FILM REVIEW | James Bond 007: Die Welt ist nicht genug
James Bond 007: Die Welt ist nicht genug
Thriller,
Action,
Abenteuer
| Großbritannien / USA 1999
| INHALTSANGABE
Für einen Sekundenbruchteil ist die Leinwand schwarz. Die wohlbekannte Musik setzt ein. Der weiße Kreis taucht auf und in ihm marschiert James Bond auf und schießt, wie immer, genau ins Publikum. Auftakt Bond Nummer 19, bestimmte Traditionen dürfen einfach nicht gebrochen werden.
Die meisten Bond-Filme beginnen nun mit einer Landschaft in der Wildnis, die man zuerst im Überblick sieht. Hier sieht man jedoch sofort eine Großaufnahme von James Bond (Pierce Brosnan), wie er, in Anzug und Krawatte, einen Wolkenkratzer betritt.
Bond sitzt in einem feinen Büro auf einem Stuhl, hat sogar eine Brille auf und wirkt richtig intellektuell. Sein Gegenüber, ein schweizer Bankier, ist zwar auch fein gekleidet, jedoch ist er das typische Klischee eines Bond-Bösewichts der als Kanonenfutter dient. Bond erzählt etwas von einem gestohlenen Bericht, dem Geld, dass Sir Robert King dafür gezahlt hat, von einem Mord an einem MI6-Agenten und er will wissen, wer der Auftraggeber war.
Der Bankier befiehlt seinen Schränken, die quer durchs Zimmer verteilt sind, Bond zu eliminieren. Fehler Nummer 1: Bond ist schneller und darauf vorbereitet, Schüsse ertönen und mehrere Männer liegen tot am Boden. Er will den Bankier gerade ausquetschen, da erwischt diesen ein Messer von hinten, ein Täter ist nicht zu sehen. Polizeisirenen sind zu hören, ein Scharfschütze zielt von Gegenüber auf die Fenster des Büros. Bond flieht auf seine typisch elegant-ideenreiche Art mit dem Geld.
Nach einem atemlosen Auftakt geht es noch atemloser weiter. Bond kehrt zurück nach England. Hier wartet bereits MI6-Chefin M (Judi Dench) zusammen mit ihrem guten Freund Sir Robert King (David Calder). Der holt sein Geld ab, will gehen und - fliegt noch im Geheimdiensthauptquartier in die Luft. Das Geld war in eine hochexplosive Flüssigkeit getunkt, eine Anstecknadel am Anzug des adeligen Multimillionärs diente als Sender für die Bombe.
Sir Robert ist tot, M ist sauer und Bond sieht sich in seiner persönlichen Ehre gekrängt. Trotz Verletzung. Denn Bond hat sich mit der Attentäterin ein Motorbootrennen über die Themse geliefert, das mit dem Selbstmord der gedungenen Killerin endete, forscht er nach. Dabei stößt er auf die Monate zurück liegende Entführung von Kings Tochter Elektra (Sophie Marceau).
Fünf Millionen Dollar verlangte der Anarchist Rennard (Robert Carlyle) damals von King, ansonsten würde das Mädchen sterben. Daraufhin wand sich Sir Robert damals an M, die beschloss jedoch nicht zu zahlen, sondern Elektra lieber als Lockvogel einzusetzen. Die Folge war, dass Elektra sich selber half, ihre Wachen erschoss und floh.
Rennard hingegen konnte von einem Agenten gestoppt werden und bekam eine Kugel in den Kopf. Rennard überlebte jedoch, die Kugel selber konnte jedoch nicht entfernt werden und nun wartet er darauf, dass er stirbt, denn die Kugel wandert durch seinen Kopf die Wirbelsäule hinunter. Retten kann ihn nichts, so wird dabei sein gesamtes Nervensystem zerstört, jedoch ist Rennard dadurch auch stärker, fühlt nichts mehr, empfindet keinen Schmerz mehr.
Bevor er stirbt will der ehemalige Killer des russischen Geheimdienstes noch die Welt ins Chaos treiben. Bond glaubt, dass der Anschlag auf Sir Robert, von Rennard ausging und sieht nun auch die schöne Elektra in der Ziellinie des rachedurstigen Irren. So wird er zu Elektras Bodyguard - und natürlich sehr schnell auch zu ihrem Liebhaber.
Auf der Suche nach der undichten Stelle, die Sir Robert den Sender für die Bombe zugesteckt haben muss, gerät Bond an Elektras Sicherheitschef und über dessen Leiche auch sehr schnell an Rennard, mit dem Bond die erste Begegnung nur knapp überlebt. Denn er hat Rennard dabei erwischt wie er eine Atombombe stehlen wollte und es nicht geschafft dies zu verhindern.
Durch Rennards Anspielungen misstrauisch geworden, traut er Elektra nicht mehr, vermutet, dass sie selbst ihren Vater getötet hat. Zusammen mit der Atomwissenschaftlerin Christmas Jones (Denise Richards) stellt er bald fest, dass Elektra wirklich ihre eigenen Pläne hat...
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| FILMKRITIK
Besonders nach dem öden "Der Morgen stirbt nie" kann man Pierce Brosnans dritten Auftritt als 007 als den wohl besten Bond-Film seit Jahren beurteilen.
Die Action knallt wunderbar rein und ist endlich mal wieder nicht so übertrieben das man sich nach der Bedeutung des Wortes "Logik" fragen muss.
Brosnan gelingt es als Bond wirklich zu überzeugen. Mit Sophie Marceau agiert eine der erotischsten Frauen der gesamten Bondriege und spielt in der Tradition von Daniela Bianchi und Barbara Bach: körperbetont und geheimnisvoll als praller Gegensatz zu Bonds Sexismus, den der gute James wieder recht stark ausleben darf (nachdem man ihn in den letzten Filmen höchstens persiflierte).
Ebenso ist der ganze Film recht traditionell gehalten. So kommt Bonds Charakter hier dem typischen Sean Connery-James doch näher als alle Roger Moore-Bonds zusammen: Bond ist hart und hat keine Angst vor dem Tod.
Im Notfall skrupellos, aber immer auf der Seite der schönen Frauen.
Und dann doch ein kleiner Gegensatz. Bond gibt sich in der Szene, in der er erstmals Christmal Jones begegnet, als russischer Wissenschaftler aus. Ein Arbeiter erzählt ihm, dass Miss Jones nicht auf Männer steht. Und tatsächlich widersteht die gute Christmas, die es nicht gerne hört, dass man mit ihrem Namen Witze macht, Bonds Charme, dem noch jede Frau verfallen ist.
So wird Christmas Jones zu einem nicht typischen Bond-Girl, jedoch wird ihre Rolle so schwach betont und gezeichnet, dass das eigentlich leider gar nicht weiter auffällt. Übrig bleibt jedenfalls ein Bond den man getrost sich endlich wieder mit offenen Augen anschauen kann.
Action und Product Placement sind dieses Mal ziemlich unaufdringlich gemacht, die Story ist zwar nicht anspruchsvoll, aber gut, die meisten Charaktere sind aussagekräftig, die Darsteller, allen voran Sophie Marceau, gut bis ausgezeichnet. Ein kleiner Leckerbissen ist der Auftritt des britischen Comedy-Stars John Cleese, der als Q’s (Desmond Llewelyn) Nachfolger R vorgestellt wird und sich verdammt tollpatschig verhält.
| FAZIT
Einer der gelungensten 007-Filme der letzten Jahre.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung