Acht französische Mönche leben in einem Kloster im ländlichen Algerien. Die muslimischen Dorfbewohner schätzen die medizinische Versorgung, die sie in der ärztlichen Station des Klosters bekommen. In der Umgebung mehren sich die gewalttätigen Übergriffe von Islamisten. Ausländische Arbeiter werden ermordet. Die Mönche haben Angst um ihr Leben, dennoch lehnen sie militärischen Schutz für das Kloster ab. Während die Situation immer angespannter wird, klammern sich die alten Männer an ihren christlichen Glauben.
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| FILMKRITIK
Der französische Film „Von Menschen und Göttern“, der in Cannes mit dem Grand Prix der Jury ausgezeichnet wurde, schildert die letzten Monate im Leben von Mönchen, die 1996 in Algerien entführt und ermordet wurden. Regisseur Xavier Beauvois konzentriert sich in seinem Spielfilm, der nüchtern wie eine Dokumentation inszeniert ist, auf die Todesangst, mit der die französischen Mönche in dieser Zeit ringen. Die gläubigen Männer werden sehr menschlich, aber auch mit Respekt vor ihrer großen Frömmigkeit porträtiert. Die stillen Bilder aus dem Kloster und die näherrückende Bedrohung von außen erzeugen eine packende Atmosphäre. Die Entscheidung der Mönche, zu bleiben und ihre Begründungen dafür eignen sich für kontroverse Diskussionen.
Die acht Mönche aus Frankreich verbringen ihre Tage am Fuße des Atlas mit Feld- und Bauarbeiten und mit viel Gebet. Die muslimischen Dorfbewohner missionieren sie nicht. Am Anfang des Films besuchen einige Mönche sogar eine Beschneidungszeremonie, zu der sie ein Arbeiter eingeladen hat. Die Menschen im Dorf unterhalten sich kaum mit den christlichen Männern, schon weil sie untereinander nicht Französisch sprechen und manche von ihnen die Sprache gar nicht können. Aber sie besuchen die ärztliche Praxis im Kloster. Hier behandelt der großväterlich gute Mönch und Mediziner Luc und gibt ihnen Medikamente, manchmal auch Schuhe.
Die Dorfältesten berichten den Klosterbrüdern, dass die Menschen Angst vor den islamistischen Rebellen haben und bitten die Mönche, nicht wegzuziehen. Die Regierung, zu der die Mönche Distanz halten, legt ihnen hingegen nahe, nach Frankreich zurückzukehren, weil sie sie nicht schützen kann. Christian, der Vorsteher des Klosters, lehnt militärische Bewachung für seine Leute kategorisch ab. Seine Mitbrüder aber stellen ihn deswegen zur Rede. Sie debattieren emotional, denn manche sind fürs Bleiben, manche zunächst fürs Weggehen. In bewegenden Szenen wird dabei um den Sinn ihrer Anwesenheit gerungen. Wenn Christian zum Beispiel sagt, sie gäben dem Dorf in diesen schweren Zeiten Hoffnung, so schwingt in seinen Worten auch etwas Hilfloses mit. Das Kloster entpuppt sich für diese kleine Gruppe als Zufluchtsstätte. Die Männer, deren Aufgabe es ist, zu dienen, werden sich ihres menschlichen Bedürfnisses nach Geborgenheit bewusst.
Wenn sie Besuch von bewaffneten Islamisten bekommen oder von aggressiven algerischen Soldaten, beeindrucken die Mönche mit ihrer friedfertigen Standhaftigkeit. Ihre Todesangst, das Warten auf die Zerstörung, die jeden Augenblick von draußen kommen kann, versuchen die Mönche im Gebet mit sich allein auszumachen, doch das gelingt keinem von ihnen wirklich. Während draußen ein Armeehubschrauber mit bedrohlichem Lärm kreist, fassen sich die Männer in ihrer Kapelle an den Schultern und singen, so laut sie können.
Lambert Wilson als Christian und Michael Lonsdale als der Arzt Luc stellen ihre Charaktere als Individuen dar, die man verehren muss, je mehr man von ihrer tiefen Frömmigkeit und ihrer Bereitschaft, sich selbst zu prüfen, aber auch von ihrem liebevollen Umgang miteinander erfährt. Auch wer sie als Narren sieht in ihrer Entscheidung, bis zum bitteren Ende zu bleiben, kommt nicht umhin, ihnen für ihren Kampf um Haltung Respekt zu zollen. Auch wenn sie sich vielleicht nur an ein Gemäuer klammerten, weil sie ihrem Leben keinen neuen Sinn mehr geben konnten.
| FAZIT
Bewegendes, in dokumentarischem Stil inszeniertes Drama über eine Gruppe von französischen Mönchen, die in Algerien in Todesangst ausharren.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung