Dino Fabrizzi arbeitet als Verkäufer im Autosalon einer Luxusmarke in Nizza. Bei seinen französischen Kollegen ist der Italiener beliebt und als der Chef ankündigt, in Rente zu gehen, steht er ganz hoch im Kurs als möglicher Nachfolger. Dinos Freundin Hélène möchte endlich seine Familie in Rom kennen lernen. Doch wenn Dino seine Eltern besucht, fährt er nicht nach Rom, sondern nach Marseille. Dort lebt die aus Algerien stammende Familie, in der man Dino nur als den ältesten Sohn Mourad kennt. Er hält die Eltern schon seit Jahren in dem Glauben, dass er in Italien lebt.
Nur seine Schwester und sein französischer Freund in Nizza wissen, warum Dino dieses Verwirrspiel treibt: Er hatte Angst vor Diskriminierung in Frankreich wegen seines arabischen Namens. Die Lage kompliziert sich aber dramatisch, als Dino von seinem Vater um einen Gefallen gebeten wird. Er soll an seiner Stelle den diesjährigen Fastenmonat Ramadan traditionell begehen, weil der Vater nach einem Herzinfarkt dazu nicht in der Lage ist.
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| FILMKRITIK
Die französische Komödie „Fasten auf Italienisch“ mit Hauptdarsteller Kad Merad thematisiert die Diskriminierung maghrebinischer Einwanderer in Frankreich. Um leichter eine Wohnung und eine gute Stelle zu finden, gibt sich der aus Algerien stammende Mourad kurzerhand als Italiener Dino Fabrizzi aus. Davon darf seine Familie aber nichts wissen. Irgendwann droht dieses komplizierte Versteckspiel wie ein Kartenhaus zusammenzubrechen, zunächst aber gibt es einen vergnüglichen Reigen aus Verwicklungen und Slapstickhumor.
Dieser Dino Fabrizzi, der als Autoverkäufer einer Nobelmarke in Nizza mit seiner charmanten Weltgewandtheit gut ankommt, ist schon ein komischer Vogel. Er belügt seine Kollegen, seine Freundin und seine aus Algerien stammende Familie, nur weil er Angst hatte, unter seinem wirklichen Namen Mourad Ben Saoud in Frankreich weniger Chancen zu haben. Seine Ängste scheinen erst recht aus der Luft gegriffen, als seine Sekretärin beiläufig und wie selbstverständlich erwähnt, dass sie den Ramadan begeht. Und auch Dinos Schwester macht ihm Vorhaltungen wegen seiner Feigheit.
Aber Dinos Problem hat einen realen Hintergrund. Ähnlich wie in Deutschland die türkischen Mitbürger, machen in Frankreich, was hierzulande weit weniger bekannt ist, Menschen arabischer Herkunft beispielsweise aus Algerien im Alltag leicht die Erfahrung, dass ihr Name bei Wohnungs- und Jobsuche nicht unbedingt hilfreich ist. Das erzählt auch der französische Leinwandstar Kad Merad, der wie sein Vater in Algerien geboren wurde. Während sein Vater unliebsamen Gesprächen bei der Arbeit aus dem Weg ging, indem er sich Rémi statt Mohamed nannte, blieb Kad bei der Abkürzung seines arabischen Vornamens Kaddour, und zwar auch als er befürchtete, in Film und Fernsehen nur für arabische Rollen gefragt zu sein.
Mit dem französischen Regisseur Olivier Baroux ist Kad Merad seit ihrem gemeinsamen Karrierebeginn im Jahr 1992 als Comedy-Duo im Radio beruflich verbunden. „Fasten auf Italienisch“ bleibt ihrer komödiantischen Ausrichtung treu und verfolgt die ganze Geschichte über standhaft die unbeschwerte und nach Harmonie strebende Linie. Das nimmt dem ernsten Thema viel von seiner Schärfe, um nicht zu sagen, zu viel, denn oft wird der Schein-Italiener Dino als großes Kind karikiert und seine überwiegend wohlmeinende Umgebung signalisiert stets, dass alles nur ein unnötiger Irrtum ist. Auf der anderen Seite erlaubt der komödiantische Zugang, die ethnischen Vorurteile spielerisch im Wechsel mit den Komplexen anzugehen, die sie auslösen und sie durch Beispiele längst gelungener Integration zu konterkarieren.
Dass der nichtgläubige Mourad dann den Ramadan begehen soll, führt ihn ratsuchend zu einem Imam. Parallel zu den Mühen und Plagen der Fastenzeit, der als erstes das Liebesspiel mit Hélène zum Opfer fällt, vollzieht sich notgedrungen auch die innere Läuterung des Hauptcharakters. Das plätschert ganz unterhaltsam dahin, aber es gibt auch immer wieder Pointen, die spontan auflachen lassen. Sie entstehen in den Situationen, in denen sich Dino/Mourad schnell eine Ausrede einfallen lassen muss oder wenn er beispielsweise seinem französischem Freund Jacques, der Jude ist, sein Leid klagt.
| FAZIT
Vergnüglich leichte Komödie über einen Franzosen mit Migrationshintergrund, der sich eine andere Identität zulegt.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung