Garrett, gerade von seiner Freundin verlassen, lernt abends unverhofft Erin kennen; und sie verlieben sich ineinander. Ohne den Anspruch, mit dem anderen eine Dauerbeziehung einzugehen, wohl wissend, dass ihnen nur sechs Wochen gemeinsame Zeit in New York bleibt, weil dann Erin wieder zurück nach San Francisco geht. Doch Liebe lässt sich nicht planen, die beiden sind glücklich miteinander, und sie gehen das Wagnis einer kontinentübergreifenden Fernbeziehung ein.
Von nun an sehen sie sich nur alle paar Monate, und zwischendurch herrscht Unsicherheit auf beiden Seiten. Garretts Freunde halten ihn für verrückt, Erins Schwester macht sie verrückt mit unverhohlener Feindseligkeit gegenüber Garrett. So gerne würde Erin nach New York ziehen; doch in San Francisco hat sie einen tollen Job in Aussicht… Ihre Liebesbeziehung scheint über die Distanz nicht zu funktionieren.
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| FILMKRITIK
Wie Erin und Garrett miteinander umgehen, miteinander lachen, miteinander glücklich sind, sich necken und lieben: da stimmt die Chemie zwischen den Darstellern Drew Barrymore und Justin Long völlig, sie geben sich nicht nur ihren Rollen, sondern auch sich gegenseitig hin, und die Romanze ihrer großen Liebe geht stufenlos über in Komödie. Denn der trockene, ironische, fast sarkastische Humor der beiden – er etwas stoffelig, sie recht burschikos – ergänzt sich perfekt: pubertärer Klaumauk trifft liebevolle Zärtlichkeit, drastische, fast unflätige Sprache auf eine innig-intime Frivolität, die ihre Gemeinschaftlichkeit unterstreicht. Dazu kommen witzige Nebencharaktere und schön herausgespielte komische Situationen: der Zuschauer hat hier auf jeden Fall etwas zu lachen. Das hat wenig zu tun mit der glückseligen Märchenhaftigkeit von Romantic Comedy, Zielgruppe Frau; wahrscheinlich liegt das daran, dass Regisseurin Nanette Burstein zuvor Dokumentarfilme gedreht hat. Auch in ihrem Spielfilmdebüt lässt sie ein Gespür für wahrhaftiges Miteinander auf der Leinwand zu erkennen, so dass in den ersten zwanzig Minuten wirkliche emotionale Nähe zu den Protagonisten entsteht, mit denen man lacht, mit denen man liebt.
Dass Barrymore und Long so gut miteinander können, ist kein Wunder: auch im wirklichen Leben sind die beiden miteinander liiert, nunja: mit einigen Trennungs-Unterbrechungen; und genau das sollte sie auch für den weiteren Verlauf des Films prädestinieren: in dem die beiden nach sechswöchiger stürmischer Liebe in New York getrennt sind durch einen ganzen Kontinent, weil Erin zurück nach San Francisco geht. Fernbeziehung: Das ist das Thema des Films, das sich nun herausschält, das für den dramatischen Konflikt herhalten muss, das sich als etwas schwach herausstellt. Ungewollt distanziert der Film den Zuschauer wieder, den er im eröffnenden Akt so nah an den Film, an die Figuren, an ihre Liebe herangeholt hat.
Nun kommt Burstein zunehmend mit unoriginellen Standard-Komödienkonstruktionen daher. Erins Schwester wird zur Karikatur einer genervten, überforderten Hausfrau degradiert, Garretts Freunde, die im zu Anfang so schön Contra gegeben haben, die sich so schön die Dialogbälle zugeworfen haben, werden zu bloßen Beziehungsratgebern – deren Tipps denn auch zuverlässig zu irgendwelchen Fehlschlüssen oder Peinlichkeiten führen. Da werden dann mehrfach – zu oft – dünne Wände in der WG und die damit einhergehende Beteiligung von Außenstehenden an der Privatsphäre ausgelutscht, der Versuch von Telefonsex geht in die Hose, der Besuch eines Bräunungsstudios nimmt einen erwarteten Ausgang, beim ersten Wiedersehenssex werden Erin und Garrett entwürdigend entblößt... Das führt zwar zu Lachern, die gekonnt inszeniert und bewusst eingesetzt werden; aber mit den Figuren, mit ihrer Liebe, um die es ja im Kern geht, hat das nicht mehr allzuviel zu tun. Der Witz des Films ist nun immer noch lustig; aber eindeutig platter.
Die Komik und Emotionalität des Anfangs kann der Film damit nicht aufrechterhalten, und so zerbröckelt der Spannungsbogen – nicht nur, dass die Dramaturgie nicht sonderlich überraschend wirkt, auch scheint Burstein irgendwie das Gefühl für die Figuren zu verlieren; zumindest hätte das glückliche Ende, das auf einer so einfachen Lösung basiert, auch eine halbe Stunde früher im Film kommen können, man fragt sich halt, warum die Liebenden nicht vorher darauf gekommen sind; oder sich stärker um eine solche Lösung bemüht haben.
Vielleicht liegt das Problem des Films auch in den nun mal doch nicht so globalisierten Konflikten, die uns diese Hollywood-Romantik-Komödie vorlegt. Weil in Deutschland eben anders als im Drei-Zeitzonen-Amerika eine solche Problematik schlicht geographisch unmöglich ist: Auch eine Hamburg-München-Beziehung lässt problemlos wochenendliche Treffen zu, anders als die Strecke New York – San Francisco, bei der sich Garrett und Erin nur alle paar Monate mal sehen. Immerhin, hier schlägt wieder die Dokumentarfilmerin in Burstein durch ebenso wie die Tatsache, dass sich Barrymore und Long, nun ja, intim kennen: die Sehnsucht der beiden zueinander und ihre Geilheit aufeinander: das ist denn doch wieder sehr offen, sehr authentisch dargestellt.
| FAZIT
Eine romantische Komödie, die zunächst unkonventionell daherkommt und mit drastischen Sprüchen und trockenem Witz nicht nur frauenaffin wirkt; die aber im weiteren Verlauf viel von dieser Kraft verliert.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung