Margaret Flore hat eine verantwortliche Position in einem Pariser Konzern. Gerade versucht sie, gemeinsam mit ihrem Kollegen und Lebensgefährten Malcolm, ein Kraftwerk nach China zu verkaufen. Da erscheint ein Notar aus ihrem Heimatdorf und überbringt ihr ein Päckchen mit Briefen und Zeichnungen. Vor 33 Jahren übergab ihm ein siebenjähriges Mädchen diese Briefe. Der Notar sollte sie der erwachsenen Frau, die es einmal werden würde, an ihrem 40. Geburtstag geben. Margaret will jetzt nichts mehr davon wissen, denn die Erinnerung an ihre schwierige Kindheit ist ihr unangenehm. Und doch vertieft sie sich bald in die kunstvoll geschmückten Briefe und Botschaften und erkennt, dass sie in ihrem Leben noch einiges in Ordnung bringen muss.
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| FILMKRITIK
Der französische Film von Regisseur und Drehbuchautor Yann Samuell kontrastiert die kühle Welt einer Karrierefrau mit der Fantasie des Mädchens, das sie einmal war. Dieses Mädchen hat ihr Briefe geschrieben und dafür gesorgt, dass sie sie an ihrem 40. Geburtstag erhält. Darin geht es um die Frage, was aus ihr geworden ist und ob vielleicht noch einiges im Argen liegt. Die Komödie macht einen bemühten, versponnenen Eindruck und es wird, trotz der prominenten Besetzung der Hauptrolle mit Sophie Marceau, übertrieben geschauspielert.
Die Geschäftsfrau und das Mädchen von einst scheinen so überhaupt nichts gemeinsam zu haben. Die 40-jährige Margaret ist immer in Eile und lebt nur für den Beruf, der ihren vollen Einsatz fordert. Sogar ihren Namen hat sie geändert, weil ihr Marguerite zu provinziell vorkam. An ihre Kindheit im Dorf Saou und die Armut der Familie nach dem Fortgang des Vaters will sie um keinen Preis erinnert werden. Und doch versteckt sich die elegante Frau im grauen Kostüm zwischen zwei Terminen in der Garderobe, um die mit bunten Bildern, Basteleien und Fotos geschmückten Briefe zu betrachten.
Hin- und hergerissen zwischen ihrer kühlen, erfolgreichen Aura und der Sehnsucht nach den Personen aus ihrer Kindheit, wie dem kleinen Bruder und dem guten Freund Philibert, wirkt Margaret auf einmal unkonzentriert. Sie verlässt eine wichtige Besprechung, um den alten Notar am Telefon wegen der Briefe zu beschimpfen, und macht sich schließlich auf den Weg nach Südfrankreich, um Philibert wiederzusehen. Ihr Kollege Malcolm, mit dem sie auch liiert ist, wirkt irritiert und lässt keinen Zweifel daran, dass in seinem Leben der Beruf immer an erster Stelle stehen wird.
Sophie Marceau sieht auch als strenge Geschäftsfrau gut aus. Ihre harte Fassade entpuppt sich als überzogene Reaktion auf die Entbehrungen der Kindheit. Das siebenjährige Mädchen aber, das ihr sogar im Spiegel begegnet und zu ihr spricht, zeigt ihr auf, dass es dennoch früher mehr Reichtum in ihrem Leben gab als heute: Die Freunde, die Träume und das Verspielte werden im kindlich-altklugen Tonfall der Briefe wieder lebendig.
Samuell streut deshalb Rückblenden ein und visualisiert die Fantasie des Mädchens mit kreativen filmischen Mitteln. Aber die beiden gegensätzlichen Welten finden nicht glaubwürdig zusammen, vielleicht auch weil sie beide übertrieben gestaltet sind. Die Geschäftsfrau und ihre Begleiter sind bis zur Karikatur kalt und schneidig, das Mädchen hat zu viele naiv-vernünftige Botschaften auf Lager. So stolpert Margaret ziemlich slapstickhaft und kindisch durch die Handlung.
| FAZIT
Kindische Komödie über eine Geschäftsfrau, die sich widerwillig von dem siebenjährigen Mädchen inspirieren lässt, das sie einmal war.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung