Montag | 28. Mai 2012 | 18:45 Uhr
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  • FILM REVIEW | Rapunzel - Neu verföhnt
  • Rapunzel - Neu verföhnt

    Familie, Komödie, Animation | USA 2010
  • | INHALTSANGABE

  • Rapunzel ist eine Königstochter, die schon als Baby von einer alten Frau entführt wurde. Ihr Haar hat nämlich magische Kräfte, es kann nicht nur Wunden und Krankheiten heilen, sondern verwandelt die Alte auch zurück in eine attraktive Frau. Rapunzel hält die Frau für ihre Mutter und glaubt ihren Beteuerungen, dass sie der bösen Welt außerhalb des Turms, in dem sie wohnt, nicht gewachsen ist. Doch als sie 18 wird, wünscht sich Rapunzel, sie könnte endlich hinaus, um zu sehen, woher die Laternen kommen, die jedes Jahr an ihrem Geburtstag in den Himmel steigen.

    Da bekommt das Mädchen mit dem 20 Meter langen Haar unerwarteten Besuch: Der Dieb Flynn Rider will sich im Turm vor seinen Verfolgern verstecken, nachdem er aus dem Königspalast eine Krone gestohlen hat. Rapunzel verlangt von dem jungen Mann, den sie mit einer Bratpfanne niedergeschlagen und mit ihrem Haar an einen Stuhl gefesselt hat, dass er sie zum Lichterfest mitnimmt. So beginnt ein abenteuerlicher Trip, bei dem es das gewitzte Pärchen mit wilden Räubern, einem Soldatenpferd, der Palastwache und der falschen Mutter zu tun bekommt.
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      • | FILMKRITIK

      • Disneys 50. Animationsspielfilm nimmt sich wie schon der letztjährige „Küss den Frosch“ ein Märchen als Vorlage für eine neue, modernisierte Geschichte. „Rapunzel – Neu verföhnt“ verknüpft mehrere Gegensätze, den klassischen Erzählstil des Hauses mit zeitgemäßen Dialogen und Charakteren, eine mittelalterliche Kulisse mit temporeicher Action und romantische Passagen mit frechem Witz.

        Auch optisch geht die von Byron Howard und Nathan Greno inszenierte Computeranimation in 3D einen Mix ein, indem sie sich an Design und Stil der klassischen handgezeichneten Trickfilme des Hauses orientiert. Das Ergebnis ist dabei gar nicht so anders als die ersten Märchenverfilmungen wie „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ oder „Aschenputtel“, da es archaische Dramatik in popkulturelle Leichtigkeit kleidet, allerdings für eine andere Generation von Zuschauern. Es gibt auch einige Gesangseinlagen, aber der hervorstechendste Eindruck ist der quirlige Witz, den die blonde Rapunzel und der jungenhafte Flynn Rider verkörpern.

        Trotz ihrer 20 Meter langen Haare ist die barfüßige, in modernes Lila gekleidete Rapunzel sehr flink, ja meistens in Bewegung. Mit den klassischen Disney-Prinzessinnen verbindet sie zwar ihr Liebreiz und der ungebrochene Frohsinn eines reinen Herzens – der auch die wildesten Räuber und ein unbestechliches Pferd umgarnt - , aber ansonsten wirkt sie wie ein Racker, ist weniger schön, als dass sie vielmehr einer dieser großäugigen Puppenfiguren ähnelt, die kindliche Robustheit signalisieren. Flynn ist gutmütig, schlau und stets für einen Spaß zu haben. Auf ihrem Trip durch den Wald in Richtung Königspalast hilft die ideenreiche Rapunzel ihrem Begleiter fast mehr als er ihr, auch weil sich ihr Haar hervorragend als Seil verwenden lässt.

        Die tierischen Sidekicks sind wie in „Küss den Frosch“ wesentliche Sympathieträger der Geschichte. Rapunzels Chamäleon Pascal sieht aus wie ein Plastikspielzeug, spricht kein Wort, verfügt aber über eine reiche Gestik, wenn es der Prinzessin Tipps gibt. Auch das Palastwachen-Pferd Maximus spricht nicht, kann aber mit dem Schwert kämpfen und erweist sich als hartnäckiger Verfolger von Flynn. Der Alltag Rapunzels im Turm und die Beziehung zur falschen Mutter sind von düsteren Aspekten so weit wie möglich befreit, um zum unbeschwerten Ton zu passen. Eine lustige Szene widmet sich liebevoll dem Wechsel von Glück und schlechtem Gewissen der Mutter gegenüber, den Rapunzel nach ihrer Flucht aus dem Turm erlebt.

        Zum flotten Stil des Films passt die moderne Sprache, etwa wenn Flynn Rapunzel als Blondie bezeichnet oder ein Räuber nach dem Passwort fragt. Ungewöhnlich intensiv ist die Spannung in einer Höhle, in der Rapunzel und Flynn im Wasser zu versinken drohen, als wären sie in einem Abenteuerfilm für Erwachsene. Die Romantik, die das Duo irgendwann erreicht, wirkt sorgfältig von Rührseligkeit, von allem, was an altmodischen Kitsch erinnern könnte, befreit und konzentriert sich stattdessen auf die luftig-leichten Impressionen einer nächtlichen Bootsszene unter aufsteigenden Laternen.
      • | FAZIT

      • Quirliger als andere Disney-Prinzessinnen aus den Grimmschen Märchen, erlebt Rapunzel mittelalterliche Abenteuer in einer computeranimierten Komödie.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Bianka Piringer

      • | Userwertung

      Wertung: 7.0/10 (25 votes)

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