Mark Zuckerberg ist ein junger Student der Harvard Universität, als er im Herbst 2003 Fotos von Studentinnen für Harvard-Mitglieder im Netz zugänglich macht, um sie bewerten zu lassen. Die Server brechen unter der Last der Zugriffe zusammen und Zuckerberg muss sich vor den Unigremien als Hacker verantworten. Andere Studenten werden auf ihn aufmerksam und beauftragen ihn damit, ihre Idee eines sozialen Harvard-Netzwerks als Programmierer umzusetzen.
Zuckerberg aber startet mit seinen eigenen Kumpel, darunter dem für die Finanzierung zuständigen Mitstudenten Eduardo Saverin, eine Kontaktplattform namens „The Facebook“ für die Universität. 2004 wird die Seite als Domain registriert und von den Studenten, die darauf ihr persönliches Profil veröffentlichen und sich austauschen können, begeistert genutzt. Die andere Gruppe, die die Geschäftsidee mit einem Uni-Netzwerk hatte, glaubt sich von Zuckerberg betrogen und wird später rechtliche Schritte unternehmen.
Zuckerberg expandiert mit seinem Online-Netzwerk, bei dem der frühere Napster-Mitbegründer Sean Parker nun auch ganz oben mitmischt, rasch auf andere amerikanischen Universitäten und später auch nach Europa. Parker holt finanzkräftige Investoren an Bord und Saverin, dessen Einfluss auf das Unternehmen radikal zurückgestutzt wird, klagt ebenfalls gegen Zuckerberg. Doch auch Parker kann sich nicht lange an der Spitze des Unternehmens halten, das Zuckerberg zum jüngsten Milliardär der Geschichte machen wird.
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| FILMKRITIK
Spannend wie einen Krimi hat Regisseur David Fincher die Geschichte der Entstehung des globalen Online-Netzwerks Facebook inszeniert. Das Drehbuch von Aaron Sorkin basiert auf dem Buch „The Accidental Billionaires“ von Ben Mezrich und rekapituliert anhand der juristischen Auseinandersetzungen, denen sich der Netzwerk-Gründer Mark Zuckerberg stellen musste, wie ein paar junge Harvard-Studenten die soziale Kommunikation im Internet revolutionierten. Aus einem Netzwerk, das Anfang 2004 noch auf die Harvard-Universität beschränkt war, wurde bis heute ein Portal mit 500 Millionen Nutzern weltweit. Dieser Erfolg machte Zuckerberg zum jüngsten Milliardär der Welt, doch in diesem Film erscheint sein Aufstieg gepflastert mit Intrigen und zwischenmenschlichen Verlusten.
Die Wirklichkeit mag anders gewesen sein – in diesem Film jedenfalls hat die Gründung des sozialen Netzwerks mit einem Beziehungsproblem zu tun. Der Harvard-Anfänger Mark Zuckerberg streitet sich mit seiner Freundin Erica, die sich von ihm trennt. Der junge Mann zieht über Erica in seinem Blog her. Rache also, die ihn auch zu der Idee inspiriert, Fotos von Studentinnen für ein Ranking durch Kommilitonen online zu stellen. Jesse Eisenberg spielt diesen Computerspezialisten als einen Einzelgänger, der in Schlappen herumläuft, als einen hochbegabten, unerschrockenen Sonderling, der im Laufe des Films eiskalte Züge bekommt. Zuckerberg ist in dieser Darstellung weniger auf finanziellen Erfolg aus, als auf Prestige. Vielleicht sogar will er es hauptsächlich Erica, gespielt von Rooney Mara, zeigen und sie zurückgewinnen.
Fincher hält sich nicht lang mit Zuckerbergs Mitstreitern auf, lediglich sein Freund, Facebook-Finanzier und späterer Gegner Eduardo Saverin erhält eine wichtige Rolle. Andrew Garfield spielt den Charakter als sympathische Person auf verlorenem Posten, denn Zuckerberg betrachtet ihn nicht als gleichberechtigten Partner und später hat er auch noch den schillernden Sean Parker, Gründer der damals bereits abgeschalteten Musiktauschbörse Napster, als mächtigen Gegner. Justin Timberlake bringt als Parker, der mit seinen rauschenden Geschäftsideen Zuckerberg begeistert, Glamour und Schärfe in den Film.
Dieses ungleiche Trio expandiert mit Facebook von Uni zu Uni bis nach Europa. Es gibt rätselhafte Intrigen, der Ruf einzelner Beteiligter wird durch Indiskretionen geschädigt. Saverin steht auf einmal als Tierquäler da und weiß nicht, wer ihm das angehängt hat, später stolpert Parker über seine Ausschweifungen, die nicht länger privat bleiben. Symbolhaft stehen diese Rufschädigungen wohl für die Gefahren, die auch von Plattformen im Internet ausgehen, auf denen Menschen ihren privaten Bereich öffnen und Gerüchte verbreitet werden können.
Fincher konstruiert die Handlung wie einen Thriller. Er schneidet kurze Szenen aus juristischen Auseinandersetzungen, die gegen Zuckerberg angestrengt wurden, gegen Rückblenden, in denen das geschieht, worüber jetzt die Anwälte streiten. Wenn sich die Studenten auf Partys, in der Cafeteria treffen, erklingt eine beinahe unheimliche, kühle Filmmusik, die noch dem harmlosesten Geschehen eine dramatische Zielstrebigkeit unterlegt. Dabei rückt die Frage in den Mittelpunkt, wie dieser Mensch Zuckerberg eigentlich tickt, der wie ein Schachspieler seine Züge ohne Rücksicht auf andere setzt. Dieses psychologisierende Porträt wirkt jedoch einseitig und auch die Perspektive, die Entstehung von Facebook als Geflecht aus kühlem Kalkül und egoistischen Absichten zu betrachten, erscheint subjektiv.
| FAZIT
Fincher inszeniert die Geschichte von Facebook mit atemberaubender Spannung und porträtiert den Gründer Mark Zuckerberg als berechnenden Einzelgänger.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung