Die blonde Ali hat genug von ihrem unterbezahlten Job in einer Bar in Iowa und setzt sich in den Bus nach Los Angeles. Vergeblich sucht sie Arbeit als Sängerin, und auch im Revuetheater Burlesque Lounge auf dem Sunset Strip will die Besitzerin Tess die Bewerberin abwimmeln. Doch Ali findet auf Anhieb Gefallen an dem nostalgischen Club und beginnt dort zu kellnern. Barkeeper Jack mag Ali und bietet ihr provisorisch Unterkunft in seiner Wohnung.
Im Club schafft es Ali irgendwann als Tänzerin auf die Bühne, doch noch weiß niemand, wie gut sie singen kann. Als ihre Rivalin Nikki das Playback ausschaltet, um Alis Auftritt zu torpedieren, fängt sie aber an, selbst zu singen, und wird sofort der neue Star des Clubs. Besitzerin Tess ist glücklich, dass das Revuetheater zu neuem Glanz erwacht, aber sie steckt in ernsten finanziellen Schwierigkeiten.
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| FILMKRITIK
Den Glamour des alten Revue- und Variététheaters holt „Burlesque“ auf die Kinoleinwand und nutzt ihn als Kulisse für eine Art verlängertes Musikvideo, in dem Sängerin Christina Aguilera im Mittelpunkt steht. Wie sie gibt auch Regisseur und Drehbuchautor Steven Antin sein Kinofilmdebüt. Den beiden Neulingen stehen erfahrene Darsteller wie Cher, Stanley Tucci und Cam Gigandet zur Seite. Optisch und musikalisch ist das Produkt ganz hübsch, die Geschichte aber bietet nichts Neues und die Erzählweise setzt auf leichte Konsumierbarkeit.
Das Revuetheater Burlesque Lounge sieht aus wie aus der Zeit gefallen. Spiegel, Rottöne, funkelnde Materialien und dunkelbraunes Mobiliar prägen die Einrichtung der Räume, in denen das Licht nicht mehr als ein dunstig verschwommener Schleier sein darf. Hier steht der junge Jack mit seinem Bowlerhut und der schwarzen Weste, aber mit nackten, muskulösen Armen hinter der Bar, schminken sich junge Tänzerinnen für ihre Show, herrscht unter der Regie von Bühnenmanager Sean umtriebige Hektik und beobachtet die Chefin alles mit ihrem kritischen Kennerblick. Hier nun beschließt Ali, dazuzugehören, und räumt beharrlich alle Widerstände beiseite.
Bald schon erbarmt sich die Chefin und schminkt der neuen Tänzerin eigenhändig die Lippen, während sie ihr von ihrer Mutter erzählt. Damit ist Ali zum neuen Schützling erkoren, noch bevor sie sich mit ihrer Stimme zum Shootingstar des Clubs macht. Die Beziehung von Mentorin und jungem Talent zielt darauf ab, dass Tess und Ali sowohl optisch als auch musikalisch auf dem gleichen hohen Niveau sein sollen. Das Urgestein Cher ist als Tess mit ihren schwarzen Locken und in der ebenfalls schwarzen sexy Kleidung nach wie vor attraktiv und schön wie eine erotische Skulptur. Ihr Schauspiel ist zwar sehr zurückgenommen, fast statisch, doch auch sie singt zwei Lieder mit ihrer tiefen, kraftvollen Stimme.
Christina Aguilera spielt das nette blonde Mädchen vom Lande, mit dem Herz auf dem rechten Fleck und einem starken Ehrgeiz. Auf der Bühne verwandelt sie sich dank Schminke und schicken Frisuren in eine Starfigur, die sich entsprechend bewegt und natürlich mit ihrer Stimme überzeugt. Wenn sie in Jacks Wohnung auf dem Sofa liegt und unschuldig flirtet, ist Ali aber ein sehr durchschnittliches Mädchen. In der sich anbahnenden romantischen Beziehung leistet Cam Gigandet als Jack die Hauptarbeit in Sachen Charme. Stanley Tucci hat als rechte Hand von Tess eine zwischen treuer Fürsorge und bissiger Schlagfertigkeit schwankende Rolle, die in ihrer Biederkeit etwas enttäuscht.
Der Club hat finanzielle Probleme, es gibt einen Bieter, den Eric Dane spielt, doch irgendwann hat es der Film eilig, diese offenbar lästige inhaltliche Pflichtzutat abzuschütteln. Antin vertraut mehr auf die optische Atmosphäre. In den Räumen herrschen nostalgische Brauntöne vor, das Licht ist auf Dämmerstunde gedimmt. Dieser impressionistische Schimmer, der die Hintergründe, auch in Jacks Wohnung, unscharf werden lässt, wirkt aber auf Dauer etwas monoton. Die Shownummern, die hauptsächlich Christina Aguilera gehören, verströmen nicht in erster Linie Bühnenatmosphäre, denn sie sind wie ein Video mit Schnitten durchkomponiert.
| FAZIT
Christina Aguilera und Cher schmücken ihre Auftritte mit dem nostalgischen Flair des Variététheaters.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung