Montag | 28. Mai 2012 | 18:50 Uhr
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  • FILM REVIEW | Otto´s Eleven
  • Otto´s Eleven

    Komödie | Deutschland 2010
  • | INHALTSANGABE

  • Zusammen mit vier Freunden lebt Wattmaler Otto auf Spiegeleiland. Meistens wartet er gemeinsam mit Koch Pit (Rick Kavanian) dem quirligen Fitnesstrainer Mike (Mirko Nontschew), dem properen Modeexperten Oskar (Max Giermann) und dem schüchternen Computerexperten Artur (Arnd Schimkat) vergeblich auf spendable Touristen. Als der wohlhabende Casinobesitzer Jean Du Merzac (Sky Dumont) mit seiner vermeintlichen Frau (Stephanie Berger) auftaucht, erfolgt diese Visite nicht aus Erholungsgründen. Vielmehr entdeckte der egoistische Kunstsammler auf einen Werbevideo das Gemälde „Der Sommer“ eines niederländischen Ottifanten-Meisters, das ihm zu seinem Jahreszeitenzyklus noch fehlt. Nachdem sich Otto gegen alle Verkaufsargumente seines Besuchers resistent erweist, stiehlt der eitle Gauner kurzerhand das wertvolle Familienstück. Um das seltene Werk wieder zu erhalten, beschließen der niedergeschlagene Otto und seine Kumpane, es aus Du Merzacs Safe in Bad Reibach zu entwenden. Dieses Unterfangen erweist sich allerdings als äußerst komplizierte Angelegenheit.
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      • | FILMKRITIK

      • Während die sieben Zwerge in ihrem dritten Auftritt demnächst als Trickfiguren auferstehen sollen, schart Otto Waalkes ein weiteres Mal populäre Komödianten wie Mirko Nontschew, Rick Kavanian, Max Giermann („Switch“, „Schillerstraße“) oder den Münchner Arnd Schimkat um sich, um seine erfolgreiche Leinwandpräsenz mit einem neuen Ensemblestück fortzusetzen. Nach „Oceans Eleven“ und „Ossis Eleven“ treten nun „Ottos Eleven“ zu einem (fast) unmöglichen Coup an, wobei es erst allmählich offenbart wird, wie sich diese Elf eigentlich zusammen setzt. Schließlich werden zu Beginn nur die fünf Bewohner von Spieleiland Opfer des skrupellosen Kunstsammlers Du Merzac (Sky du Mont wiederholt seine alerte Gaunerrolle aus „Der Schuh des Manitu“).

        Um seinen unbezahlbaren Gemäldezyklus „Die vier Jahreszeiten“ vervollständigen zu können, raubt der selbst süchtige, rassistische Krösus kurzerhand das vierte Gemälde aus dem Besitz des mittellosen Otto. Diese Landschaftsimpressionen weisen die Handschrift des Berliner Künstlers Michael Sowa auf (dem im Nachspann gedankt wird) – mit dem Unterschied, dass seine obligatorischen Schweine und Hunde hier durch Ottifanten ersetzt wurden. Beim Versuch, das wertvolle Erbstück zurück zu bekommen, gewinnt das weltfremde Team besonders weibliche Verstärkung für seine Pläne. Da das verärgerte Personal von Du Merzacs Casino auf Rache sinnt, ergibt sich Raum für verhaltene Liebesbeziehungen. Wenn Ottos erklärter Anhänger Olli Dittrich schließlich als Sensationsreporter Harry Hirsch die Szenerie betritt, darf man sicher sein, dass der friesische Altstar bald wieder selbst in seine Paraderolle schlüpft. Diese bewährte Doppelgängereinlage lässt Platz für eine Hommage an den zweifachen Groucho in „Die Marx Brothers im Krieg“.

        Ansonsten bleiben die Kinoanspielungen reichlich überschaubar. Selbst das im Titel zitierte Vorbild liefert nur die Ausgangssituation des zahmen Plots. Angesiedelt wurde die Geschichte in einer Art paralleler Mischwelt. Der gagreiche Start auf Spiegeleiland findet ähnlich dem märchenhaften „Sieben Zwerge“-Reich in bewusst künstlicher Kulisse statt, wo die Blue Screen verstärkt zum Einsatz kommt. Während in Bad Reibach moderne Elektronik wie Überwachungskameras und Computer auftauchen, erscheinen Architektur, Karosserie und Plakatwerbung dagegen wie aus den Sechzigern entsprungen.

        Weil es mit den beiden „Sieben Zwerge“-Filmen an der Kasse bestens funktionierte, richtet sich der Humor an die ganze Familie. Lediglich in einer Sequenz mit Otto als Aktmaler fallen einige klamaukhaft-zotige Wortspielereien. Ansonsten kramen Waalkes mit seinem vertrauten Autor Bernd Eilert und Regisseur Sven Unterwaldt manche bewährte Nummer wie der Pantomimen-Skatkurs aus dem Repertoire, während sich die Kollegen jeweils einzeln einbringen dürfen, wie Max Giermann mit seiner Stefan Raab-Imitation. Die Zeiten, als der blonde Blödelbarde noch mit satirischen Einlagen und Medienparodien glänzte, sind allerdings schon längst vorüber.

        Im Handlungsverlauf dünnt die anfangs verstärkt auf Wortspiele setzende Komik zwar etwas aus, doch insgesamt stimmen Tempo und Timing eher als bei den „Zwerge“-Einsätzen oder Unterwaldts missglücktem Tom Gerhardt-Vehikel „Siegfried“. Bislang blieb TV-Comedy-Experte Sven Unterwaldt den Beweis einer perfekten Kinokomödie schuldig, aber „U-900“ und „Ottos Eleven“ lassen diesbezüglich immerhin hoffen.
      • | FAZIT

      • Altbewährtes aus Kalau: Annehmbare, kurzweilige Komikerparade zwischen netten Pointen und uralten Gags.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Gregor Ries

      • | Userwertung

      Wertung: 6.6/10 (17 votes)

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