Montag | 28. Mai 2012 | 13:56 Uhr
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  • FILM REVIEW | Yogi Bär
  • Yogi Bär

    Familie, Komödie, Animation | USA 2010
  • | INHALTSANGABE

  • Im Yellystone Park muss sich Ranger Smith (Tom Cavenagh) ständig mit dem tollpatschigen, dauerhungrigen Yogi Bär herum schlagen, vor dem kein Picknickkorb sicher ist und der nie auf die Bedenken seines kleinen Kumpans Boo Boo hören will. Bei der Vorbereitung eines rauschenden Jubiläumsfestes zum 100-jährigen Geburtstag des Freizeitgeländes wird der ansonsten unterforderte Parkleiter von der unternehmungslustigen Dokumentarregisseurin Rachel (Anna Faris) unterstützt. Doch ihre Vorfreude trüben die Pläne des verschuldeten Bürgermeisters Brown (Andrew Daly), den zuletzt schwach besuchten Park zu schließen und abzuholzen, um ihn an Immobilienhändler zu verschachern. Nicht nur Yogi und Boo Boo würden ihre Heimat verlieren, weshalb sie Pläne zur Rettung des gefährdeten Areals schmieden.
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      • | FILMKRITIK

      • Während zu Zeiten klassischer Trickproduktionen die Interaktion gezeichneter Charaktere mit realen Personen reichlich künstlich wirkte, verdankt man den Fortschritten bei der CGI-Animation, dass sich inzwischen Fantasiecharaktere überzeugend in reale Umgebungen einpassen lassen. Damit einher geht die Rückkehr zahlreicher Cartoonstars, welche die jungen Zuschauer von den mehrstündigen US-Samstagmorgenshows kennen. In Deutschland blieb der Boom relative simpel gestrickter und animierter Figuren aus der Hanna-Barbera-Schmiede den Sechzigern und frühen Siebzigern vorbehalten, wenn man von steten „Familie Feuerstein“-Wiederholungen absieht. Nach den „Flintstones“ und „Scooby-Doo“ erfährt nun ebenso „Yogi Bär“, dem schon 1964 der Sprung auf die Leinwand gelang, eine Spielfilm-Wiedergeburt.

        Dass die meisten Trickserien kaum als Langfilm funktionieren, liegt in der Regel am kurzen Originalformat, das auf Spielfilmlänge gestreckt zumeist eine banale Handlung und eine zu geringe Gagdichte vorzuweisen hat, wobei der populäre „Jellystone“-Bewohner keine Ausnahme darstellt. Häufig richten sich die Kinoausflüge der Fantasiefiguren an jüngere Zuschauer. Immerhin boten „Looney Toons – Back in Action“ und „Die Abenteuer von Rocky & Bullwinkle“ noch manche Anspielungen für erwachsene Cartoonfans, was vermutlich der Grund für ihr Box Office-Scheitern darstellte. Nichts davon bei „Yogi Bär“, doch selbst für die Jüngsten dürfte die dünne Story um die krummen Pläne des schmierigen Bürgermeisters sowie eine überflüssige Liebesgeschichte zwischen Ranger Smith und der Natur begeisterten Dokumentarfilmerin Rachel zu belanglos sein.

        Richtig funktioniert der Familienfilm nur rund zwanzig Minuten lang – in etwa die Länger einer typischen Cartoonfolge, wenn der hungrige Picknickkorb-Dieb seine häufig missfunktionalen Erfindungen zum Naturalienerwerb ausprobiert und damit die Ranger zur Weißglut treibt. Zeitweise tragen einige nette Pointen und dreidimensionale Einfälle zum Amüsement bei. Doch wenn der eigentliche Plot um die Rettung des gefährdeten Parks beginnt, dünnen die Einfälle stark aus, worüber Actioneinlagen mit 3D-Effekt wie eine unfreiwillige Wildwassertour oder Yogis Wasserski-Akrobatik nicht hinweg trösten können. Durchgehend karikaturhaft sind die menschlichen Figuren angelegt. Wenigstens hält sich Anna Faris („Scary Movie 1 - 4“) dieses Mal beim Grimassieren zurück.

        Angesichts des Umstands, dass Justin Timberlake dem naiven Boo Boo seine Stimme leiht, darf eine bärige Tanzeinlage nicht fehlen. Während sich Dan Aykroyd als Yogis Originalsprecher nicht in den Vordergrund bringt, klingt dessen Synchronstimme Thomas Danneberg weitaus aufdringlicher. Special Effects-Experte Eric Brevig konnte bei seinem Debüt „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ zwar nicht auf eine originellere, aber wesentlich aktionsreichere Story bauen. Insgesamt bietet „Yogi Bär“ zumindest harmlose Kinderunterhaltung. Wie schon bei der überflüssigen „Cats & Dogs“-Fortsetzung bietet der kurze „Road Runner“-Cartoon im Vorprogramm weitaus mehr Kurzweil als der folgende Hauptfilm, da hier in wenigen Minuten ein perfekteres Gagfeuerwerk abgefackelt wird – ebenfalls in 3D.
      • | FAZIT

      • Yogi Bärs Rückkehr als Freizeitpark-Retter in einem harmlosen 3 D-Spaß, dem schon zu früh die Luft ausgeht.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Gregor Ries

      • | Userwertung

      Wertung: 3.2/10 (5 votes)

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