FILM REVIEW | Meine Frau, ihre Schwiegereltern und ich
Meine Frau, ihre Schwiegereltern und ich
Komödie
| USA 2004
| INHALTSANGABE
Greg Focker wird bald heiraten: Er ist glücklich mit seiner Braut Pam und seinem Beruf als Schwester in der Geburtenabteilung einer Klinik. Nur vor einem graut es ihm: Dass sich vor der Hochzeit seine Eltern und seine zukünftigen Schwiegereltern kennen lernen müssen...
Im Vorgängerfilm „Meine Braut, ihre Eltern und ich“ hatte sich Greg den Burns vorgestellt und ist mühsam in den Kreis des Vertrauens von Pams Vater Jack, dem Ex-CIA-Agenten, aufgenommen worden. Nun treffen die harten, trockenen Burns’ auf die lockeren Späthippies Bernie und Roz Focker.
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| FILMKRITIK
Robert De Niro wirft sein Gesicht in grimmige Falten, seine Augen und sein Mund ziehen eine Linie böser Ironie, wenn er mit anderen spricht – denn „anders“ bedeutet für ihn „unterlegen“. Dustin Hoffman ist klein und empfindsam und sehr offen, für alles. Klar, dass Mr. Jack Burns und Mr. Bernie Focker ganz gegensätzliche Phänomene sind; was auch die Turbulenzen des ersten Teils erklärt, in dem Gaylord „Greg” Focker, den einhodigen Lenden von Bernie entsprungen, auf Jack Burns getroffen ist und sich verzweifelt bemüht hat, über den Schatten der eigenen Herkunft zu springen und sich bei Jack einzuschmeicheln.
Im Sequel treffen die Ursprünge aufeinander, die kalte, harte und verklemmte Schule des wertkonservativen Ex-CIA-Agenten und die emotionale, libertinäre, jüdisch-liberale Welt der Fockers. Es geht um trockene Analyse der Mitmenschen versus herzliche Sinnlichkeit, und bald schon weiß man, warum „Focker“ wie mit einem u ausgesprochen wird: Roz Focker, Gregs Mutter, ist Sexualtherapeutin, Bernie, der Vater, lebt seine Lust, und selbst der Hund rammelt alles, was ihm in den Weg kommt. Diese Welt trifft Jack Burns ganz unvorbereitet, ausgerechnet ihn, der sich nicht einmal gerne berühren lässt.
Aus dem Zusammenprall der Gegensätze zieht der Film soviel Komik wie möglich – er bezieht seinen Brennstoff aus Charakteren und Situationen, mit perfektem Timing entzünden sich peinliche Fettnäpfchen, wirre Missverständnisse und rasante Turbulenzen. Und gerade die vorhersehbaren Gags – Greg mit dem Baby, das Opa Jack mitgebracht hat, Jacks Spionieren, und immer wieder kommt die Sprache auf Sex, zu Gregs und Jacks Unbehagen – potenzieren die Wirkung der brillant herausgespielten Pointe.
Man hätte sich vielleicht etwas mehr Steigerung erwartet, das Versprechen auf eine Party mit den Burns und 50 Mitgliedern der Focker-Sippe wird etwas unter den Tisch gekehrt; doch dann ist es natürlich gerade die Konzentration auf die Konfrontation des Burns- mit dem Focker-Ehepaar, der Focus auf diese beiden Lebenswelten, die den eigentlichen Spaß ausmacht - und den Zwiespalt, in dem sich Greg und Pam befinden, die nicht mehr zur einen und nicht mehr zur anderen Familie gehören.
Schön ist die intime Komik, die stets so lange wie nötig gehalten wird, handwerklich perfekt gemacht. In genauen Nuancen agieren die Darsteller, und der Witz ist stets exakt dosiert; es stehen ja eine Menge Möglichkeiten offen, zwischen den Ehepaaren, zwischen dem Brautpaar, und dazu noch ein kleines, kluges Baby, das durch Jacks erbarmungslose Schule gegangen ist...
Am Ende, das ist klar, begegnen sich die Familien auf Augenhöhe; und sogar der Focker-Hund und die Burns-Katze vertragen sich.
| FAZIT
So witzig wie der erste Teil; auf Hoffman und De Niro kann man sich verlassen.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung