Montag | 28. Mai 2012 | 18:42 Uhr
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  • FILM REVIEW | Saw 7 - Vollendung
  • Saw 7 - Vollendung

    Horror | USA 2010
  • | INHALTSANGABE

  • Am Ende des sechsten Teils versuchte Jigsaws Witwe Jill Kramer (Betsy Russell) vergeblich, dessen Nachfolger Detective Hoffman (Costas Mandylor) mit einer der tödlichen Fallen ihres Mannes (Tobin Bell) zu töten. In die Enge getrieben, ersucht sie nun Polizeischutz bei Detective Gibson (Chad Donella), dem sie verspricht, gegen den mehrfachen Killer auszusagen. Doch dem enttarnten Hoffman gelingt es zunächst, einer Verhaftung durch seine Ex-Kollegen zu entgehen. Bevor er Jill erneut ins Visier nimmt, gilt seine Aufmerksamkeit dem Selbsthilfe-Guru Bobby Dagan (Sean Patrick Flanery), der es als vermeintlicher Jigsaw-Überlebender zu medialem Ruhm brachte.
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      • | FILMKRITIK

      • Die gute Meldung für Splatterfans zuerst: Neben Teil drei gehört die aktuelle Folge zu den härtesten der unendlichen Folterserie, die zudem ungeschnitten in unseren Kinos anlaufen soll. Nun die schlechte Nachricht für Cineasten: „Saw 3D - Vollendung“ wurde ebenso einfallslos in Szene gesetzt wie der Vorgänger – kein Wunder, schließlich nahm erneut Ex-„Saw“-Cutter Kevin Greutert auf dem Regiestuhl Platz. Im Stil schludriger Heizungskellerfilme aus der Videothek-Actionecke erhielt das zumeist in leeren Fabrikhallen angesiedelte Werk eine grün-bläuliche Billigästhetik, besetzt mit unbekannten Darstellern aus der TV-Welt und ehemaligen Stars wie Carey Elwes oder „Young Indy“ Sean Patrick Flanery. Wenn „Saw 3D“ in der Herstellung letztlich um einige Millionen teurer ausfiel als die Vorläufer, liegt es einzig an den Bedingungen der Stereofotografie. Nun spritzen die Eingeweide noch plastischer über die Leinwand, und das Nagelbrett bewegt sich bedrohlich auf den Zuschauer zu, doch letztlich halten sich die 3D-Effekte sehr in Grenzen.

        Um dem Handlungsverlauf eine neue Richtung zu geben, hätte man an Stelle von literweise Kunstblut einmal frisches Blut hinter der Kamera benötigt. Dass alle Drehbücher seit Teil vier von den Patrick Melton und Marcus Dunstan verfasst wurden, erweist sich als zweischneidiges Schwert. Während bei der „Halloween“-Reihe stets verschiedene Teams (und mitunter unterschiedliche Firmen) mit den Fortsetzungen betraut waren, die zuvor begonnene Handlungsstränge einfach kappten, wird beim „Saw“-Franchise immerhin die Kontinuität gewahrt. Allerdings führt dies dazu, dass der Plot des aktuellen Schockers letztlich identisch mit dem des Vorgängers ausfiel.

        Ebenso banal wirken die meisten Anlässe der perfiden Überlebensspiele. Während in einer der ersten Parcours-Runden bei Hoffmans „Todes-Disneyland“ einem Rassisten bei lebendigem Leibe die Haut abgezogen wird, lässt sich das Motiv noch halbwegs nachvollziehen. Doch die anderen Gründe für die Entführung von Menschen, die sich bald in reichlich „einschneidenden“ Foltermaschinen wieder finden, erscheinen reichlich an den Haaren herbei gezogen. Wenn Lüge, Schwindel und Betrug schon ausreichen, um Menschen auf sadistische Weise den Garaus zu bereiten, müsste wohl das halbe Publikum (und mit ihm das Filmteam) mit in den Mordgerätschaften sitzen.

        Dabei stellt sich erneut die Frage, wer überhaupt die perfekt funktionierenden Fallen nach Jigsaws Plänen baut, sämtliche Opfer überwacht und ins Versteck schleppt. Immerhin besaß Kramer noch Komplizen, was der siebte Teil erneut unterstreicht, während der verstümmelte Hoffman, dessen Narben in einem Drohvideo zeitweise verschwinden, allein auf weiter Flur wütet. Keineswegs sollte man verschweigen, dass manche Sequenzen ihre Spannung durchaus aufzubauen verstehen, doch andererseits steht der Ausgang der teuflischen Tests für Möchtegern-Guru Dagan und seine gefangenen Freunde von vorn herein fest. Die Splattergemeinde wünscht die Funktionstüchtigkeit der blutigen Maschinen zu erleben, und diesen Gefallen erfüllen ihr die Macher natürlich gern.

        Immerhin bietet das neue Sequel wieder eine halbwegs überraschende Wendung im Epilog, die allerdings eher bei den Serienkennern wirkt (und leider im Netz schon mehrfach verraten wurde). Deshalb erscheint es durchaus denkbar, dass „Vollendung“ keinesfalls der Abschluss der unendlichen Foltermühle darstellt. Schon Teil vier der miserablen „Freitag der 13.“-Reihe versprach „Das letzte Kapitel“ – und trotzdem geht das Leinwandgemetzel bis heute weiter und weiter und weiter.
      • | FAZIT

      • Nichts neues von der Streckbank, aber egal: Hauptsache, das Schlachtfest erfolgt in 3 D.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Gregor Ries

      • | Userwertung

      Wertung: 5.2/10 (17 votes)

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