Montag | 28. Mai 2012 | 10:15 Uhr
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  • FILM REVIEW | Stichtag
  • Stichtag

    Drama, Komödie | USA 2010
  • | INHALTSANGABE

  • Um rechtzeitig die Geburt seines Kindes erleben zu können, bucht Architekt Peter Highman (Robert Downey jr.) einen Flug nach Atlanta. Doch nach dem ersten unglücklichen Zusammentreffen mit dem Möchtegern-Schauspieler Ethan Tremblay (Zach Galifiankis) auf dem Airport-Parkplatz geraten die beiden Passagiere im Flugzeug erneut auf- und aneinander, worauf das Personal sie fälschlicherweise für Terroristen hält. Der Zwischenfall führt dazu, dass Peter plötzlich ohne Papiere und Gepäck auf der Straße landet. Notgedrungen muss er das unangenehme Angebot seines neuen Bekannten Ethan annehmen, der ihm eine Mitreisemöglichkeit im Leihwagen anbietet. Doch während der langen Tour durch die Staaten geht dem gestressten, werdenden Vater sein leutseliger Fahrer nicht nur zunehmend auf die Nerven, sondern gefährdet noch seine Gesundheit.
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      • | FILMKRITIK

      • Zu den beliebtesten Komödienplots gehört es, zwei grundverschiedene Charaktere mit ihren Macken und Eigenheiten aufeinander prallen zu lassen, was für reichlich brenzlige Situationen und Chaos sorgt. Bei Todd Phillips jüngster Variante des Buddy-Prinzips handelt es sich im Grunde um eine Neuauflage von John Hughes „Ein Ticket für zwei“ mit Steve Martin als genervter Werbemanager und John Candy als ungehobelter Vertreter für Duschvorhänge. Der Originaltitel des im Winter angesiedelten Road Movies „Planes, Trains and Automobiles“ sagte schon alles über die verwendeten Fortbewegungsmittel aus. In der (inoffiziellen) Neuversion beschränkt sich die missliche Reise von Robert Downey jr. und Zach Galifianakis nach ihrem Flugverbot auf wechselnde Automobile.

        Das Konzept von Buddy-Movies beruht auf dem Prinzip, zwei verfeindete Individuen in Notlage zunächst gnadenlos anzufeinden, um sie später sympathische Züge aneinander entdecken zu lassen. Die „Stichtag“-Ausgangssituation nutzt die weiterhin schwellende Terrorangst auf Flughäfen, um die unfreiwilligen Zufallsbekanntschaften durch eine Verkettung unglücklicher Umstände auf die „No-Fly-Liste“ zu hieven und damit ihre gemeinsame Fahrt gegen Westen in Gang zu setzen. Während der leicht erregbare Architekt Peter Highman um jeden Preis die Geburt seines Babys in Los Angeles erleben will, plant der großspurige Nachwuchsakteur Ethan Tremblay, die in einer Kaffeedose aufbewahrte Asche seines Vaters im Grand Canyon zu verstreuen.

        Natürlich will der mit relativ geringer Toleranzgrenze ausgestattete Peter den naiven Gelegenheitskiffer, der eine schwache Don Corleone-Imitation zum Besten gibt und schon 90 Freunde auf Facebook vorweisen kann, so schnell wie möglich los werden, was sich keinesfalls als einfach erweist. Auf ihrer Odyssee begegnen Downey jr. und Galifianakis samt Bulldogge weiteren Stars wie Juliette Lewis als Gelegenheitsdealerin mit zwei ungezogenen Gören, Danny McBride als prügelnder Kriegsveteran oder Jamie Foxx als Peters alter Kumpan und vermeintlicher Nebenbuhler. Da der selbst ernannte Mister „Hollywood“ nicht viel von Sicherheit beim Autofahren hält und schon einmal Texaco mit Mexiko verwechselt, gerät die Irrfahrt bald zum Spießrutenlauf.

        Einen überragenden Erfolg feierte Klamaukspezialist Todd Phillips zuletzt mit dem überschätzten „Hangover“, der für Komiker Zach Galifianakis ebenfalls den Durchbruch bedeutete. Doch „Stichtag“ erweist sich, auch dank Robert Downeys trockenem Humor, als weitaus geglückter als der Vorgänger oder der derbe „Old School“. Erneut verwechselt Phillips mitunter Sentimentalitäten mit Tiefgang und verzichtet nicht auf „Gross-Out“-Humor wie Masturbations- oder Kotzeinlagen. Die anfängliche Pointendichte hält die Komödie auf Dauer zwar nicht durch. Dennoch stimmen insgesamt Tempo und Timing, so dass dem Zuschauer trotz Hang zur Karikatur die Charaktere bald ans Herz wachsen. Für Fans von US-Comedy-Produktionen sollte „Stichtag“ durchaus einen Blick wert sein. Zudem erfolgen im Finale noch Gastauftritte der „Two and a half Men“-Darsteller Jon Cryer und Charlie Sheen, denen wie Robert Downey jr. zumindest auf dem Bildschirm ein Anknüpfen an den einstigen „Rat Pack“-Ruhm gelang. Damit schließt sich der Kreis zum verstorbenen John Hughes.
      • | FAZIT

      • Weitgehend gelungene Road-Movie-Komödie mit spielfreudiger Besetzung, aber einigen geschmacklichen Ausrutschern.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Gregor Ries

      • | Userwertung

      Wertung: 6.0/10 (26 votes)

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