Im Grunde mag ich keine politischen Filme. Und erst recht keine Filme die voraussetzen, dass man wenigstens ein Grundgerüst an politisch-geschichtlichem Wissen hat. Das habe ich nämlich nicht. Und ich habe eigentlich auch gar kein Interesse daran. Daran wird auch München nichts ändern können. Der Film ist sicherlich ganz gut und routiniert inszeniert, allerdings gibt es gerade gegen Ende doch einige arge Längen. Zwar postuliert Spielberg auf der DVD, dass der Film absolut überhaupt nicht judenfeindlich sein soll, das kann man jedoch auch völlig anders sehen. Ich glaube ihm zwar, aber naja. Wie gesagt, München hat sicherlich einige sehr gute Szenen und ist zumindest in den ersten 2 Stunden auch recht spannend, aber irgendwann merkt man, dass da einfach zuviel erzählt wird und die Geschichte ein wenig den Rahmen sprengt. Einige Passagen wirken da einfach extrem reingequetscht. Entweder man macht es richtig (und dann auch richtig lang) oder aber man reduziert den Film auf das Wichtigste. Diese halben Sachen find ich da eher störend. Sieht man jedoch von den Schwächen gegen Ende des Films einmal ab, kann man sich durchaus einen Abend mit diesem Film beschäftigen. Meine persönliche Wertung fällt dennoch nicht so hoch aus, da allein das Thema mich schon nicht so sonderlich interessiert.
19.02.2007
Bewertung:
Darius| Gelungene Mischung aus Action und Anspruch
Während der Olympischen Spiele 1972 in München wurden die Israelischen Sportler als Geiseln genommen. Im Verlauf der Geiselnahme kamen alle ums Leben. Steven Spielberg erzählt mit "München", welche Konsequenzen dies hatte und wie Israel die Hintermänner liquidierte.
Der Film ist technisch sehr gut gefilmt, das Drehbuch hat Hand-und-Fuß und auch ohne den historischen Hintergrund wäre daraus ein spannender Thriller geworden. Ob es sich tatsächlich so zugetragen hat, wissen nur wenige Personen, daher hat sich Spielberg etwas Freiraum bei der Story genommen.
Ich kann den Film nur empfehlen, er ist eine gelungene Mischung aus Action und Anspruch.
Viele sagen dies sei Steven Spielbergs reifster Film seit Saving Private Ryan und da muss ich ihnen zustimmen. Die Bilder gehen wirklich unter die Haut, auch wenn man diese Zeit nicht miterlebt hat. Der Film erzählt aber weniger wie es zum Attentat an der Olympiade kam, sondern der Film konzentriert sich auf den Rachefeldzug der Israelis und zeigt die Exekution der Attentäter in teilweise wirklich schockierenden Bildern. Spielberg zeigt sich in diesem Film wieder von seiner härteren Seite und offenbart sogar sehr blutige Szenen. Doch immer ist der Film grandios gefilmt und es ist wirklich verblüffend, mit wie viel Liebe zum Detail die verschiedenen Orte wie Rom oder Paris dargestellt wurden. Alles hat den Look der 70er Jahre! Der Soundtrack von John Williams passt ebenfalls sehr gut. Vor allem wenn die Rächer zuschlagen, darf man sich einer sehr atmosphärischen Klanguntermalung erfreuen. Zwar untypisch Williams, aber dennoch schön zu hören, dass auch er bereit ist mal neue Wege zu gehen. Was mich am wenigsten gefiel war der Anfang des Filmes. Er beginnt mit dokumentarischen und echten Bildern der Geschehnisse, die wie ich finde nicht ganz so zur Atmosphäre der folgenden zwei Stunden passen. Da kommen wir auch zu meinem zweiten Kritikpunkt. Der Film dauert einfach zu lange. Vermutlich lag es an den unbequemen Sitzen, jedoch hätte man hier und da den Film sicherlich ein wenig kürzen können. Längen entstehen dank des sehr interessanten Themas aber trotzdem nicht. Teilweise ist Spielbergs Darstellung jedoch ein wenig übertrieben.
Eric Bana als Avner sowie auch die restlichen Teilnehmer der Rachefeldzugsgruppe können überzeugen. Vor allem bei Daniel Craig kann man erahnen, dass er seinen Job als James Bond wirklich gut machen wird. Wirklich ein durch und durch spannender Polit-Thriller mit guten Darstellern und einem hochaktuellen Thema, welches mit wirklich einbrennenden und manchmal schockierenden Szenen vermittelt wird. So schockierend, wie es damals und auch heute in dieser Beziehung zugeht. Hoffentlich gibt dieser Film gewissen Leuten zu Denken.