Montag | 28. Mai 2012 | 10:17 Uhr
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  • FILM REVIEW | Unstoppable - Außer Kontrolle
  • Unstoppable - Außer Kontrolle

    Thriller, Action | USA 2010
  • | INHALTSANGABE

  • Ein Arbeiter auf einem Rangierbahnhof in Pennsylvania leistet sich eine Nachlässigkeit mit schweren Folgen. Beim Rangieren eines Güterzuges schließt er die Bremsen nicht richtig an und verlässt den langsam anrollenden Zug, um eine Weiche manuell zu stellen. Da fährt die Lok mit ihren 39 Waggons auch schon an ihm vorbei. Der Zug transportiert eine hochgiftige Chemikalie. Sollte er entgleisen, käme es zu einer Katastrophe in den dicht besiedelten Gebieten, denen er sich nähert.

    300 Kilometer weiter auf einem anderen Rangierbahnhof bekommt der erfahrene Lokführer Frank Barnes einen neuen Kollegen zugeteilt. Der junge Anfänger Will Colson hat seinen Job Beziehungen zu verdanken und Frank argwöhnt, dass er einen älteren Mitarbeiter ersetzen soll. Die Stimmung in der kleinen Lok 1206 ist denkbar schlecht, als Frank und Will über Funk von dem unbemannten Zug erfahren, der ihnen entgegenfährt. Sie entkommen einem Zusammenstoß nur knapp dank eines Nebengleises und Frank beschließt, mit seiner Lok den führerlosen Zug zu verfolgen. Wenn er die Lok ankuppeln kann, so seine Überlegung, wird ihre Bremskraft das Ungetüm zumindest verlangsamen.
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      • | FILMKRITIK

      • Ein Actionfilm ohne Schießerei und Autojagden, dafür mit einem führerlosen Güterzug, der auf seinem Gleis dahinrattert, bis er entweder entgleist oder gestoppt wird – kann das spannend sein? Regisseur Tony Scott sorgt dafür, dass die Antwort für „Unstoppable – Ausser Kontrolle“ eindeutig Ja lautet. Die Geschichte an sich ist so wenig raffiniert wie der tumb rollende Koloss auf den Schienen, aber ihre Wirkung nimmt verblüffende Ausmaße an. Die massive Kraft, die ein solcher Zug symbolisiert, wird entsprechend ins Bild gesetzt. Auch emotional setzt die Inszenierung auf Zusammenballung, indem sie verschiedene Schauplätze vernetzt, an denen Helfer und Beobachter postiert sind.

        Die Geschichte spielt in einer Industrieregion im Osten der USA, die ihre besten Zeiten hinter sich hat. Die Arbeiter, die an zwei verschiedenen Rangierbahnhöfen an einem Oktobermorgen ihren Dienst beginnen, gehören einer gesellschaftlichen Schicht an, die sich keinen Illusionen über die Zukunft macht. Der von Denzel Washington gespielte Frank Barnes zum Beispiel, der seit 28 Jahren dabei ist, hat längst mitbekommen, dass die Eisenbahngesellschaften Leute wie ihn einsparen wollen, indem sie jüngere Kräfte einstellen. Seinen neuen Kollegen Will Colson, den Chris Pine darstellt, heißt er deswegen nicht gerade willkommen. Bei manchen Arbeitern wird die gedrückte Stimmung durch private Probleme verstärkt. Die Nachlässigkeit eines Rangierers, die nur wenige Momente dauert, kommt da so unscheinbar daher, als könnte sie jeden Tag passieren.

        Auch wenn man hoffen darf, dass Güterzüge, die solches Gefahrgut transportieren, in der Regel besser bewacht werden, hier ist die Lok 777 mit ihren Waggons nur ein Objekt, das mal eben auf ein anderes Gleis soll. Aber der Koloss nimmt aus Schrittgeschwindigkeit so schnell Fahrt auf, dass der nebenher laufende Arbeiter nicht mehr aufspringen kann. Die von Rosario Dawson gespielte Rangiermeisterin Connie Hooper beginnt ihren Dienst, als der Zug das Gelände schon verlassen hat. Sie will ihn zum Entgleisen bringen, solange er noch durch ländlichen Raum fährt, doch ihr Vorgesetzter ist dagegen. Die Versuche, den Zug umzuleiten, abzubremsen und einen Mann aus einem Hubschrauber auf die Lok abzuseilen, scheitern.

        Das ist die Stunde der einsamen Helden, der Freiwilligen, die ihr Leben riskieren, um eine Katastrophe zu verhindern. Frank und Will nehmen diese Rollen gegen Widerstand von oben ein und legen ihre anfänglichen Schwierigkeiten beiseite. Dabei feiert der Film nicht plakativ übertrieben das individuelle Heldentum, er rückt vielmehr wieder ins Bewusstsein, dass es verantwortungsvolles Handeln unabhängig von Hierarchiestufen gibt und Einzelpersonen in einer hochtechnisierten Welt auch im positiven Sinn eine größere Rolle spielen, als man gemeinhin annimmt.

        Der Kampf des Menschen gegen den stählernen Riesen, der mit 70 km/h Kurs auf eine fatale Kurve in der Stadt Stanton nimmt, ist weitgehend ohne digitale Effekte, mit reellen Stunts inszeniert. Nur so vermittelt sich die zerstörerische Wucht des Güterzuges, seine mechanische Wirkung, die Personen wie Ameisen zu zermalmen droht. Das einzige Zugeständnis an die modernen Zeiten, das sich der Film gestattet, trägt er allerdings dick auf: Die mediale Öffentlichkeit ist allgegenwärtig, das ganze Land sitzt vor dem Fernseher, um die Fahrt live mitzuerleben, natürlich auch Franks Töchter, Wills Ehefrau. Hubschrauber fliegen die ganze Zeit neben der Lok her, um sie zu filmen, sie können die Fahrt nicht stoppen, aber dafür sorgen, dass Frank und Will echte Filmhelden werden.
      • | FAZIT

      • Sehr spannender Actionfilm, der den Kampf zweier Menschen gegen einen führerlosen Güterzug realistisch inszeniert.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Bianka Piringer

      • | Userwertung

      Wertung: 6.3/10 (27 votes)

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