FILM REVIEW | Hot Tub - Der Whirlpool ist ´ne verdammte Zeitmaschine
Hot Tub - Der Whirlpool ist ´ne verdammte Zeitmaschine
Komödie
| USA 2010
| INHALTSANGABE
Adam, Nick und Lou sind drei Freunde, denen es im Erwachsenenleben nicht gut geht. Jacob lebt ausschließlich für Computerspiele im Keller seines Onkels Adam. Diese Vierergruppe fährt nun für einen Kurzurlaub in das Skigebiet, in dem Adam, Nick und Lou in den achtziger Jahren ihre wilde Zeit hatten. Dort setzen sie sich in einen Whirlpool und betrinken sich. Am nächsten Tag stellen sie fest, dass sich der Whirlpool in eine Zeitmaschine verwandelt und sie ins Jahr 1986 katapultiert hat.
Jacob, der damals noch gar nicht geboren war, bangt um sein Leben, denn wenn nicht alles wieder so abläuft wie vor zwanzig Jahren, könnte die Rückkehr im Whirlpool scheitern. Also muss Adam sich erneut von seiner damaligen Freundin trennen, Nick muss Sex haben, obwohl er inzwischen verheiratet ist und Lou muss die Typen aufsuchen, die ihn damals verprügelten.
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| FILMKRITIK
Wenn der Whirlpool eine Zeitmaschine wäre und einen noch einmal 20 Jahre jünger machen könnte, dann ließen sich durchzechte Nächte mit rasanten Skiabfahrten am Tag darauf kombinieren und der Blick in den Spiegel würde noch an die Zukunft glauben lassen. Doch als Adam, Nick und Lou dieses Wunder erleben, finden sie es nicht mehr so lustig. Denn in den glorreichen Achtzigern passierten ihnen auch schon unfeine Dinge und außerdem sind sie auf ihrer Zeitreise immer noch im vollen Bewusstsein ihres jetzigen Alters und wissen also, was aus ihren Träumen wurde. Auch die Komödie von Regisseur Steve Pink hat außer einem akzeptablen Anfang und einem ebensolchen Ende wenig Spaß an der Sache.
Das Thema hat Ähnlichkeit mit erfolgreichen Geschichten wie „Hangover“, in denen Durchschnittstypen für ein Wochenende ausbrechen und noch mal die Sau rauslassen, so wie in alten Zeiten oder so wie in Wirklichkeit noch nie. Hier aber funktionieren die Witze nicht, sie sind zu holzhammerhaft in eine unmotivierte Handlung gehauen, die so verwahrlost wirkt wie das Skihotel, in dem die drei Freunde und Adams 20-jähriger Neffe logieren. 1986 war es eine Top-Adresse, jetzt aber ist es eine Dauerbaustelle, auf der die Balken modern.
Bevor sie dort ankommen, haben die Vier schon ihre Lebenskrisen offenbart. Adams Freundin hat zur Trennung die Wohnung leer geräumt, Nick muss sich beruflich um Hunde mit Übergewicht und Verdauungsbeschwerden kümmern, Lou liegt wieder mal in der Klinik, weil er sich das Leben nehmen wollte, und Adams Neffe weigert sich, das Computerspiel zu unterbrechen, um in die trostlose Wirklichkeit zu treten. Als dieses Quartett sich ins Auto setzt, um in den Bergen mal auf andere Gedanken zu kommen, sieht es für die Komödie noch ganz gut aus. Allerdings gab es schon ordinäre Scherze mit Hundekot und mit Urinbeutel und es warten noch Witze wie heftiges Erbrechen vor der Kamera und sexuelle Belästigung eines Mädchens, denn Nick wird seine Frau anrufen um mit ihrer Untreue abzurechnen, obwohl sie 1986 noch ein Kind ist.
Die Hauptdarsteller John Cusack, Rob Corddry und Craig Robinson haben kaum Spaß an ihren Rollen, einzig Clark Duke als Neffe Jacob mausert sich im Laufe der Handlung zu einer aufgeweckten Figur. Ein weißhaariger Chevy Chase geistert als mystischer Handwerker durch die Geschichte, er scheint als Einziger von der Zeitreise zu wissen und auch, wie die Gruppe wieder zurückfinden kann. Auffällig sind außerdem so unterschiedliche Dinge wie der Kalte Krieg, im Jahr 1986 zumindest für die Kommunistenhasser unter den Hotelgästen noch ein großes Thema, und die für den heutigen Geschmack viel zu bunten Gewänder der Frauen.
Jacob findet heraus, wer sein Vater ist. Ansonsten können die Zeitreisenden das Schicksal doch ein wenig zu ihren Gunsten abändern. Das aber hat nur noch geringen Unterhaltungswert, weil die ganze Zeit über der Eindruck vorherrschte, die Figuren hätten sich nicht nur in die falsche Zeit, ins falsche Hotel, sondern auch mental irgendwie verirrt. Sie durften sich nicht entscheiden, in welcher Zeit sie eigentlich sein sollten, also probierten sie es mit einer kruden Mischung, und sie konnten auch mit den Gestalten aus den Achtzigern, die wie Statisten in der Geisterbahn auf- und wieder abtauchten, nicht viel anfangen.
| FAZIT
Vier Männer werden ins Jahr 1986 zurückkatapultiert, aber dort sieht diese Komödie ganz schön alt aus.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung