unterhaltsames Filmchen mit allerlei amüsanten Szenen und dadurch, dass knapp alle 10 Minuten die Personen gewechselt werden, die schlussendlich auch was gemeinsam haben, wird das Geschehen nie langweilig und ist immerzu interessant. Auch der Soundtrack ist einfach köstlich. Ein perfektes Beispiel um klarzustellen, was ein Soundtrack noch alles bewirken kann bei einem Film. Passt lückenlos zum Geschehen. Hilary Swank ist natürlich der grosse Star in diesem Film, was nicht heisst, dass sie die grössere Rolle bekommt als die anderen. Sie wurde also keineswegs bevorzugt oder so und alle bekommen ihre gleich grossen Auftritte die alle gleich wichtig sind und mehr oder weniger gleich gut gespielt wurden.
Das ist Greg Marcks zweiter Film. Ein Jungregisseur den man auf alle Fälle im Auge behalten sollte. Mit diesem spannenden wie humorvollen Streifen, hat er sich bei mir auf jedenfall schon mal einen Namen gemacht. Natürlich wirkt schlussendlich alles gestellt und ziemlich unglaubwürdig. Schliesslich ist es ja höchst unwahrscheinlich, dass sich so viele Personen beim Schicksal die Hand geben. Aber genau das macht ja solche Filme so unterhaltsam und interessant zu verfolgen.
Irgendwie mag ich diese Art von Filmen. Die Schicksale mehrerer Personen fügen sich am Ende zu einer großen Story zusammen. In 11:14 geschieht das nahezu perfekt. Mit größerer Laufzeit erfährt der Zuschauer immer mehr über Hintergründe und Zusammenhänge des Geschehens. Teilweise wirkt das allerdings arg konstruiert, was aber bei dieser Art des Erzählens nur natürlich ist. Die Darsteller agieren allesamt auf solidem Niveau und bereits die Eröffnungsszene suggeriert einen spannenden Film. Das ist noch interessantes Kino, das seinen Spaß durch seine Innovation erhält.
Die Handlung ist so spannend und fesselnd aufgebaut, dabei aber so durcheinander und doch so logisch, dass der Film einfach überzeugen muss. Ich freue mich schon auf die Veröffentlichung der Scheibe...
Die Idee des Episoden-Films mit mehreren verschiedenen Geschichten, die im Laufe des Films alle irgendwie zusammengeführt werden, ist sicherlich nichts neues, aber im Falle von "11:14" wurde dies einfach perfekt umgesetzt.
Über die Handlung will ich in diesem Fall gar nichts genaueres verlieren, da man leicht schon zu viel veraten könnte.
Die Haupt-Darsteller wirken alle wie auf den entsprechenden Charakter zugeschnitten. Auch wenn das Drehbuch zugegebenermaßen keine schauspielerischen Meisterleistungen verlangt, leisten alle Darsteller makellose Arbeit.
Dafür dass in den knapp 85min keine Langweile aufkommt, sorgen immer wieder die genau getimeten Umschaltungen zwischen den einzelnen Handlungen.
Den sehr gut ausgewählten Soundtrack will ich an dieser Stelle einfach nur mal erwähnt haben.
Zusammengefasst kann man "11:14" einfach nur als Gesamtkunstwerk bezeichnen. An diesem Streifen ist ausnahmslos alles perfekt. Dass "11:14" sicherlich kein Kino-Hit werden wird konnte man ja vorhersehen, aber das liegt keineswegs am Film, sonder wohl eher daran, dass das Genre des Episodenfilms einfach nicht massentauglich ist; aber die Bezeichnung "absoluter Geheimtipp" muss man sich von mir auch erst einmal verdienen. :)