Montag | 28. Mai 2012 | 13:51 Uhr
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  • FILM REVIEW | Vater Morgana
  • Vater Morgana

    Komödie | Deutschland 2010
  • | INHALTSANGABE

  • Lutz (Christian Ulmen) arbeitet in einer Hamburger Sicherheitsfirma. Auf einer Betriebsfeier möchte er seiner Freundin Annette (Felicitas Woll) einen Heiratsantrag machen. Der Plan gerät aus den Fugen, als sich plötzlich Lutz’ Vater Walther (Michael Gwisdek) auf der Feier blicken lässt.

    Immer wieder taucht Lutz’ ungeliebter Vater in dessen Leben wie eine Fata Morgana auf – meist in den Momenten, in denen Lutz ihn überhaupt nicht gebrauchen kann. Schon einmal hat er Lutz’ Zukunft verbaut. So weit will es Lutz diesmal nicht kommen lassen und verweist Walther entschieden aus seinem Leben.

    Dieser bleibt jedoch hartnäckig. Als Walther einen Diamantentransport überfällt, kreuzen sich ihre Wege erneut. Lutz sitzt selbst in dem Wagen und wird bald als verdächtiger Komplize vernommen. Da hilft es gar nichts, dass seine Freundin Annette Polizistin und die Tochter des Chefs ist. Denn auch Annette kommen Zweifel an Lutz’ Aufrichtigkeit.

    In einer wagemutigen Aktion flieht Lutz zusammen mit seinem Vater und versucht, diesen zur Aussage zu bewegen. Nun gibt Walther vor, aufgrund von Alzheimer das Versteck der erbeuteten Diamanten schlichtweg vergessen zu haben. Gemeinsam begeben sich die beiden auf eine Reise durch das Hamburger Umland, um Walthers Erinnerungen zu wecken. Doch die Ermittler sind ihnen dicht auf den Fersen.
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      • | FILMKRITIK

      • In einer Beziehungs- und Polizeifilmkomödie kann Christian Ulmen nicht mehr überraschen. Genauso unüberraschend kommt dann auch die Handlung von „Vater Morgana“ daher, der Film lebt von vielen kleinen Momenten. Da gibt es die mit Pfeffer gefüllten Gummigeschosse, die Lutz nicht von Kaugummi unterscheiden kann. Im Laufe des Films werden diese zum Running Gag und sie werden letztlich von einem Polizisten als Kaugummi verwendet. Es gibt auch beeindruckende sentimentale Momente, zum Beispiel von Walther bei seinen Showauftritten im Altersheim. Gleichermaßen können diese einzelnen Szenen in ihrer wirren Zusammenstellung den Film nicht gänzlich tragen.

        Zu viele Ungereimtheiten während Lutz’ und Walthers Flucht stoßen immer wieder auf. Die Geschichte ist einfach zu widersprüchlich, so dass erfahrene Kinogänger und Fernsehzuschauer wissen, dass die Fahndungsmethoden der Polizei nicht denen, des hier vorgestellten Amateurvereins entsprechen. Zu Gunsten des Plots wird oft jede Logik übergangen. Eine Welt ohne DNA-Analyse, Fingerabdrücke, Handyortung und Rasterfahndung ist nicht die des 21. Jahrhunderts und kann heute nur in einer seichten Komödie existieren.

        Doch auch auf dieser Ebene nutzt „Vater Morgana“ sein Potenzial nicht aus. Die Figuren sind stets stereotyp gut oder böse und alle Handlungselemente sind meist nur Mittel zum Zweck. Da kommt sich der Zuschauer irgendwo betrogen vor und ärgert sich, dass er das alles schon mal gesehen hat. Zudem scheint der Film auch in seinen Bildern mehr fürs Fernsehen geeignet, als fürs Kino: ästhetisch wenig überraschend und in ihrem Aufbau ganz dem Fernsehfilm angeglichen.

        Wirklich erfreulich ist, wenn einige der Darsteller in einzelnen Augeblicken ihre großen Momente haben. Ulmen ist – wenn auch routiniert – in seinem Element als unbeholfener Schussel, und Felicitas Woll gelingt es außerordentlich gut, die Selbstzweifel von Annette rüberzubringen. Auch Michael Gwisdek spielt großartig und so wird „Vater Morgana“ von den Fähigkeiten seines Ensembles getragen, auch wenn dieses kitschig und etwas uninspiriert inszeniert ist. Das ist schade, denn mit einem ausgereifterem Buch und mehr Experimentierfreude hätte „Vater Morgana“ ein kultiger Film werden können.
      • | FAZIT

      • Etwas biedere Komödie mit einigen schönen Momenten.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Julius Pöhnert

      • | Userwertung

      Wertung: 3.1/10 (7 votes)

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