Montag | 28. Mai 2012 | 10:00 Uhr
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  • FILM REVIEW | Konferenz der Tiere
  • Konferenz der Tiere

    Familie, Komödie, Animation | Deutschland 2010
  • | INHALTSANGABE

  • Im afrikanischen Okavango-Delta bleibt das Wasser aus, das wie in jedem Jahr aus den Bergen kommen soll. Elefantenkuh Angie, Erdmännchen Billy und die vielen anderen Tiere machen sich große Sorgen und am Wasserloch gibt es heftige Kämpfe zwischen Büffeln und Nashörnern. Um seinem Sohn zu beweisen, dass er nicht nur verträumt und schusselig ist, macht sich Billy eines Tages auf in das berüchtigte Tal des Todes, um das Wasser zu suchen. Der friedfertige Löwe Sokrates begleitet seinen Freund.

    Im Tal des Todes treffen weitere Tiere ein, die eine weite Reise über den Ozean hinter sich haben. Eisbärin Sushi, ein Schildkrötenpaar, ein Känguru und ein tasmanischer Teufel mit Stinktierqualitäten mussten ihre jeweilige Heimat verlassen, weil der Klimawandel und Umweltkatastrophen sie zerstörten. Auch der französische Hahn Charles, der in einem Kochtopf landen sollte, ist dabei und kommandiert die Truppe. Die Tiere entdecken die Ursache des Wassermangels: Ein gigantischer Staudamm ist gebaut worden, um ein Luxushotel mit Wasser zu versorgen. Dort treffen sich Politiker aus aller Welt gerade zur 168. Klimakonferenz.
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      • | FILMKRITIK

      • Der erste deutsche Animationsfilm in 3D nimmt sich die Novelle „Die Konferenz der Tiere“ von Erich Kästner zur Vorlage für eine unterhaltsame Geschichte, in der es um ein ernstes Thema geht: den Klimawandel und andere vom Menschen verursachte Umweltbelastungen. Mit lustigen Figuren und gelungenen Animationen führen die Regisseure Reinhard Klooss und Holger Tappe durch ein Abenteuer, in dem sehr unterschiedliche Tiere zusammenfinden, um sich gegen die verschwenderischen Menschen zur Wehr zu setzen.

        Der Held der Geschichte ist ein von allen verspottetes Erdmännchen. „Du bist nicht mehr mein Vater“, sagt sein Sohn zu Billy, nachdem dieser es wieder nicht geschafft hat, Wasser vom umkämpften Teich zu holen. Aber eigentlich ist Billy Teil eines bunten, lebhaften Ensembles, in dem es Raufbolde, weise Alte, unbeschwerte Tagträumer und eine Chefin namens Angie gibt. Letztere ist eine bedächtige, gutmütige Elefantenkuh, die sich gerne vom Hahn Charles, einem selbsternannten französischen General, beraten lässt.

        Diese Tiere sind hübsch realistisch gezeichnet, mit einigen zusätzlichen Details aus der Welt der Stofftiere und der Kinderbücher. Angie und der Anführer der Nashörner zum Beispiel haben Frisuren, der gallische Hahn strotzt vor Farbe: sein Kamm leuchtet grellrot, seine Flügelfedern glänzen dunkelgrün. Außerdem kann er singen, und auch andere Tiere sind dieser Kunst nicht abgeneigt. Dazu verleitet, wie schon aus den beiden „Madagascar“-Filmen gewohnt, anscheinend das schöne Wetter Afrikas. An „Madagascar 2“ erinnert auch der von Menschen gemachte Staudamm, der zur Wasserknappheit führt.

        Dennoch gibt es vor allem auch zahlreiche, gelungen umgesetzte Details aus der Buchvorlage von 1949. Kästners Spott über Politiker, die sich auf Hunderten von Konferenzen nicht auf gemeinsame Maßnahmen für Frieden und Fortschritt einigen können, wird treffend übertragen auf das Thema des Klimawandels. Die Ironie gilt der Doppelmoral der Menschen, die auf ihren Umweltschutzkonferenzen gedankenlos Energie verschwenden und den Luxus ihres Hotels genießen. Dass sich bei Kästner die Tiere mit den Kindern verbündeten, wird hier in Gestalt von Maya, der Tochter des Hotelbesitzers, aufgegriffen. Die Attacken der Insekten auf die Konferenzteilnehmer gibt es ebenfalls.

        Die 3D-Bilder sind sehr ansprechend, zum Beispiel wenn man aus dem Inneren der Erdmännchen-Höhle blicken darf. Die Mischung aus witzigen Dialogen, Abenteuer und tollpatschigen Nebenhandlungen etwa beim Erkunden des Luxushotels sorgt dafür, dass die ernsten Bilder der Umweltbelastung nicht zu sehr dominieren. Am Schluss erhält man den Eindruck, dass sich die aktuelle und pädagogisch wertvolle Botschaft, auf die Natur besser aufzupassen, durchaus nicht nur für informative Dokumentarfilme, sondern auch für einen Familienspaß wie diesen eignet.
      • | FAZIT

      • Inspiriert von Kästners Buchvorlage zieht ein animiertes Tierensemble in ein spaßiges Abenteuer zur Rettung der Umwelt.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Bianka Piringer

      • | Userwertung

      Wertung: 5.3/10 (33 votes)

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